Gericht

19-Jährige Herdeckerin beim Diebstahl ertappt

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand - im Namen der Gerechtigkeit entschied nun der Jugendrichter die Angelegenheit der Herdeckerin.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand - im Namen der Gerechtigkeit entschied nun der Jugendrichter die Angelegenheit der Herdeckerin.

Foto: David-Wolfgang Ebener

Herdecke.  Ein Diebstahl und ein Joint brachten eine junge Herdeckerin ins Gericht. Dort stellte sie auf stur, als sie auf die Drogen angesprochen wurde.

Geklaute Lebensmittel und ein Joint brachten eine junge Frau aus Herdecke jetzt im Amtsgericht Wetter auf die Anklagebank. Dort wollte die 19-Jährige jedoch nur den Ladendiebstahl einräumen. Den Drogenbesitz stellte sie indes in Abrede und deklarierte das Ganze mehr oder weniger als dummen Zufall. Eine Chance erhielt sie am Ende dennoch.

Mit einem gesondert verfolgten Kumpel versuchte die 19-Jährige im September vergangenen Jahres ihr Glück in einem Herdecker Supermarkt. Sie steckte Eistee und andere Lebensmittel im Wert von insgesamt 7,59 Euro ein, während er Schmiere stand. Das Ganze war nicht von Erfolg gekrönt: Das Duo wurde auf frischer Tat ertappt. Darüber hinaus hielt sich die junge Frau am Abend des 22. September mit zwei Begleitern im Bereich der Friedrich-Harkort-Schule an der Ruhr auf und hatte gerade einen Joint in der Hand, als Security-Mitarbeiter auftauchten und sie kontrollierten.

Die Sache mit dem Diebstahl stimme, äußerte die 19-jährige Herdeckerin nun in der Verhandlung. Was die Drogen betraf, stellte sie allerdings auf stur: „Ich habe den Joint nur festgehalten, ich habe nicht daran gezogen. Ich habe nichts damit zu tun“, beteuerte sie und fügte hinzu, dass ihr der Kumpel den Joint kurz zuvor in die Hand gedrückt habe, weil er sich die Hose habe hochziehen wollen. Genau in diesem Moment seien dann die Security-Leute aufgetaucht. „Dumm gelaufen“, so ihr Kommentar

Süßlicher Geruch

Einer der Sicherheitsdienst-Mitarbeiter wurde gehört und erinnerte sich gut an die Situation. Sie hätten das Trio gesehen und süßlichen Geruch wahrgenommen. Einer der jungen Männer habe dem Mädchen die große „Zigarette“ in die Hand gedrückt. „Sie hat daran gezogen und dann versucht, den Joint hinter ihrem Rücken zu verstecken.“

Mit dieser Aussage konfrontiert, hatte die Herdeckerin nun noch eine Ergänzung zu ihrer Einlassung parat. In der einen Hand habe sie den Joint gehabt, in der anderen Hand die Zigarette, die ihr der andere Kumpel kurz zuvor gegeben habe. Und an dieser Zigarette habe sie gezogen.

Jugendrichter wird deutlich

In Anbetracht ihres bis dato leeren Strafregisters hatte Anklage und Gericht letztlich ein Einsehen. Das Verfahren wurde gegen Ableistung von 40 Sozialstunden binnen drei Monaten vorläufig eingestellt. Jugendrichter Janbernd Wessel wurde deutlich: „Wenn nur eine Stunde fehlt, sehen wir uns hier wieder.“ Die Angesprochene reagierte prompt und schwor, die Stunden zuverlässig abzuleisten. „Ich mache das. Ich habe ja bei meinem Bruder gesehen, wie das endet.“ Ein weises Vorhaben, denn besagter Bruder verbüßte bereits eine Haftstrafe.

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