Handel

Kunden halten trotz Corona-Krise dem Wochenmarkt die Treue

Der Wochenmarkt präsentiert sich in der Corona-Krise deutlich kleiner, doch die Kunden halten ihren Markthändlern die Treue.

Der Wochenmarkt präsentiert sich in der Corona-Krise deutlich kleiner, doch die Kunden halten ihren Markthändlern die Treue.

Foto: Ralf Engel / Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung

Hemer.  In der Corona-Krise hat sich der Markt gelichtet, doch die Händler sind mit der Resonanz überaus zufrieden.

Ausreichender Abstand ist hier kein Problem, es dürfen auch gern mehr als zwei Meter sein: Geduldig warten Kunden auf dem Wochenmarkt in der Sonne, bis sie vortreten dürfen. Die Reihen der Händler haben sich gelichtet. Taschen und Bekleidung dürfen nicht verkauft werden, für den Blumenhändler kam die neue Verkaufsgenehmigung zu kurzfristig. Auch der Wagen von Michael Ziebach fehlt. Der Wurst- und Käsehändler hat den Direktverkauf in Deilinghofen und Hemer wegen der Corona-Krise eingestellt, bietet aber einen Lieferdienst auf Bestellung.

Durch nur noch vierHändler reichlich Platz

So stehen nur noch vier Marktstände auf dem großen Platz. Doch von Corona-Trübsal keine Spur, die Kunden halten ihren Markthändlern die Treue, und neue kommen ganz bewusst. „Die Kunden sind lieber auf dem Markt an der frischen Luft, als in engen Läden“, freut sich Marco Haarmann vom Hof Heidebauer über die gute Resonanz am ersten Verkaufssamstag mit Kontaktsperre. Nur der Plausch muss ausbleiben.

Der Obst- und Gemüsehändler hat wie seine Kollegen deutliche Hinweisschilder aufgestellt und Wartezonen markiert: „Halten Sie 1,5 Meter Abstand, fassen Sie keine Ware an.“ „Die Leute halten sich echt alle dran, es funktioniert besser als gedacht“, berichtet er. Da viele Angst vor Bargeld haben, wird jetzt auch bargeldloses Zahlen angeboten. Dass die Kunden die Treue halten, tröstet über so manche Schwierigkeiten. Die Frachtpreise haben sich verdoppelt, die Erntehelfer dürfen nicht einreisen. Marco Haarmann fehlen fünf Erdbeerpflückerinnen. „Jetzt bieten sich viele Freunde und Kunden an“, berichtet er. Erstmals ist auch der Spargelschälautomat vor Ort, die Saison ist eröffnet. Sein Spargelbauer habe seine Erntehelfer rechtzeitig einreisen lassen; berichtet der Heidebauer. Die Laufkundschaft fehlt am Samstag. „Sie wird aber ausgeglichen durch neue Kunden, die nicht in die Geschäfte wollen“, sagt Marco Haarmann.

Das kann auch Willi Stahlhoff bestätigen: „Es kommen Kunden, die man schon länger nicht mehr gesehen hat“. In den vergangenen Wochen hätten die Kunden den Kartoffelvorrat aufgekauft, jetzt normalisiere sich das Geschäft. Es sei ein ganz normaler guter Markttag, bilanziert der Kartoffelhändler. Die Kunden verhielten sich vorbildlich, manche müssen man sogar aufrufen, vorzutreten. „Wir danken unseren treuen Kunden, die auch in schweren Zeiten zu uns halten“, betont Willi Stahlhoff. Auch nebenan, am Stand der Stadtbäckerei Kramme oder am Hähnchenhof, sind die Mitarbeiterinnen zufrieden mit dem Markttag – trotz Corona-Krise.

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