Soziales

Amaraaba aus Wetter kämpft in Ghana gegen Corona

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Der Verein hat im Kampf gegen das Corona-Virus in Ghana eine Aktion organisiert. Er verteilt Wassereimer und Seife an die Menschen und klärt sie darüber hinaus über das Virus auf. Außerdem gibt es ein Spendenaktion dazu: einen Online-Basar mit Schätzen aus Ghana!

Der Verein hat im Kampf gegen das Corona-Virus in Ghana eine Aktion organisiert. Er verteilt Wassereimer und Seife an die Menschen und klärt sie darüber hinaus über das Virus auf. Außerdem gibt es ein Spendenaktion dazu: einen Online-Basar mit Schätzen aus Ghana!

Foto: Amaraaba

Wetter.  Notwendige Hygienemaßnahmen in Bezug auf das Corona-Virus sind in Deutschland längst bekannt. In Ghana fehlt es oft an Aufklärung.

Neben anderen laufenden Projekten möchte der Verein Amaraaba-Ghana e.V. aus Wetter möglichst schnell und gezielt handeln, um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus in Ghana/Tamale zu verhindern. „In den Städten ist der Großteil der Bevölkerung bereits weitestgehend informiert, in den abgeschotteten Dörfern, wo es keine Fernseher oder Radios gibt, sieht es allerdings ganz anders aus“, wissen Vereinsvorsitzende Katharina Gerlach und ihr Mann Latif Ibrahim.

Mithilfe von geschulten Mitarbeitern möchte der Verein die Menschen über die notwendigen Hygienemaßnahmen aufklären. Vor allem das richtige Händewaschen und soziale Distanz seien ganz wichtige Themen, die den Menschen in Ghana näher gebracht und verständlich gemacht werden müssen. Spezielle Eimer, die mit einem Wasserhahn ausgestattet sind, sollen es den Menschen in den Dörfern ermöglichen, mit sauberem, fließendem Wasser und Seife ihre Hände zu waschen.

Eimer kostet 25 Euro

Die Menschen dort versorgten sich mit Wasser aus einzelnen Brunnen. Ein solcher Eimer mit Wasserhahn koste etwa 25 Euro inklusive der notwendigen Seife. „Wir freuen uns über jede Unterstützung bei dieser Aktion“, motiviert Katharina Gerlach und appelliert, trotz der eigenen besorgniserregenden Situation nicht die Menschen in Afrika zu vergessen.

Außerdem hat sich der Verein Amaraaba-Ghana e.V. noch eine besondere Aktion aufgrund der aktuellen Entwicklungen mit dem Corona-Virus und der Absage vieler Veranstaltungen ausgedacht: einen digitalen Basar unter dem Motto: „Handgemachtes aus Ghana – unser erster digitaler Basar!“ „Da leider in nächster Zukunft alle Märkte und Veranstaltungen ausfallen, möchten wir unsere aus Ghana mitgebrachten Schätze auf diesem Weg gegen eine Spende anbieten“, berichtet Katharina Gerlach.

Darunter befinden sich Babylätzchen, Schürzen, Beutel, kleine Taschen und Etuis, Holzelefanten, Flaschenöffner und Schlüsselanhänger in verschiedenen Formen sowie Haarbänder und Bleistifte. Die angebotenen Artikel befinden sich auf der Homepage des Vereins unter www.Amaraaba-ghana.de. Die angegebenen Preise dienen laut Gerlach nur zur Orientierung, da die Händlerinnen und Händler in Ghana bezahlt wurden. Letztlich bestimmten die Interessenten den Betrag, den sie spenden möchten. „Auch diese Spenden fließen in das Projekt zur Eindämmung des Coronavirus in Tamale“, erklärt die Vereinsvorsitzende.

So verlief das vergangene Jahr

Wie erfolgreich der Verein Amaraaba Ghana ist, zeigt die Bilanz des vergangenen Jahres. „Gemeinsam mit den vielen Helferinnen und Helfern und Dank zahlreicher Spenden und Aktionen haben wir im vergangenen Jahr viel in Ghana erreicht“, freut sich Katharina Gerlach und blickt auf insgesamt sechs große Projekte in Ghana und zahlreichen Patenschaften zurück.

Besonders während der Zeit vor Ort in Ghana haben Katharina Gerlach und ihr Mann Latif Ibrahim viel geschafft und neue Projekte begonnen sowie bereits realisierte Projekte besucht und sich über tolle Entwicklungen gefreut. „Highlight in diesem Jahr war sicherlich der Bau unserer Schule im Dorf Kochim und die damit zusammenhängende Schulbankaktion“, erinnert sich Katharina Gerlach. Aber auch das Errichten zweier Wasserstellen, die Eröffnung eines Spielplatzes, die Kooperation mit Little Sun (Solarlampen „Wir bringen Licht nach Ghana“) und der Gewinn vieler neuer Patenschaften sollen nicht unerwähnt bleiben.

Zum Ende des Jahres 2019 zählte der Verein 29 Patenschaften, wobei es aktuell schon 37 seien. Die Patenschaften sind ein Erfolg, auf den der Verein unglaublich stolz ist. Vor allem nach dem veröffentlichten Zeitungsbericht über den Erfolg mit dem ersten Patenkind Muftawu bekommt der Verein regelmäßig neue Anfragen, sodass nach und nach immer mehr Kinder und Familien mit dem Schulgeld unterstützt werden können. Auch das Projekt „Health Card“ war einzigartig im vergangenen Jahr.

170 Kinder sind versichert

Bereits 170 Kinder des Dorfes Kochim wurden laut Gerlach mit einer Krankenversicherung ausgestattet, und auch das Dorf Nyarizegu mit etwa 180 Kinder sowie Vogu mit etwa 50 Kindern sind zukünftig krankenversichert und erhalten bei Bedarf eine vernünftige medizinische Versorgung.

Insgesamt hat der Verein im Jahr 2019 für die sechs großen Projekte Spenden in Höhe von etwa 31.000 Euro, davon entfallen etwa 10.000 Euro auf die Patenschaften und 3.750 Euro auf die „Health Card“-Aktion akquirieren können.

„Mit den Spenden in Höhe von 31.000 Euro zählen wir mehr als das Doppelte im Vergleich zum letzten Jahr“, ist Katharina Gerlach überwältigt von der Spendenbereitschaft. Der Verein blickt ebenfalls auf viele Aktionen zurück, die in Deutschland realisiert wurden, wie die Teilnahme an der Herdecker Maiwoche, am Erntedankfest in der Christuskirche und das Veranstalten der alljährlichen Weihnachtsbaumaktion.

Viele Anlass-Spenden

„Besonders glücklich sind wir darüber, dass immer häufiger Menschen von sich aus auf uns zukommen und Anlässe wie beispielsweise Geburtstage oder Hochzeiten nutzen, um Spenden für uns zu sammeln“, freut sich Katharina Gerlach, durch die zahlreichen Aktionen und Zeitungsberichte immer mehr Kontakte zu knüpfen, mit vielen interessierten Menschen ins Gespräch zu kommen und als Verein bekannter zu werden. „Wir bedanken uns bei allen von Herzen, die uns bei unserer Arbeit unterstützen und es möglich machen, dass wir so viel für ‘unsere Kinder’ in Ghana tun können“, so Katharina Gerlach.

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