Ehrenamt

ZWAR-Mitglieder wollen Verschwendung den Kampf ansagen

Die ZWAR-Mitglieder Klaus Loh, Frank Gausmann und Jürgen von der Heyde wollen in Hemer ein Repaircafe aufmachen und suchen nach Mitstreitern. 

Die ZWAR-Mitglieder Klaus Loh, Frank Gausmann und Jürgen von der Heyde wollen in Hemer ein Repaircafe aufmachen und suchen nach Mitstreitern. 

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Ein Repaircafé soll auch in Hemer eröffnet werden. Bisher fehlen aber noch Räumlichkeiten und Mitstreiter.

Wenn Technik nicht funktioniert, erhitzen sich die Gemüter. Meist ist ein kleines Einzelteil, was bei Kaffeemaschinen, Wasserkochern und Fernbedienungen seinen Geist aufgibt – und dann ist der ganze Apparat hin. Immer öfter landet das Gerät dann in den Müll und wird durch ein neues ersetzt. Diese Art von Verschwendung wollen Klaus Loh, Jürgen von der Heyde und Frank Gausmann verhindern. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, ein Repaircafé in Hemer zu eröffnen.

„60 Prozent der Gegenstände können repariert werden“, ist Klaus Loh sicher. Elektrogeräte, Nähmaschinen Rasenmäher – sie alle haben eine Chance auf ein verlängertes Technikleben. „Es wird viel zu viel weggeworfen“, beklagt er.

Vorbild für Hemer soll das Reparaturcafé in Balve werden

Ändern soll sich das in dem geplanten Repaircafé in Hemer. Ehrenamtliche sitzen dort gemütlich bei Kaffee und Kuchen zusammen und schrauben an verschiedenen Geräten oder nehmen sie mit nach Hause und bringen sie zurück. Die Idee ist nicht neu. Auch in Iserlohn und Balve gibt es dieses Modell schon. „Es hat uns gut gefallen, was wir da gesehen haben“, sagt Jürgen von der Heyde. Etwa einmal im Monat soll das Repaircafé in Hemer für ein paar Stunden aufmachen. „Die Zeiten sind aber nicht in Stein gemeißelt“, sagt Jürgen von der Heyde.

Allerdings fehlt den Ehrenamtlichen noch etwas, um die Idee in Hemer umzusetzen: Mitstreiter und eine Räumlichkeit. Die größte Hürde dürfte das zweitere sein. Damit das Repaircafé funktioniert, braucht es einen Raum, der gut erreichbar, möglichst barrierefrei und auch nicht zu klein sein sollte. „Das Reparaturcafé in Balve hat eigentlich fast einen perfekten Ort. Das ist in einem alten Edeka-Laden und bietet genügend Platz“, sagt Klaus Loh. Arbeitstische, Werkzeuge, viele Helfer – das alles benötigt Platz. „Es soll nicht popelig klein, sondern gemütlich sein“, wünscht sich Klaus Loh.

Dann wäre da noch die Sache mit den Mitstreitern. Klaus Loh, Jürgen von der Heyde und Frank Gausmann haben die Idee, ein Repaircafé in Hemer zu gründen, bei einem ZWAR-Treffen (Zwischen Arbeit und Ruhestand) entwickelt. Insgesamt acht Leute haben, so Loh, schon Interesse daran gezeigt, sich im Repaircafé zu engagieren.

Jürgen von der Heyde ist Elektromeister, Frank Gausmann ist Schlosser. Klaus Loh hat zwar beruflich keinen technischen Hintergrund, sagt aber: „Ich habe nahezu jedes nicht-elektrische Fahrrad schon auseinander gebaut und zusammengesetzt.“ Know-How ist also vorhanden. Das Team würde sich aber auch gerne einige andere Experten wünschen. „Ein Radio- oder Fernsehtechniker wäre noch super, oder jemand, der sich mit Computern oder Handys auskennt.“ Aber auch ohne besonderen technischen oder handwerklichen Hintergrund könne man sich melden. Helfende Hände sind immer gerne gesehen. „Wir brauchen zum Beispiel schlicht auch Leute, die Kaffee kochen oder Kuchen servieren“, erzählt Klaus Loh.

Reparatur gegen Spende für die laufenden Kosten

Wichtig ist den ehrenamtlichen Schraubern aber auch, dass sie nicht in Konkurrenz mit professionellen Reparaturservices treten wollen. „Es geht uns um die Sache.

Wenn eine Maschine andernfalls weggeworfen wird, soll sie lieber von uns repariert werden“, sagt er. Eine kleine Spende für ihre Arbeit würden sich die Ehrenamtlichen wohl wünschen.

Das Geld soll aber dafür verwendet werden, laufende Kosten zu decken oder um neue Werkzeuge anzuschaffen.

Wer auch Lust am Schrauben, Werkeln oder Tüfteln hat oder ansonsten beim Repaircafé mithelfen will, kann sich über die E-Mail-Adresse repariereshemer@hotmail.com melden. Eine andere Möglichkeit zum Kennenlernen bietet sich alle 14 Tage donnerstags beim ZWAR-Treffen im Jugend und Kulturzentrum (JuK). Das nächste Treffen ist am Donnerstag, 1. August, um 18 Uhr.

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