Sammel-Serie

Selbstgebastelte kleine Welten über den Köpfen

Birgit Büchner sammelt neben Teddybären auch außergewöhnliche Hüte.

Birgit Büchner sammelt neben Teddybären auch außergewöhnliche Hüte.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  In unserer Serie „Ich bin ein Sammler“ stellen wir heute Birgit Büchner und ihre Hüte vor.

Zum Oktoberfest, zum Karneval oder für einen Spaziergang im Sauerlandpark – Birgit Büchner hat eigentlich für jede Gelegenheit die passende Kopfbedeckung. Ganze Tische kann sie mit ihren Sonnenhüten, Zylindern oder Fellmützen zustellen. Einige hat sie im Laden gekauft oder sich anfertigen lassen. Die besonderen Stücke in ihrer Sammlung hat sie aber selbst gemacht.

Teilweise finden sich ganze Szenen, ganze Dioramen auf den Hüten von Birgit Büchner: Ein Teddybär sitzt vergnügt zwischen Blütenblättern und Ranken, ein Hase im Deutschland-Trikot hat neben Fußbällen, Flaggen und einem Pokal Platz genommen.

Man mag meinen, dass der Strohhut, der die Massen an Stoff, Wolle und Krimskrams trägt, abknicken würde – die Konstruktionen von Birgit Büchner halten aber schon seit Jahren. „Ich bin eine Klebepistole“, sagt die Sammlerin scherzhaft.

Süßigkeiten und Eisbecher auf dem „Zuckerhut“

Die ganzen Verschönerungen an den Hüten müssen aber nicht nur angenäht, angeklebt oder mit Draht befestigt werden. „Das ganze Zeug zu finden, ist auch schwierig“, erzählt sie. Fündig wird sie manchmal bei Nonfood-Discounter wie Tedi oder Action. Oftmals fragt sie aber auch nach der Schaufensterdekoration in Modeläden, Möbelhäusern oder Konditoreien – wie zum Beispiel für den Bau ihres „Zuckerhutes“.

Dieser ist geradezu vollgestellt mit allerlei lecker aussehenden, süßen und bunten Stoff-Süßigkeiten. Die Kuchen und Stoffkekse hat sie aus dem Schaufenster eines Modegeschäfts, die Zuckerperlen aus einem Discounter. Auf dem Hut befindet sich sogar ein Original-Becher aus der Eisdiele mit angefügten Löffelchen. Nur das Eis ist nicht echt, sondern mit Füllwatte nachgebildet. Gefertigt hat sie den Hut speziell für eine Karnevalsparty im Dortmunder Goldsaal. Das Motto damals – „Feiern unterm Zuckerhut“, wobei wohl eher der brasilianische Felsen gemeint war. „Soll ja nicht alles gleich aussehen“, ist Birgit Büchner überzeugt.

Aber nicht nur zu Karneval mag die Hemeranerin Verkleidungen. Auf einer Gala-Show auf einer Flusskreuzfahrt auf der „Anesha“ ist sie ebenfalls in auffälliger Aufmachung erschienen. In der Einladung zu der Show mit dem Namen „Viva Las Vegas“ stand sogar, dass Verkleidungen erwünscht waren. Birgit Büchner bastelt sich einen Fascinator – so der Name des festlichen Kopfschmuckes, der besonders bei den Royals in Großbritannien beliebt ist. Es ist ein stilisiertes silbernes Zylinderhütchen mit Spielkarten und Würfeln.

Als sie aber die Gala besucht, stellt sie fest: „Von 200 Leuten waren meine Mutter und ich die einzigen, die sich was ausgedacht haben.“ Die beiden werden deswegen auch in die Gala-Show mit eingebunden. Ein Elvis-Imitator geht begeistert auf das Mutter-Tochter-Gespann ein.

Birgit Büchner kann aber auch Hörner zeigen – zum Beispiel beim Oktoberfest. Dort hat sie auch einen Fascinator mit Rehgeweih gebaut. Das Material dafür hat sie sich im Internet auf Ebay bestellt. Zehn Rehgeweihe für rund 30 Euro. Die meisten dieser Jagdtrophäen hat sie sogar schon verbaut.

Plüschtier-Mützen beim Eisstockschießen

Tierisch wird es für sie und ihr „Team Fantasy“ auch beim Eisstockschießen. Beim Wintergarten im Sauerlandpark schiebt sie – ähnlich wie die anderen Mitglieder ihrer Mannschaft – wahlweise mit Stoff-Widderohren oder einer Husky-Mütze mit Knopfaugen die „Daube“ über das Eis. „Unser Trainer trägt immer einen Wolfhut“, sagt sie.

In ihrer Sammlung sind ebenso Pandahüte, kleine Zylinder mit Schornsteinfegern zu Silvester und Filzhüte, die sie extra von einer Hutmacherin in Bückeburg anfertigen lässt.

Die Hemeranerin ist Sammlerin in mehr als einer Kategorie. Neben ihren Hüten sammelt sie auch Teddybären, Tassen und alles, was mit Katzen zu tun hat. „Meine Sammlerstücke werden aber nicht in eine Vitrine eingeschlossen. Sie sind Teil der Wohnung“, erklärt Birgit Büchner.

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