Corona-Krise

Vorhang bleibt zu für das Seniorenangebot

Bernd Schwarz, Initiator des Seniorenkinos, muss aufgrund der Corona-Krise auf das Angebot für ältere Mitbürger verzichten. 

Bernd Schwarz, Initiator des Seniorenkinos, muss aufgrund der Corona-Krise auf das Angebot für ältere Mitbürger verzichten. 

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Für die Senioren der Stadt dauert der Weg in die Normalität länger.

Trotz anfänglicher Lockerungen der Kontaktsperre steht das Angebot für eine Personengruppe noch in besonders weiter Ferne: Veranstaltungen wie das Seniorenkino oder der Tanztee 50+ richten sich an die Risikogruppe, die durch Vorerkrankungen oder zu hohem Alter besonders durch das Coronavirus gefährdet sind. Um keine Menschenleben zu gefährden, sind der Stadt die Hände gebunden.

„Wir wollen aktiv das Leben der Senioren lebhaft gestalten. Aber vieles können wir nicht machen, weil wir die Menschen nicht in Gefahr bringen wollen“, erklärt Marijke Noisten, Seniorenberaterin der Stadt Hemer. Die normalerweise sehr geselligen Angebote für Senioren wie der Tanztee 50+, das Seniorenfrühstück oder Spielenachmittage müssen ausfallen. Marijke Noisten weiß, dass diese Veranstaltungen für die Senioren eine große Bedeutung haben.

Seit 13 Jahren gibtes das Kino für Ältere

Ähnlich sieht das auch Bernd Schwarz, der Initiator des Seniorenkinos. Nahezu 13 Jahre lang besteht das Angebot schon und lockt zwischen 70 und 90 Menschen ab 50 Jahren in das Jugend- und Kulturzentrum am Park – bisher nahezu ununterbrochen. Im Juni wäre die Autobiographie von Hape Kerkeling „Der Junge muss an die frische Luft“ über die Leinwand gelaufen. „Mir ist es wichtig, anspruchsvolle Filme zu zeigen“, erklärt Bernd Schwarz. Die Filme sind allerdings nicht der einzige Grund, warum das Angebot gut angenommen wird. Vor allem das gemeinsame Treffen, das gesellige Miteinander ist für die Teilnehmer wichtig. Jedes Mal gibt es Kaffee und Kuchen.

„Es ist eine nette Situation. Für die Besucher ist es immer wieder eine Freude, die Menschen zu treffen, die sie sonst nicht sehen würden“, beschreibt es Bernd Schwarz. Aufgrund der Corona-Gefahr findet die Veranstaltung aber nicht statt. Er vermutet, dass die Reihe bis zum Ende des Jahres ausfallen könnte.

Alles abhängig vonkünftigen Entwicklungen

Dies sei aber von zukünftigen Entwicklungen abhängig. „Wir können nicht 70 Senioren auf enger Fläche sitzen lassen“, sagt der Filmbegeisterte. Für die Zeit nach Corona hat er angekündigt, sich langsam von seiner Aktivität beim Seniorenkino zu verabschieden.

Auch bei den anderen Seniorenveranstaltungen der Stadt spielt Nähe eine Rolle. Bei den Spielenachmittagen sitzt man an einem Tisch zusammen, ein Tanztee mit 1,5 Metern Abstand ist ebenso kaum auszudenken.

Bei der Zwar-Gruppe (Zwischen Arbeit und Ruhestand) will die Stadt aber neue Wege möglich machen. Über einen Kommunikationsdienst sollen sich die Zwar-Mitglieder über Video vernetzen können. Für die anderen Angebote ist dieser Weg aber nicht möglich.

Ein weiteres Angebot der Stadt sind die Einzelfallhilfen. Bei Problemen wie Altersarmut oder Isolation besucht Marijke Noisten die Senioren, berät vor Ort oder vermittelt an andere Hilfsstellen. In Zeiten der Corona-Krise musste sie sich schon etwas einfallen lassen, um den Kontakt herstellen zu können. „Man trifft sich im Park an einer Bank oder vor dem Wohnhaus, damit der Abstand gewahrt wird“, erzählt sie. Auch ein Körbchen mit weitergereichten Briefen diente in einigen Fällen schon als Kommunikationsmittel.

Allgemein ist aber die Zahl der Einzelfallhilfen gesunken, was Marijke Noisten aber auch Sorgen bereitet. „Viele sind aufgrund der Corona-Krise verunsichert und halten ihre Probleme zurück“, erklärt die städtische Seniorenberaterin. Dieses zurücknehmende Verhalten führe allerdings dazu, dass sich irgendwann die Probleme vervielfältigen. Deswegen empfiehlt Marijke Noisten, sich bei Problemen im Alter bei der Seniorenberatung der Stadt Hemer unter 02372/551267 zu melden. Dort wird gemeinsam nach Lösungen gesucht

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