Ausstellung

Schwarz-Weiß-Eindrücke über eine wilde Zeit

„Demos, Discos, Denkanstöße - Die 70er in Westfalen“: Die Ausstellung wurde im Felsenmeermuseum eröffnet.

„Demos, Discos, Denkanstöße - Die 70er in Westfalen“: Die Ausstellung wurde im Felsenmeermuseum eröffnet.

Foto: Annabell Jatzke

Hemer.  „Demos, Discos, Denkanstöße – Die 70er in Westfalen“ - im Felsenmeermuseum wurde am Sonntag eine Ausstellung eröffnet.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Siebziger waren wilde Zeiten. Weitaus weniger wild, sondern durchweg informativ ist die gemeinschaftliche Wanderausstellung des Rock’n’Pop-Museums Gronau und des LWL-Museumsamtes, die derzeit im Felsenmeermuseum gezeigt wird. Am Sonntag wurde die Ausstellung unter dem Titel „Demos, Discos, Denkanstöße – Die 70er in Westfalen“ offiziell eröffnet. Aufgrund des strahlenden Wetters und verschiedener Parallelveranstaltungen war die Vernissage nicht überfüllt, was es den Besuchern der alten Villa Grah ermöglichte, in aller Seelenruhe die Ausstellung zu betrachten.

Die Siebziger waren auch in Westfalen turbulent. Weg von Tugenden wie Pflicht, Treue, Ehre und Gehorsam hin zu Werten wie Gleichheit, Kollektivität und Mitbestimmung – die Veränderungen waren auch im westfälischen Raum spürbar, wenngleich es, so ist auf den die Infotafeln der Ausstellung zu lesen, deutlich langsamer geschah als in den großen Metropolen.

Fotografien des verstorbenen Künstlers Christoph Preker

Das ökologische Bewusstsein und die Gleichstellung von den Geschlechtern stiegen. Außerdem wurden damals verschiedene Formen von Sexualität akzeptiert. Des Weiteren wuchs der Wunsch nach Frieden und es wurde sich auch vielmehr dafür engagiert. Emanzipation und Partizipation waren die Schlagwörter der Ära. All dieses erlebt der Betrachter der Ausstellung anhand von Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die zur Sammlung des verstorbenen, leidenschaftlichen Fotografen Christoph Preker aus Münster gehören.

Er dokumentierte mit seinen Bildern, die mittlerweile zum S/W-Labor des Münsteraners Joachim Hilpert zählen, das alltägliche Leben zu dieser Epoche. Seine Werke, die ganz ohne Farbe auskommen und trotzdem ausdrucksstark sind, greifen die verschiedensten Themengebiete auf. Dabei lassen sich die Bilder folgenden Themenfeldern zuordnen: Politik und Bildung, ebenso wie Disco und Musik, Protest, Kultur, Mode und Design, Kindheit und Jugend wie Alltag und Soziales. Neben den Fotos finden sich jeweils kleine Erklärungen. Des Weiteren gibt es zum Bereich Musik auch einen Audio-Guide, der die bekannten Lieder der Siebziger abspielt und

Im verhältnismäßig kleinen Felsenmeermuseum, das sich mit der Ausstellung in eine Reihe mit Gütersloh oder Recklinghausen einreiht, ist man dankbar, dass man die Ausstellung zeigen kann. Solch eine Wanderausstellung bedeutet für die kleinen Heimatmuseen immer eine Erleichterung, hinzu kommt die Ehre.

Lange hatte die Wanderausstellung Vorlauf. „Bereits Ende 2016 wurde der Vertrag unterschrieben“, weiß Holm Diekenbrock, der erste Vorsitzende des Bürger- und Heimatvereins Hemer, im Rahmen der Vernissage zu berichten. Des Weiteren hob er in seiner kurzen Ansprache hervor, dass die Siebziger auch für die Felsenmeerstadt von Bedeutung waren. Gerade im Stadtbild von Hemer, das nicht zu Iserlohn eingemeindet wurde, veränderte sich seinerzeit einiges

Expertin ist durch und durch von 70er Jahren geprägt

Expertin Verena Burhenne, wissenschaftliche Referentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, erklärte im Anschluss Wissenswertes rund um die Wanderausstellung und rief den Besuchern die Siebziger wieder in Erinnerung. Sie selbst bekannte, durch und durch von jener Zeit geprägt worden zu sein.

Wer in die Vergangenheit reisen möchte, hat mit der Ausstellung zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums noch bis zum 11. August die Gelegenheit dazu.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben