Urteil

Urteil wegen sexueller Nötigung bleibt bestehen

Die 3. große Strafkammer zu Hagen hat ein Urteil gefällt.

Die 3. große Strafkammer zu Hagen hat ein Urteil gefällt.

Foto: MERKEL, Cornelia

Hemer.  Ein 48-Jähriger war wegen der sexuellen Nötigung zweier Seniorinnen verurteilt worden, ging aber in Revision. Die Strafe wurde nicht verkürzt.

Es bleibt bei den fünf Jahren: Die 3. große Strafkammer des Landgerichts Hagen verurteilte einen 48-jährigen Angeklagten aus Hemer am Donnerstag wegen der sexuellen Nötigung einer bettlägerigen Patientin in der Paracelsus-Klinik und wegen eines weiteren sexuellen Übergriffs auf die Bewohnerin eines Seniorenheims.

Die erneute Verhandlung war vom Bundesgerichtshof (BGH) angeordnet worden, weil die Richter des BGH eine weitere Verurteilung wegen mehrerer Verstöße des Angeklagten gegen sogenannte „Weisungen der Führungsaufsicht“ für nicht hinreichend begründet ansahen. Daraufhin waren diese weniger schwerwiegenden Tatvorwürfe zu Beginn der Neuverhandlung schlicht und einfach eingestellt worden.

Keinerlei Anlass füreine Reduzierung

Die vom Bundesgerichtshof bestätigten Einzelstrafen wegen der beiden Sexualstraftaten in Hemer lagen allerdings bei vier Jahren und sechs Monaten sowie zwei Jahren und zwei Monaten. Auf diesem Hintergrund sah die 3. große Strafkammer bei der Neuverhandlung keinerlei Anlass zu einer Reduzierung der Gesamtstrafe von fünf Jahren. Diese sei „äußerst moderat“ ausgefallen und „absolut tat- und schuldangemessen“, erklärte der Vorsitzende Richter Andreas Behrens in seiner kurz und knapp gehaltenen Urteilsbegründung.

Auch die verhängte Unterbringung des Angeklagten in einer forensischen Klinik war vom Bundesgerichtshof bestätigt worden. Diese Anordnung blieb ebenfalls unverändert.

Verwunderung über den zweiten Verhandlungstag

Ist also nichts gewesen außer den gern zitierten und in diesem Fall erheblichen Spesen? Verteidiger Dr. Frank Nobis wunderte sich über die Anordnung eines zweiten Verhandlungstages – nur zur Sicherstellung, dass die Prozessbeteiligten kleinere Dokumente im Selbstleseverfahren zur Kenntnis nehmen konnten. Und der Rechtsanwalt wunderte sich auch über die in diesem Fall nur mühsam mahlenden Mühlen der Justiz, die keine Erledigung einer solchen Formalie auf dem Schriftwege erlauben – zumal in Zeiten von Corona.

Denn sein Mandant muss wegen der beiden Ausflüge von Herne ins Landgericht nach Hagen ab sofort zwei Wochen in Quarantäne. Erst danach darf er wieder Kontakt zu seinen Mitgefangenen und Mitpatienten in der Forensik in Herne haben. Zwei Wochen lang weder Arbeitstherapie, noch Sport bedeuten eine erhebliche Einschränkung der wenigen verbliebenen Zeitvertreibe in der „Geschlossenen“, so Dr. Frank Nobis.

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