Sauerlandpark

Funk-Coversongs mit der „Band aus der Box“

Der Musiker Daniel Basso hat live Beatbox-Rhythmen, Keyboard-Hooks und seine eigene Stimme aufgenommen und später abgespielt, um so die Illusion einer Ein-Mann-Band zu schaffen.  

Der Musiker Daniel Basso hat live Beatbox-Rhythmen, Keyboard-Hooks und seine eigene Stimme aufgenommen und später abgespielt, um so die Illusion einer Ein-Mann-Band zu schaffen.  

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Daniel Basso, Ehemaliger Keyboarder in „Der Popolski Show“, hat seinen Auftritt im Strandgarten durch Musik-Loops untermalt.

Bei seinem Auftritt im Strandgarten am Samstagabend ist Musiker Daniel Basso manchmal mit beiden Händen und Füßen beschäftigt gewesen, manchmal hat er aber auch nur das Mikrofon in beiden Händen gehalten und mit voller Kraft gesungen. Der Grund dafür ist ein sogenannter Looper (Schleife): Mit einem Tonband werden Musiksequenzen live aufgenommen und dann in einem sich immer wiederholenden Rhythmus wiedergegeben – teilweise sich überlappend. Obwohl Basso als Solo-Act aufgetreten ist, unterstützte ihn somit eine „Band aus der Box“ bei seinem Konzert im Sauerlandpark.

Sänger findet eigenen Dreh für die Lieder

Einem größeren Publikum dürfte der Wattenscheider durch die WDR-Sendung „Der Popolski Show“ bekannt sein. Als Danusz Popolski, der blinde Popolski-Bruder am Keyboard, hat er unter anderem mit dem Musiker Achim Hagemann populäre Lieder auf eine ungewöhnliche Art gecovert.

Zudem untermalte die Show die Musikstücke mit einer zum Lied passenden Rahmenhandlung. Immer mit dem Verweis auf Großvater „Pjotrek Popolski“, der 128.000 Stücke komponiert haben soll und Urheber sämtlicher Popklassiker ist. Ein oft gehörter Spruch in der Sendung: „Dieter Bohlen hat gestohlen alle seine Hits in Polen.“

Auch am Samstagabend brachte Basso ein paar Hits aus der „Popolski-Show“ auf die Bühne. Unter anderem „Schöne Maid“ und eine besonders gefühlvolle Version von „Ein bisschen Spaß muss sein“ von Roberto Blanko. „Manche Lieder sind so schlecht, da muss man seinen eigenen Dreh finden. Das ist auch die Popolski-Methode“, erklärte der Sänger in einer der Pausen.

Die Popolski-Klassiker spielte Daniel Basso allerdings erst gegen Ende seines Sets. Einen viel größeren Teil der Show nahmen die Pop- und Jazz-Klassiker ein, die der Musiker mit einem loungigen, souligen Stil untermalte. „Every Breath you take“ von „The Police“ oder „Beautiful“ von Christina Aguilera wurden zum Beispiel in einer Funk-Version gespielt. „Ich mach mein eigenes Ding. Ich sing das nicht nach“, kommentierte der Sänger seine Stücke.

Teilweise verzerrte Basso auch seine Stimme oder erweckte den Eindruck der Zweistimmigkeit, indem er seinen Gesang in einem seiner „Loops“, also der Live-Aufnahmen, wiedergab und gleichzeitig selbst sang. Durch aufgenommene Beatbox-Lautmalereien untermalte er seine Songs mit einem Schlagzeug-Rhythmus. Alle anderen Klänge kamen aus dem Keyboard oder eben aufgezeichnet aus dem Looper. Daniel Basso ist Dozent für Populargesang an der Musik- und Kunstschule der Stadt Duisburg.

Scatten mit dem Publikum klappt nach einigen Versuchen

Oft bezog der Wattenscheider aber auch das Publikum mit ein. Zum Beispiel beim Klassiker „Hit the Road Jack!“ von Ray Charles. Mit Scat-Einlagen wie „Shallalalalala“ und „Dibdab dibdab dibelidu“ motivierte er die Zuschauer dazu, es ihm nachzumachen. Das klappte auch nach einigen Versuchen.

Besonders groß war das Publikum am Samstagabend jedoch nicht. Auch beim zweiten Strandgarten-Konzert im Sauerlandpark spielte das Wetter nicht mit. Kurz vor dem Auftritt zog ein Gewitter über die Felsenmeerstadt. Beim Start des Konzerts waren die dunklen Wolken aber wieder verflogen. „Ein echter Sauerländer kommt bei Wind und Wetter“, sagte zum Beispiel Besucher Carsten Hofmann. Zuschauerin Tatjana Sucharewa störte das Wetter ebenfalls nicht: „Wenn man am Strand Urlaub macht, wird man ja auch nass.“

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