Literatur

„Wenn der Text fertig ist, habe ich eine Art Befreiungsgefühl!“

Rosa Ananitschev hat ihren "Offenen Brief" in einer Anthologie veröffentlicht. "Über Mut, über Leben - Vom Opfer zum Helden". 

Rosa Ananitschev hat ihren "Offenen Brief" in einer Anthologie veröffentlicht. "Über Mut, über Leben - Vom Opfer zum Helden". 

Foto: Carmen Ahlers / Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung

Hemer.  Rosa Ananitschevs Kurzgeschichte ist für die Anthologie „Über Mut - Über Leben: Vom Opfer zum Helden“ ausgewählt worden.

„Wenn ich schreibe, fühle ich mich gut, und ich habe das Gefühl, etwas Wichtiges zu tun“, sagt Rosa Ananitschev. Die 65-Jährige ist Mitarbeiterin der Stadtbücherei in Lüdenscheid, und da liegt die Liebe zur Literatur nahe. Auch sie selbst schreibt und ist Autorin, die bereits Bücher veröffentlicht hat. Jetzt freut sie sich wieder, dass eine Kurzgeschichte von ihr veröffentlicht wurde. Sie ist eine von 50 Autoren, deren Kurzgeschichte für die Anthologie „Über Mut - Über Leben: Vom Opfer zum Helden“ ausgewählt wurde. Europaweit folgten 230 Autoren dem Aufruf, Werke für ein sogenanntes „Spendenbuch“ einzusenden. 60 Prozent der Einnahmen spendet der Heppenheimer Q5 Verlag an drei gemeinnützige Vereine, die sich um Opfer von Gewalt in ihrer unterschiedlichsten Ausprägung kümmern. Eine vierköpfige Jury wählte schließlich die 50 besten Beiträge aus, und Rosa Ananitschev ist glücklich, dass ihr „Offener Brief“ dazugehört.

Traumatische Erlebnisse beim Schreiben verarbeitet

Als Kind musste die Hemeranerin sexuellen Missbrauch erleben. Seitdem leidet sie unter Depressionen. In ihrem Beitrag berichtet sie darüber, wie sie ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten konnte, was ihr half und heute noch hilft, der Krankheit entgegen zu wirken. Es ist ein Statement zu dem, wie sie lebt, was sie tut und warum sie öffentlich darüber schreibt.

Ein Opfer zu sein, das hat viele Facetten: Die reichen von Mobbing, Gewalt, Missbrauch, aber es geht auch um Krieg, Krankheiten und Sucht oder das Coming-out. Genauso gut gibt es Menschen, die Opfer ihrer selbst sind. Die Anthologie zeigt mit ergreifenden Geschichten die Heldenmomente und die Überwindung der Opferrolle. Ziel ist es, dass Betroffene über die Anthologie ins Gespräch kommen.

Rosa Ananitschev freut sich, dass sie ein Teil dieses Werkes ist. „Es ist meine Art, mit dem umzugehen was mich bedrückt. Wenn der Text fertig ist, habe ich eine Art Befreiungsgefühl“, sagt die Autorin. Sie hat bereits eigene Bücher mit den Titeln „In der sibirischen Kälte“ und „Andersrum“ veröffentlicht. Weitere Infos gibt es hier: www.rosa-andersrum.de.

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