Brauchtum

Heilkraft aus vielen heimischen Kräutern

kfd bindet Kräutersträuße in St. Peter und Paul

kfd bindet Kräutersträuße in St. Peter und Paul

Foto: Annabell Jatzke / Annabell jatzke

Hemer.  Zu Mariä Himmelfahrt pflegen die katholischen Frauengemeinschaften die Tradition der Kräuterweihe.

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Zum Hochfest Mariä Himmelfahrt werden in der römisch-katholischen Kirche seit dem 9. Jahrhundert am 15. August Sträuße aus Kräutern gebunden, die dann mit in die Kirche gebracht und dort im Gottesdienst gesegnet werden. Gerade in Bayern und im benachbarten Österreich wird diese Tradition sehr gepflegt, umso schöner, dass der Brauch auch hier in unseren Breiten beliebt ist. So wird in der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul an dem volkstümlichen Brauch der Kräuterweihe festgehalten.

Die Tradition der Kräutersträuße geht auf Überlieferungen zurück, demnach soll aus dem leeren Grabe Mariens bei der Öffnung ein duftender Geruch nach Rosen und Kräutern entstiegen sein. Wie sehr Kräuter duften, konnte am Samstagnachmittag wieder einmal in Haus Hemer festgestellt werden. In einer Parfümerie könnte es wahrlich nicht besser duften.

Duftende Sträuße inHaus Hemer gebunden

Im kleinen Saal hatten die fleißigen Damen der kfd St. Peter und Paul diverse Kräuter ausgebreitet, um diese anschließend zu wohlduftenden Sträußen zu binden. Ob Goldrute, Rainfarn, Lavendel, Schafgarbe, Minze, Oregano und vieles mehr, die Vielfalt kannte keine Grenzen. Am Wegesrand oder in ihren eigenen Gärten waren die Frauen beim Sammeln der Kräuter fündig geworden. Nicht fehlen durfte selbstverständlich die Königskerze, diese Pflanze bildet zumeist die Mitte der Kräutersträuße.

Beim Zusammenstellen der Kräutersträuße gibt es keine besonderen Regeln und so ist ein jeder Strauß ganz individuell. Einzig auf die Mindestanzahl an Kräutern wird Wert gelegt. „Es sollten jeweils mindestens sieben verschiedene Kräuter sein“, weiß Marlene Steinhoff, die das Kräutersträuße binden leitete, zu berichten. Nach oben ist bei der Anzahl dann keine Grenze gesetzt. Die Zahl sieben steht für die Anzahl an Tagen, an denen Gott die Welt geschaffen hat. Die Anzahl der verwendeten Kräuter hat eine Zahlensymbolik. So stehen zwölf Kräuter bei dem Brauchtum für zwölf Apostel.

Die Damen hatten im Vorfeld besonders eifrig Kräuter gesammelt, so dass eine Vielzahl an Sträußen gebunden werden konnte. Die über 100 Sträuße wurden dann am gestrigen Sonntag im Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zunächst geweiht, bevor die Gottesdienstbesucher sie mit nach Hause nehmen konnten.

Einst glaubten die Christen noch mehr an die Zauberkraft der geweihten Kräuter, nicht nur zu medizinischen Zwecken wurden sie eingesetzt. Auch verteilte man die Kräuter im Haus, um jegliches Unheil fernzuhalten. Aber auch heutzutage ist die Kraft von Kräutern allgegenwärtig und deshalb stellen sich viele daheim einen geweihten Kräuterstrauß auf oder hängen ihn zum Trocknen auf.

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