Hemer sammelt

Oldtimer-Liebe hält 84-Jährigen jung

Walter Leiber sammelt Oldtimer-Motorräder.

Walter Leiber sammelt Oldtimer-Motorräder.

Foto: Carmen Ahlers

Hemer.  Unsere Sommerserie „Hemer sammelt“ eröffnen wir mit Walter Leiber, der leidenschaftlich Motorräder sammelt.

25 blitzeblank polierte Motorräder stehen Seite an Seite in einem Schuppen. Mittendrin der Hemeraner Walter Leiber, mit dem wir unsere Sommerserie „Hemer sammelt“ eröffnen möchten. In den kommenden Wochen stellen wir in unregelmäßiger Reihenfolge Menschen aus der Felsenmeerstadt vor, die eine besondere Sammel-Leidenschaft haben. Wer seine besondere Sammlung in unserer Zeitung zeigen und mit uns ein lockeres Gespräch führen möchte, kann sich gerne bei uns in der Redaktion melden.

Zurück zu Walter Leiber. Der heute 84-Jährige liebt Motorräder über alles, und auch, als wir uns in dem Gebäude treffen, wo seine „Schätze“ stehen, wo er schraubt und mit dem Putzlappen wienert, kommt er natürlich mit dem Motorrad angefahren. Es ist eine Horex, Baujahr 1951, und sein Lieblingsmotorrad. Was er genau an diesem Modell mag? „Es ist der Ton und das Fahrgefühl“, sagt der Hemeraner, der aktuell vier Oldtimer-Motorräder angemeldet hat. Regelmäßig nimmt er an verschiedenen Oldtimertreffen teil, da kann man schließlich nicht immer mit dem selben Motorrad anreisen. Setzt er sich auf ein Motorrad, ist Walter Leiber ein eher besonnener Fahrer. Er ist keiner, der andere in waghalsigen Aktionen überholt, sondern mag es gemütlich. „Ich habe Zeit“, sagt er, und so sieht er es auch, wenn mal etwas repariert werden muss. „Ich mache fast alles alleine, nur beim Motor, da hole ich mir Hilfe!“

Mit 50 Jahren lodert die Liebe für Motorräder wieder auf

Es ist wie ein kleines Museum, in dem seine Oldtimer stehen. Jedes Motorrad hat eine Geschichte, das älteste ist Baujahr 1931. Schon als junger Mann ist Walter Leiber Motorrad gefahren. Dann kamen das Berufsleben und die Familie, und es blieb Walter Leiber viele Jahre lang keine Zeit, diese Leidenschaft zu pflegen. Erst im Alter von 50 Jahren loderte die Liebe zu alten Motorrädern wieder auf. Dann aber richtig und bis heute. In den über 30 Jahren wurden es immer mehr Motorräder.

Über eine steile Treppe hinauf ins Museum

Zuletzt hat er eine DKW aus dem Jahr 1935 und eine Bismarck mit dem Baujahr 1950/51 für seine Sammlung angeschafft. Und da stehen die beiden Neuen nun, mussten wie alle anderen die steile Treppe hinauf bis zum Lagerraum geschleppt werden. Einfach geht anders. BMW, DKW, Hercules, Imme und Rixe reihen sich aneinander, eine schöner und gepflegter als die andere. Jedes Staubkrümelchen wird sofort weggewischt, alle Maschinen wirken vom Aussehen fast wie neu.

Unter den Oldtimern sind viele Besonderheiten. Die Imme zum Beispiel wurde nur zwei Jahre lang gebaut. Insgesamt gab es davon 11 000 Exemplare, heute sind es nur noch zwischen 400 und 500. Und eines davon besitzt Walter Leiber. Dass dieses Motorrad etwas Besonders ist, zeigt auch die Tatsache, dass Walter Leiber und seine Ehefrau Christel in Immenstadt dem Verein „Imme-Schwarm“ beigetreten sind. Da ist auch die Gattin gerne mit von der Partie.

Nicht nur die besonderen Zweiräder ziehen die Blicke der Besucher auf sich: Es sind zudem große Mengen an Zubehör und Ersatzteilen die an den Seiten und in den Regalen stehen. Auch dort herrscht Ordnung. Dazu kommen viele Pokale und Fotos. Auf einem ist Walter Leiber zusammen mit seinem Sohn Jörg zu sehen. „Es ist schön, dass mein Sohn auch fährt“, freut sich der Oldtimer-Fan. Auch ein Freund aus Deilinghofen begleitet ihn oft.

Regelmäßig führt der Weg sonntags nach Mesekendahl bei Lüdenscheid. Am Rande des Wildgeheges lässt es sich bei einem Kaffee wunderbar fachsimpeln, so von Motorradfan zu Motorradfan. Seine Oldtimer kommen immer gut bei den anderen an. Der Gesprächsstoff geht nie aus.

„Mit 14 Jahren bin ich das erste Mal Motorrad gefahren. Seitdem hat es mich eigentlich nie wieder losgelassen“. Diese Motorradliebe hat dann zu einer sehenswerten Oldtimer-Sammlung geführt. Walter Leiber hat seine Schmuckstücke bereits anderen Motorradfans gezeigt, die die alten Maschinen genauso wertschätzen wie er.

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