Verfahren ohne Folgen

Angeklagter kommt mit Schrecken davon

Das Verfahren wegen Betrugs war schnell verhandelt.

Das Verfahren wegen Betrugs war schnell verhandelt.

Foto: Michael Kleinrensing

Amtsgericht verhandelt wegen Betrugs. Angeklagter kann glaubhaft machen, dass er unabsichtlich handelte.

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Herdecke/Wetter. Nach monatelanger Arbeitslosigkeit fand ein Herdecker (49) endlich wieder einen Job. Der Arbeitsagentur teilte er das aber nicht mit. So bezog er Unterstützung, die ihm nicht mehr zustand. Das Versäumnis bescherte ihm ein Verfahren wegen Betrugs. Vor dem hiesigen Amtsgericht erklärte bis dato völlig unbescholtene Mann nun, wie es dazu kommen konnte.

Für den Monat Mai erhielt der Herdecker im vergangenen Jahr rund 650 Euro Arbeitslosengeld zu Unrecht. Als die Überzahlung ans Licht kam und damit auch der Betrugsvorwurf im Raum stand, erhielt der 49-Jährige nicht nur vom Amt Post der unangenehmen Sorte. Ihm wurde ein Strafbefehl zugestellt. Er sollte, so der Inhalt, 20 Tagessätze a 35 Euro Geldstrafe bezahlen - und legte Einspruch ein.

„Betrug ist nicht mein Ding“

Nun befasste sich das Amtsgericht Wetter mit seinem Fall. Und der Herdecker beteuerte gleich nach Verlesung der Anklageschrift: „Es war nicht meine Absicht, einen Betrug zu begehen. Betrug ist nicht mein Ding.“ Er habe wirklich niemanden schädigen wollen. Es habe sich schlichtweg um ein Versäumnis gehandelt. Er sei leider so naiv gewesen, zu denken, dass ihn sein neuer Arbeitgeber abmelde.

Auch habe er geglaubt, dass ihm die Unterstützung für Mai noch zustehe. Natürlich habe er das Geld bereits zurückgezahlt.

Leeres Strafregister

Diese Erstattung, das komplett leere Strafregister, der positive Eindruck im Prozess und die Tatsache, dass es sicherlich keine Wiederholung geben wird, stimmten die Anklagevertreterin und den Richter milde. Das Verfahren wurde ohne Auflagen eingestellt.

Richter Dr. Johannes Kuhn brachte es am Ende auf den Punkt: „Sie wirken wirklich nicht wie Jemand, der über Leichen geht.“

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