Umwelt

Herzchen-Flut vermüllt das Felsenmeer

Unbekannte haben Herzchen und Teelichter ins Felsenmeer geworfen.

Unbekannte haben Herzchen und Teelichter ins Felsenmeer geworfen.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Abfall für die Ewigkeit: Hinterlassenschaften können aus Sicherheitsgründen nicht entfernt werden.

Eine besonders ärgerliche Art der Umweltverschmutzung haben Unbekannte am vergangenen Wochenende auf der Brücke am Felsenmeer verursacht. Hunderte von kleinen Herzen und zahlreiche Teelichter bedecken die Furchen des Felsenmeeres. Dort werden sie auch erst einmal liegen bleiben. Abseits der Wege darf der Boden des Felsenmeeres aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden.

Längere Greifarme oder Kletterer könnten aufräumen

„Ich kann es nicht verantworten, meine Leute da herunterzuschicken“, sagt Stadtförster Dirk Basse, als er sich am Freitag das Debakel ansieht. Das gesamte Felsenmeer ist unterhöhlt. Deswegen könne es, so Basse, leicht passieren, dass jemand in die vom Laub bedeckten Ritzen fällt. Meist gehe es dann mehrere Meter herunter. „Den letzten Todesfall hat es deswegen vor rund 20 Jahren gegeben“, sagt der Stadtförster.

Die Frage steht also noch offen, wie die zahlreichen Herzchen und Teelichter nun aus dem Felsenmeer herausgeholt werden können. Eine Möglichkeit wären längere Müllgreifarme, mit denen man die Hinterlassenschaften aus der Felsenlandschaft fischen könnte. Eine andere Möglichkeit wäre ein Kletterer, der aus einer gesicherten Stelle zum Müll abgeseilt wird. „Da möchte ich aber gar nicht wissen, wie viel das kostet“, zeigt sich Basse besorgt.

Die kostengünstigste Variante wäre, den Müll einfach dort zu belassen, wo er sich befindet. Spätestens im kommenden Herbst dürfte, so die Einschätzung des Stadtförsters, von dem Müll nichts mehr zu sehen sein. „Ich hoffe, dass die Herzchen wenigstens aus Papier und nicht aus Plastik sind“, sagt Dirk Basse.

Kerzen hätten Waldbrand verursachen können

Basse vermutet, dass eine Hochzeitsgesellschaft den Müll verursacht hat, womöglich, um ein erinnerungswürdiges Foto zu schießen. „Es gibt Leute, die denken nur von früh bis mittags“, drückt Basse sein Unverständnis aus. Auch die Verwendung von brennenden Teelichtern auf der Brücke sieht er als riskant an. „Bei dem trockenen Wetter hätte es leicht auch zum Waldbrand kommen können.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben