Abschied

Abschied vom Evangelischen Kindergarten Volmarstein

Ute Garthe verlässt nach 36 Jahren den Evangelischen Kindergarten Volmarstein. Seit 1983 war sie dort Leiterin. Angefangen hat sie in der Pinguingruppe. Dort mögen die Kinder sie heute noch.

Foto: Susanne Schlenga

Ute Garthe verlässt nach 36 Jahren den Evangelischen Kindergarten Volmarstein. Seit 1983 war sie dort Leiterin. Angefangen hat sie in der Pinguingruppe. Dort mögen die Kinder sie heute noch. Foto: Susanne Schlenga

Volmarstein.   Die Leiterin des Ev. Kindergartens Volmarstein geht in den Ruhestand. Zum Abschied gibt es einen Gottesdienst, und sicher so manche Träne.

Als Ute Garthe in die Pinguingruppe kommt, wird sie sofort von den Kindern des Evangelischen Kindergartens Volmarstein umringt. Irgendwann steht sie dann da, hat ein Kind auf dem Arm und drei weiteren kuscheln sich an die Einrichtungsleiterin. Ein Gefühl, auf das die 63-Jährige bald verzichten muss. Denn nach 36 Jahren Kindergarten steht für sie der Ruhestand an. Wo manch anderer mit einem lachenden und einem weinenden Auge geht, fließen bei Ute Garthe die Tränen aus beiden Augen. „Hier stimmte einfach alles“, sagt sie im Rückblick. „Das Personal, der Träger, die Eltern und vor allem die Kinder.“

Absoluter Traumberuf

Die haben bei Ute Garthe immer im Mittelpunkt gestanden. Dabei hatte sie als junges Mädchen einen ganz anderen Traumberuf. Krankengymnastin wollte sie werden, doch für diese Ausbildung war sie nach der Schule noch zu jung. Es kam ein eigenes Kind und der Gedanke, für die Ausbildung die Stadt zu verlassen, war passé. Ein Glück, denn mit der Erzieherinnen-Laufbahn hat Ute Garthe ihren „absoluten Traumberuf“ gefunden.

Im Dorf leben und arbeiten

Dass es nach so vielen Jahren nun schwerfällt zu gehen, liegt nicht nur daran, dass Ute Garthe mit Leidenschaft Erzieherin und Leiterin des Kindergartens war und bis zum Sonntag noch ist. Für die Volmar­steinerin war es auch die Verbindung, im Dorf zu leben und zu arbeiten, die sie genossen hat. „Ich habe nach Feierabend nicht einfach abgeschlossen“, sagt sie. Ute Garthe war auch, wenn sie privat im Dorf unterwegs war, Frau Garthe aus der Kita. Und das für Kinder, die längst erwachsen geworden sind. „Zu unseren Festen kommen regelmäßig auch 14- oder 15-Jährige, die ihrer Kita-Leiterin noch einmal Hallo sagen wollen“, bestätigt Pfarrer Martin Streppel, der gerade einmal auf 15 Jahre Zusammenarbeit mit Ute Garthe zurückblicken kann, aber weiß, dass die Pädagogin „tief verwurzelt ist und einen großen Rückhalt über Generationen hat.“

Viele Veränderungen

36 Jahre Kinderbetreuung, da hat sich vieles gewandelt. Als Ute Garthe ihre Stelle in der Pinguingruppe angetreten hat, wurden die Kinder vor dem Mittagessen abgeholt, und längst nicht alle kamen am Nachmittag wieder. Heute wird in der Kita gemeinsam gegessen, die Öffnungszeiten sind morgens und abends länger, die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren und integrative Erziehung sind selbstverständlich. All diese Entwicklungen hat Ute Garthe mit ihrem Team positiv begleitet. Nur bei einer Entwicklung kann man leise Kritik heraushören, wenn man der Kita-Leiterin zuhört: die Dokumentationsarbeit, die viele Stunden im Büro fordert. Stunden, die Ute Garthe immer lieber mit den Kindern verbringen würde. Und im direkten Austausch mit den Familien. Denn in der Kita an der Hegestraße ist es Prinzip, dass alle gemeinsam für eine gute Kindheit und eine gelungene frühkindliche Bildung zuständig sind. „Uta Garthe hat immer versucht, alle zusammenzubringen“, sagt Martin Streppel. Und die Kita-Leiterin erklärt, dass der Kindergarten ein Ort sein muss, den auch die Eltern wertschätzen. „Sonst fühlen sich die Kinder hier nicht wohl.“

Zweite Heimat im Emsland

Und nun? „Erst einmal runterkommen“, sagt Ute Garthe und weiß, dass das auch heißt, Abschiedstränen zu trocknen. Doch sie weiß, dass sie den Kontakt zu den Kindern und Kollegen nicht verlieren wird. Auch wenn sie nicht mehr alle Tage im Dorf verbringen wird. Die zweite Heimat im Emsland, die sie sich mit ihrem Mann geschaffen hat, soll nicht mehr nur Arbeit, sondern auch Genießen sein.

Gottesdienst und Empfang

  • Am Sonntag, 17. September, gibt es um 10 Uhr einen Familiengottesdienst zum Abschied von Ute Garthe in der Dorfkirche.
  • Anschließend steht ein Empfang im Gemeindehaus an.
  • Die Leitung des Ev. Kindergartens Volmarstein übernimmt ab 1. Oktober die stellvertretende Leiterin Dagmar Sarasa.

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