Corona-Pandemie

Spüren, wie wertvoll das Familienleben ist

Familienalltag in Corona-Zeit, Familie Schwarz aus Deilinghofen backt Stockbrot.

Familienalltag in Corona-Zeit, Familie Schwarz aus Deilinghofen backt Stockbrot.

Foto: Privat

Deilinghofen.  Der Alltag in Zeiten der Corona-Pandemie hat sich verändert. Bei Familie Schwarz rücken alle enger zusammen.

Sie backen Stockbrot, gehen wandern, kramen in der Spielkiste und entdecken neue TV-Serien für sich. Familie Schwarz aus Deilinghofen teilt mit Tausenden anderer Familien das Schicksal der aktuellen Kontaktsperre. In Corona-Zeiten wird das Familienleben enger, viel enger. Aber die Deilinghofer Familie entdeckt viele schöne Seiten. Wir haben mit Claudia und Tobias Schwarz gesprochen, die mit ihren Kindern Neela und Aaron aktuell quasi rund um die Uhr zusammen sind.

Umgewöhnen und an dieneue Situation anpassen

Die Eltern sind beide Lehrer – sie an der Deilinghofer Schule und er am Bergstadt-Gymnasium in Lüdenscheid. Ab und an geht es mal für die Pädagogen in die Schule, ansonsten arbeiten beide von zu Hause aus. Dazu gesellen sich auch oft Aaaron (13) und Neela (9), um Hausaufgaben zu machen. Für alle eine ganz neue Situation, und es gibt durchaus immer mal den Moment, wo deutlich wird, dass sich alle umgewöhnen und anpassen müssen.

„Direkt zu Anfang haben wir das Trampolin im Garten wieder fit gemacht, und tatsächlich, es wird wieder gerne genutzt, nachdem es im letzten Jahr nicht mehr so attraktiv war“, sagt Claudia Schwarz, „dieses Jahr waren sie sogar im Schnee drauf“. Die 40-Jährige ist positiv überrascht, wie schnell sich alles eingespielt hat. Die Familie unternimmt Wanderungen zusammen, verbringt viel Zeit gemeinsam im Wohnzimmer. „Wir haben ein Spiel rausgekramt, das mein Mann und ich früher gespielt haben. Holiday-AG. Das war schon längst ausrangiert, und die Kinder finden es jetzt auch gut“, erzählt die Mutter, wie die Familie ihre Zeit verbringt.

Damit sich alle beteiligen können, hängt in der Küche jetzt ein großes Plakat an der Wand, auf das jeder seine Ideen schreiben kann, was die Familie gemeinsam in dieser Zeit machen soll. „So kann sich jeder einbringen“, freut sich die Mutter. Stockbrot überm Lagerfeuer im Garten zu backen, war eine schöne Erfahrung. Aber auch solche Aktivitäten wie puzzeln, zusammen kochen oder eine große Murmelbahn zu bauen, finden sich in der Wunschliste auf dem Plakat wieder, und ganz besonders soll eine gemeinsame „Kinonacht“ im eigenen Wohnzimmer werden, mit Süßigkeiten und einem großen Matratzenlager natürlich. Fast jeden Abend ist die Tagesschau fester Programmpunkt des Familienlebens, da nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder den Drang nach neuen Informationen in der Entwicklung der Corona-Krise verspüren.

Weniger Streit, aber dafür mehr Rücksicht

Was den Eltern auffällt, ist die Tatsache, dass sich die Geschwister viel weniger streiten und mehr aufeinander eingehen. „Die Kinder spüren den Wert der Familie deutlicher im Augenblick und nehmen zum Teil auch mehr Rücksicht“, so Claudia Schwarz. Ihr und ihrem Mann Tobias ist es wichtig, dass sich das Wochenende auch in dieser Zeit von den Wochentagen deutlich abgrenzt. Am Wochenende arbeiten Aaron und Neela nicht an ihren Schulaufgaben, und sie dürfen zudem länger aufbleiben als in der Woche. Aber auch unter der Woche versuchen die Eltern, kleine Highlights in den Tag zu packen.

Kontakt zu Freundenüber WhatsApp und Skype

Kontakt zu den Freunden halten Neela und Aaron über Whats App und Skype. „Das entlastet auch unsere Telefonleitung“, so Claudia Schwarz. „Mich mit Freunden zu verabreden, wäre schon gut, aber so ist die Familie auch mal mehr zusammen“, sagt die neunjährige Neela. Familie Schwarz wird sich weiter organisieren. Der Medienkonsum sei definitiv gestiegen, allerdings für die Kindern durchaus sinnbringend, da sie auf dem digitalen Weg sehr viel Kontakt zu Freunden und Freundinnen halten, so die Eltern.

Sie alle wissen es in diesen Tagen besonders zu schätzen, dass sie einen eigenen Garten haben. „Für viele andere Familien kann es richtig schwer werden, vor allem, wenn die Kinder noch kleiner sind“, weiß Claudia Schwarz.

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