Giftige Pflanze

Riesen-Bärenklau in der Stadt eindämmen

Die Herkulesstaude hat sich großflächig auf dem ehemaligen Deponiegelände in Landhausen ausgebreitet.

Die Herkulesstaude hat sich großflächig auf dem ehemaligen Deponiegelände in Landhausen ausgebreitet.

Foto: Ralf Engel

Hemer.  Die Stadt will die Ausbreitung des Bärenklaus eindämmen und bittet Hemeraner, Wuchsorte zu melden.

Auf der ehemaligen Deponie Landhausen gab es zuletzt ein ganzes Feld des Riesen-Bärenklaus, und auch an Bachläufen im Stadtgebiet breitet sich die giftige Pflanze aus. Die Stadt will die Ausbreitung eindämmen und bittet Hemeraner, Wuchsorte in Bereichen von Wegen, Straßen, Schulen, Spielplätzen und Kindergärten zu melden.

Der Riesen-Bärenklau, bekannt auch unter dem Namen Herkulesstaude, stellt ein Risiko für Mensch und Natur in Hemer dar. Die nichtheimische Art breitet sich vor allem entlang von Fließgewässern – beispielsweise entlang des Sundwiger Bachs – und Verkehrswegen immer stärker aus. Neben der potenziellen Verdrängung der heimischen Flora und Fauna stellt insbesondere die gesundheitliche Gefährdung für den Menschen bei Hautkontakt mit dem Pflanzensaft ein Risiko dar.

Der Riesen-Bärenklau besitzt die Fähigkeit hohe und dichte Pflanzenbestände auszubilden. Begünstigt wird dies durch eine massenhafte Samenproduktion, eine frühe Keimung und ein schnelles Wachstum. Das kann zur Verdrängung heimischer Pflanzenarten und der an sie gebundenen Tierarten führen. Im Extremfall können flächendeckende Bestände sogar ganze Bereiche schutzwürdiger Vegetation - wie beispielsweise artenreiche Uferstaudensäume an naturnahen Fließgewässerabschnitten – gefährden. Eine gesundheitliche Gefahr für den Menschen besteht bei Berührung der Pflanze. Der Saft aller Pflanzenteile führt bei Einwirkung von Sonnenlicht zu verbrennungsähnlichen Schäden der Haut 2. und 3. Grades.

„Von besonderer Bedeutung ist daher die Bekämpfung vorhandener Bestände des Riesen-Bärenklaus und somit die Verhinderung der weiteren Ausbreitung. Bekämpfungsmaßnahmen sind auf Dauer allerdings nur dann wirkungsvoll, wenn vorhandene Pflanzenvorkommen möglichst flächendeckend beseitigt werden. Aus diesem Grund ist die Mithilfe der Hemeraner gefragt“, teilt die Stadt mit. Auf städtischen Grundstücken erfolgt die Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus durch den Märkischen Stadtbetrieb Iserlohn/Hemer (SIH).

Infoveranstaltung aufdas nächste Jahr verschoben

Auf privaten Grundstücken kann der SIH nicht aktiv werden. Hier ist die Eigeninitiative der Grundeigentümer gefragt. Denn nur so ist eine Zurückdrängung der Pflanzenbestände möglich. Eigeninitiativen der Bürger werden von Seite der Stadt aus begrüßt. Um den betroffenen Bürgern hierzu das nötige Wissen zu vermitteln, sollte Ende März 2020 eine Informationsveranstaltung rund um das Thema Riesen-Bärenklau stattfinden, die coronabedingt ausfallen musste, 2021 aber nachgeholt werden soll. Privatpersonen, die die gesundheitsgefährdende Pflanze auf ihren Grundstücken bekämpfen wollen, sollten sich, wenn sie die Pflanzen eigenständig bekämpfen wollen, unbedingt vorab informieren.

Die Homepage der Stadt Hemer bietet aus diesem Grund Informationsmaterialien zu Bekämpfungsmöglichkeiten, Risiken und Sicherheitsvorkehrungen im Umgang mit der Pflanze, Unterscheidungsmerkmale des Riesen-Bärenklaus gegenüber anderen Pflanzenarten sowie allgemeine Informationen. Auch in der Nachbarschaft können Privatpersonen sich organisieren und untereinander bei Beseitigungsmaßnahmen helfen. Zudem bieten viele Landschaftsgärtner, die im Umgang mit der Pflanze geschult sind, eine Entfernung der Herkulesstaude an.

Bekämpfung durch den Märkischen Stadtbetrieb

Die Stadt bittet Hemeraner, Wuchsorte in Bereichen von Wegen, Straßen, Schulen, Spielplätzen und Kindergärten zu melden. Bekannte Wuchsorte der Art sollten der Verwaltung unter der Rufnummer 02372/551-326 bei Giuliano Rademacher oder per E-Mail (g.rademacher@hemer.de) mitgeteilt werden. Die Daten werden dem Märkischen Stadtbetrieb Iserlohn/Hemer (SIH) übermittelt, der die Bekämpfung durchführt.

Gelegentlich werden auch kleinere Exemplare des Riesen-Bärenklaus mit dem harmlosen heimischen Wiesen-Bärenklau oder mit anderen so genannten Doldenblütlern verwechselt. Sie gehören aber der heimischen Vegetation an und werden nicht bekämpft. In Zweifelsfällen können Fotos - insbesondere der Blätter - der betreffenden Pflanzen ebenfalls an obige E-Mail-Anschrift gesendet werden.

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