Hundeprofi

Geschworene sprechen alle Hunde frei

Martin Rütter sorgte im Grohe-Forum wieder für ein ausverkauftes Haus.

Martin Rütter sorgte im Grohe-Forum wieder für ein ausverkauftes Haus.

Foto: Wolfgang Meutsch

Hemer.  Ausverkauft! Kommt der Hundeprofin nach Hemer, sind die Karten flugs vergriffen.

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Was ist es eigentlich, was den Hundeprofi Martin Rütter so beliebt macht, dass man sich seine aktuelle Show nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach anschaut? Am Freitagabend war das Grohe–Forum erneut ausverkauft. Im Publikum rund 2000 Gäste, von denen die meisten einen Hund haben. Es ist dieses Ding, etwas zu lernen und dabei herzhaft zu lachen. Einen Martin Rütter auf der Bühne zu erleben, der sich so unglaublich nah gibt, das macht einfach Spaß.

Seit 25 Jahren ist er als Hundeprofi unterwegs, zeigt verzweifelten Herrchen und Frauchen, wie es auch anders geht, wenn der Vierbeiner die Rolle des Hausbesitzers, Kommandeurs und Familienoberhaupt übernommen hat. Auch in seinem Bühnenprogramm „Freispruch“ macht er deutlich, dass nicht die Hunde auf die Anklagebank gehören, wenn sie mal wieder das Wohnzimmer auseinandergenommen oder den Postboten angefallen haben. Das ist vielmehr eine Erziehungssache, und es wurde ganz deutlich, dass sich die Grenzen, die Hunde eigentlich einzuhalten haben, verschieben, weil Emotionen im Spiel sind.

Herrchen und Frauchengreifen nicht durch

An mehreren Beispielen machte Martin Rütter eindrucksvoll deutlich, das die geliebten Vierbeiner ihre Besitzer in den Wahnsinn treiben, die das aber auch viel zu lange mit sich machen lassen. Die „Hundemenschen“ im Publikum erkennen sich in vielen Situationen, die Rütter beschreibt, wieder.

Das Grohe-Forum wurde am Freitagabend zu einem großen Gerichtssaal, in dem die Gäste die Rolle der Geschworenen übernommen hat. Die große Frage: Freispruch oder Tierheim? Hündin Kira zum Beispiel hört nicht, ignoriert ihr Frauchen, wenn sie zusammen unterwegs sind. „Nur wenn dein Hund nicht kommt, wenn du ihn rufst, heißt das nicht, dass er dich nicht liebt. Er nimmt dich nur nicht für voll“, sagt der Hundeprofi, „statt der wichtigen Dinge lernen viele Hunde heutzutage, sich tot zu stellen oder eine Rolle zu machen. Was soll das?“, fragte Rütter und riet unter anderem, die Hunde zu belohnen, wenn sie etwas richtig machen. Wichtig sei es, die Belohnung der Situation anzupassen. „Ihr müsst da einen Jackpot liefern!“ Und an die Frauen im Publikum richtet er folgenden Appell: „Könnt ihr bitte aufhören, den Hund tot zu reden. Eine Studie sagt, dass Frauen mit ihren Hunden 30 mal mehr reden als mit ihrem Ehemann“. Der Humor zieht sich durch den Abend, die Gäste kommen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Auch die Katzenfreunden im Publikum nehmen es Martin Rütter nicht übel, dass er es mit Katzen nicht so kann. „Ein Hund ist niemals so widerwärtig egozentrisch wie eine Katze. Die ist nicht in der Lage, Empathie zu entwickeln, dafür ist sie viel zu doof!“

Hundeprofi unterstützt das Iserlohner Tierheim

Martin Rütter ist aber nicht nur der Mann, der Hunde erzieht und seine Besitzer wieder auf den richtig Weg der Hundeerziehung bringt oder der Entertainer auf der Bühne – er hat auch ein großes Herz, wenn es um Tiere geht. Im Backstage-Bereich überreichte der Hundetrainer einen Scheck in Höhe von 2000 Euro stellvertretend an Tanja Michler vom Tierschutzverein Iserlohn. Mit von der Partie waren IKZ-Chefredakteur Thomas Reunert und Sarah Dimitropoulos, die diese Spende quasi auf den Weg gebracht haben. Die 37-Jährige ist ein großer Rütter-Fan und hat ihm ein Lied geschrieben. In den Vorjahren präsentierte Thomas Reunert bei den Rütter-Shows im Parktheater stets einen selbst geschriebenen Song. Dieses Mal spielte er das Lied von Sarah Dimitropoulos und überraschte damit nicht nur die Nachrodterin, sondern auch den Hundeprofi. Martin Rütter spendete daraufhin seine Gage für den guten Zweck und legte noch etwas drauf.

Wer sich zutraut, auch ein Lied für den Hundeprofi zu schreiben, das es dann auch wirklich bei der nächsten Show am 2. März 2020 im Parktheater auf die Bühne schafft, kann das gerne tun und bis 31. Dezember 2019 per Email an red.sekretariat@ikz-online.de den Liedtext einschicken. Dem Gewinner winkt ein Preis, und Martin Rütter spendet seine Gage wieder für den guten (Tier)-Zweck.

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