Freibad Am Damm

Kleine Mängel, aber generell gepflegt

Das Hemeraner Freibad Am Damm.

Das Hemeraner Freibad Am Damm.

Foto: Carmen Ahlers

Hemer.  Gute Noten für das Freibad Am Damm, aber dennoch muss in den nächsten zehn Jahren eine halbe Million Euro investiert werden.

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Die gute Nachricht vorab: Hemers Freibad ist in einem gepflegten Zustand, aber dennoch gilt es, kurz- und langfristig einige Mängel anzugehen und Sanierungsarbeiten vorzunehmen. Die Verwaltung hat auf Wunsch der Politik einen Masterplan erstellen lassen, um zu ermitteln, welche Investitionen in den kommenden Jahren im Freibad erforderlich sein werden. Das Architekturbüro Geising und Böker hat sich der Sache angenommen und nach zwei Ortsterminen im Sommer dieses Jahres einen Investitionsbedarf von rund 540.000 Euro zusammengetragen. Dieses Geld muss aber nicht sofort in die Hand genommen werden, sondern ist die Summe, die in den nächsten zehn Jahren nach jetziger Berechnung aufgebracht werden muss. Im ersten Jahr fallen knapp 170.000 Euro an.

Letzte große Sanierungim Jahr 1996

Die letzte wesentliche Sanierung des Freibades fand im Jahr 1996 statt. Im früheren Betonbecken entstand in Edelstahlbauweise das heutige 25-Meter-Sportbecken mit sechs Bahnen und angrenzender Sprunggrube sowie dem integrierten Nichtschwimmerbecken. Im Zuge der Sanierung ist auch die komplette Badewasser-Technik erneuert und die Raumverteilung des Umkleidegebäudes wesentlich verändert worden. Der Umkleidebereich wurde halbiert und die Dusch- und Toilettenanlagen in der Mitte des Gebäudes platziert. Große Teile des ehemaligen Umkleidebereichs sind zu Technikräumen, Personalräumen und Nebenräume für die Freibadgastronomie umfunktioniert worden.

In den vergangenen Jahren wurden kleinere Instandhaltungsmaßnahmen auf den Weg gebracht, unter anderem wurden WC-Trennwände und Einzelumkleiden erneuert, Wasserleitungen für die Duschen ausgetauscht, Dachrinnen repariert, Fenster ausgetauscht und Anstriche erneuert. In Eigeninitiative haben Freibad-Mitarbeiter Werkstattbereich und Personalräume möbliert.

Beim Rundgang sind den Experten dennoch ein paar Dinge aufgefallen, die kurz- und langfristig angegangen werden müssen. Zum Beispiel ist die Dachabdichtung beschädigt, dazu kommen Leckagen an einigen Stellen. Die Architekten empfehlen, eine dünne Wärmedämmung aufzubringen, um einerseits Tauwasserbildung an den Dachplatten zu vermeiden und andererseits Wärmetransmission in den beheizten Räumen zu reduzieren. Nach diesen Arbeiten sollte ein Innenanstrich erfolgen.

Treppenabgangzur Pumpenstube

Außen am Gebäude ist der Sockelputz durchfeuchtet und durch den Forst-Tauwechsel an mehreren Stellen abgeplatzt. Als wichtig bewerten die Experten auch das Abdichten des Treppenabganges zur Pumpenstube. Der Anschluss des Stahlprofils auf der Stahlbetondecke ist damals nicht abgedichtet worden. Neben dem Wasser, das aus dieser Leckage in die Pumpenstube läuft, könne auch bei Schlagregen über die offene Verkleidung Wasser eindringen, heißt es in dem Gutachten.

Zudem steht demnächst eine Beckenkopfsanierung an. Das Edelstahlbecken habe sich gesetzt, so dass sich der Wasserspiegel im Bereich der Sprunggrube ca. 3 bis 4 Zentimeter unter der Griffkante befindet. Dafür könne es zwei verschiedene Ursachen geben, sagen die Fachleute: Zum einen könnte die Unterfüllung zwischen Edelstahlbeckenboden und altem Betonbeckenkörper nachgegeben haben und zum anderen könnte sich das komplette alte Becken mit dem Edelstahlbecken gesetzt haben. Durch die Setzung strömt das Beckenwasser nicht mehr DIN-konform umlaufend in die Schwallwasserrinne, eine schlechte Durchströmung ist die Folge. Schmutz, der auf dem Wasser schwimmt, sammelt sich in der Ecke und könnte die Beckenhygiene gefährden.

Zudem raten die Architekten zum Umbau der barrierefreien Sanitärräume und der Erneuerung der nicht stabilen Garderobenschränke.

Generell bekommt das Freibad Am Damm aber gute Noten: Bis auf die genannten Schäden und eine defekte Solaranlage konnten keine größeren Schäden festgestellt werden. Aufgrund des Alters der Anlage ist bei einigen Anlagenteilen wie Pumpen, Gebläse und Klappen mittel- bis langfristig mit einem Austausch zu rechnen. Die Trinkwassernachspeisung in die Badewasseraufbereitungs- und Umwälzanlage ist DIN konform herzustellen

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