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Post-Ärger: Briefkästen im „Promi-Viertel“ nicht beschriftet

Postzustellung mit dem Rad. Jahrelang lief es am Unteren Ahlenbergweg reibungslos. Jetzt berichten Anwohner von Problemen. Die Post hat inzwischen eine Lösung gefunden, doch mahnt sie auch an, dass eine Beschriftungs der Briefkästen hilfreich wäre.

Postzustellung mit dem Rad. Jahrelang lief es am Unteren Ahlenbergweg reibungslos. Jetzt berichten Anwohner von Problemen. Die Post hat inzwischen eine Lösung gefunden, doch mahnt sie auch an, dass eine Beschriftungs der Briefkästen hilfreich wäre.

Foto: WP

Ende.   In dem „Promi-Viertel“ Ahlenberg seien die Briefkästen zum Teil nicht beschriftet. Unkundige Briefträger wissen nicht, wer wo wohnt.

Manche lernen die Bedeutung einer zuverlässigen Briefzustellung erst zu schätzen, wenn mal ein wichtiges Schreiben oder eine sofort zu begleichende Rechnung verspätet eintrifft. Moderat klingt die Kritik, die nun zwei Anwohner vom Unteren Ahlenbergweg der Redaktion mitteilten. Bei ihnen in der Straße habe lange Zeit die Zustellung der Post problemlos funktioniert, doch seit einigen Wochen hapert es. „Bis Mitte November war alles gut, dann wurde es vor allem im Februar schlechter, jetzt im März war es teilweise extrem schlecht“, sagt ein Herdecker mit Blick auf die Zuverlässigkeit der postalischen Zustellung. Für die sorgte über einen langen Zeitraum eine Beamtin auf dem Fahrrad.

Doch dann fiel die Briefträgerin krankheitsbedingt aus, ihr Nachfolger ist seither mit einem Auto und zu Fuß unterwegs. „Immer wieder erhielten wir nur vereinzelt Post, in einer März-Woche kamen Briefe nur am Mittwoch und Samstag. Und das auch noch sehr spät, einmal um 17.30 Uhr“, berichtet der Ahlenberg-Anwohner.

Briefkasten quoll über

Noch eine Unannehmlichkeit: Da die Deutsche Post dann große Mengen ausliefern musste, quoll der Briefkasten über. In der darüber liegenden Zeitungsröhre landete daher zum Beispiel ein Verrechnungsscheck, der – theoretisch – für jedermann greifbar gewesen wäre. „Ich habe vor einigen Tagen den Boten auf all das angesprochen, bekam aber keine klare Aussage“, so der Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will und von ähnlichen Problem in seiner Nachbarschaft berichtet.

Ein weiterer Anwohner vom Unteren Ahlenbergweg bestätigt im Gespräch mit der Redaktion die unzuverlässige Zustellung. Beide hätten sich auch bemüht, das Problem der Deutschen Post mitzuteilen. „Das ist aber gar nicht so einfach, da mal den richtigen Ansprechpartner zu finden“, berichten die beiden Herdecker, für die wegen der Ungenauigkeiten die Welt aber nicht dem Untergang geweiht sei. Gleichwohl hat auch die Pressestelle der Post in Frankfurt nach Rückfragen bei den Regionalverantwortlichen erfahren, dass es im besagten Bezirk im Herdecker Stadtteil Ende Beschwerden von zwei Leuten gegeben habe. Und das immer wieder. Alexander Böhm, zuständiger Sprecher von der Deutschen Post/DHL-Group für diese Gegend, bestätigt zudem die Erkrankung der bewährten Zustellerin. Ein Problem: Deren Vertreter seien vielleicht nicht ganz so flott unterwegs. Das viel größere Problem: In dem „Promi-Viertel“ Ahlenberg seien die Briefkästen zum Teil nicht beschriftet. Im Gegensatz zu Zustellern mit langjähriger Erfahrung und Kenntnis können Unkundige also zum Teil bei fehlender Namensangabe oder nicht vorhandener Hausnummer gar nicht wissen, wer wo wohnt.

„Die Vertretungen erhalten nun aber eine extra angefertigte Liste mit den entsprechenden Namen und Daten“, erklärt Böhm. Er weist den Vorwurf zurück, dass die Post nicht täglich Briefe und anderes zustelle. „Das geschieht täglich sechs Mal in der Woche. Die Mitarbeiter sind fünf Tage im Dienst, mit entsprechender Planung wird der eine Tag dann von jemand anderem übernommen“, so der Post-Sprecher. Montags sei in der Regel wenig zuzustellen, „da können Bezirke schon mal einen anderen Zuschnitt haben, dass also ein drittes Gebiet zu zwei anderen hinzukommt.“

Arbeitszeiten als Problem

Vor diesem Hintergrund oder angesichts von Urlaubs- bzw. Krankheits-Vertretungen lasse sich auch erklären, wieso die Zustellung später als zu „normalen“ Zeiten erfolge. Böhm: „Die Postboten sollen stets die gleiche Route nehmen, dürfen aber nicht länger als zehn Stunden und 45 Minuten im Dienst sein. So kann es schon mal passieren, dass sie ihren Weg erst einen Tag später fortsetzen.“

Für die Situation am Unteren Ahlenbergweg möchte sich der Post-Sprecher entschuldigen – allerdings anmerken, dass die Boten ihre zugewiesenen Sendungen zweifelsfrei zustellen müssen und daher Beschriftungen an Briefkästen sehr hilfreich seien. Ansonsten soll für den Straßenzug oberhalb des Herdecker Bachs gelten: Problem erkannt, Problem gebannt.

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