Ost- und Westpreußen

Thema Vertreibung ist noch aktuell

Die Singgruppe der Landsmannschaft Ost- und Westpreußen Hemer-Iserlohn.

Die Singgruppe der Landsmannschaft Ost- und Westpreußen Hemer-Iserlohn.

Foto: Annabell Jatzke

Hemer/Iserlohn.  Der Tag der Heimat und der 70. Geburtstag der Hemeraner Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen wurden in Iserlohn gefeiert.

Gleich zwei Anlässe gab es am Sonntag im Iserlohner Varnhagenhaus zu feiern. Einerseits wurde vom Bund der Vertriebenen Kreisverband Iserlohn und von der Landsmannschaft Ost- und Westpreußen Hemer zum Tag der Heimat eingeladen. Andererseits feierte die Hemeraner Landsmannschaft ihr 70-jähriges Bestehen. Etwa 120 Gäste konnten zu dem Großereignis begrüßt werden.

Am 8. Oktober 1949 wurde die Landsmannschaft Ostpreußen Hemer in Sundwig gegründet. Der Zuspruch war groß, und so wuchs die Gruppe schnell. Es wurden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen so beispielsweise das beliebte Erntedankfest im Oktober angeboten. Und auch die Veranstaltung zum runden Geburtstag konnte sich sehen lassen. Der Tag der Heimat, der in diesem Jahr unter dem Thema „Menschenrechte und Verständigung – für Frieden in Europa“ stand, wurde ganz im Zeichen des 70. Gründungstages gefeiert. Sehr stolz war man dabei, dass auch Gäste aus Ostpreußen an der Veranstaltung teilnahmen.

Das geistige ErbeOstpreußens

Der bekannte Dozent Prof. Dr. Wladimir Gilmanov referierte über das geistige Erbe Ostpreußens. Sehr mitreißend war auch der Bericht von Marta Einars, Tochter eines Wolfskindes aus Memel. Einars, die am Hermann Sudermann-Gymnasium in Memel Deutsch unterrichtet, sprach über das Schicksal der Wolfskinder in Litauen. Aus ihrer Schule hatte sie den Schülerchor mit in die Waldstadt gebracht, der die Besucher mit seinen Liedern unterhielt. Dabei kamen moderne Lieder in deutscher und litauischer Sprache zu Gehör.

Des Weiteren trug das ausgezeichnete Vokalensemble „Legende“ aus Königsberg zum kulturellen Programm bei. Die sechs ausgebildeten Sängerinnen begeisterten mit Kunstliedern, kirchlichen Liedern und Volksliedern in deutscher und russischer Sprache und sorgten dabei mit ihren Stimmen für Gänsehaut.

Natürlich trat auch die Singgruppe der gastgebenden Landsmannschaft Ost- und Westpreußen Hemer-Iserlohn auf und präsentierte unter bewährter Leitung von Lilly Janßen Volkslieder.

Neben all den musikalischen Gästen gehörte auch die Tanzgruppe“ SAGA“ aus Bartenstein zu den Mitwirkenden des Kulturprogramms. Die Gruppe, die Auftritte in Deutschland und Polen hat, bot dem Publikum Volkstänze dar. Volkstänze und Fahnenschwingen gab es zudem auch von der Schlesischen Trachten- und Jugendgruppe Altvater/Rübezahl aus Iserlohn. Moderiert wurde das kulturelle Programm von Dr. Bärbel Beutner, Kulturreferentin der Landsmannschaft Ostpreußen, Landesgruppe Nordrhein-Westfalen.

Viele Gratulanten zum 70-jährigen Bestehen

Viele Gratulanten konnte Klaus-Arno Lemke zum 70-jährigen Bestehen der Landsmannschaft begrüßen. Sei es Kreisheimatpfleger Rolf Klostermann, Lidia Remisch von der Gemeinschaft der Deutschen aus Russland Iserlohn, die Kreisvorsitzende der Landsmannschaft Brigitta Gottmann oder auch Politiker Jörg Teckhaus, sie alle waren gekommen, um mitzufeiern.

Selbstverständlich ließen sich auch Iserlohns stellvertretender Bürgermeister Michael Scheffler und Hemers erster Bürger Michael Heilmann nicht nehmen, ein Grußwort zu sprechen. Beide fanden lobende Worte für das Engagement der Landsmannschaft und des Bundes der Vertriebenen. Dabei hob Scheffler den Begriff der Heimat besonders hervor. „Das Thema Vertreibung, das mit dem Tag der Heimat verbunden ist und auf das wir gemeinsam heute aufmerksam machen, ist kein Thema von gestern“, so Scheffler.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben