Jobcenter

Arbeitsmarkt-Entwicklung in Herdecke besser als im EN-Kreis

Steffen Louis leitet seit Dezember die zusammengelegte Regionalstelle Witten/Wetter/Herdecke. Das Jobcenter EN sei mit der Arbeitsmarktentwicklung im gesamten Kreis zufrieden, besonders mit jener in Herdecke, sagt er.

Steffen Louis leitet seit Dezember die zusammengelegte Regionalstelle Witten/Wetter/Herdecke. Das Jobcenter EN sei mit der Arbeitsmarktentwicklung im gesamten Kreis zufrieden, besonders mit jener in Herdecke, sagt er.

Foto: EN-Kreis

Herdecke.   In Herdecke berichtet Steffen Louis als Leiter des regionalen Jobcenters von guten Zahlen vom Arbeitsmarkt. Viele Stellen mit Erfolg vermittelt.

Seit einiger Zeit kommen gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt. Diese erfreulichen Entwicklungen bestätigte nun auch Steffen Louis vom Jobcenter EN, der die zum 1. Dezember 2018 zusammengelegte Regionalstelle Witten/Wetter/Herdecke seither leitet. „Wir wollen im Ennepe-Ruhr-Kreis die bis dato kleinteilige Organisation schrittweise vergrößern und setzen auf zwei Säulen, jene in Witten und dazu ein neues Dienstgebäude für den Südkreis.“ Die Standorte in Wetter (Bismarckstraße 7) und am Kirchplatz 8 in Herdecke bleiben erhalten, übergreifend läuft für diese beiden Städte seit einigen Monaten alles in Witten zusammen.

Beim Blick auf die Herdecker Statistik berichtete Louis von einem Rückgang der Arbeitslosen-Zahlen: Waren es im April 2018 noch 550 (343 nach SGB II, also Hartz-IV-Empfänger), sind es zwölf Monate später 488 bzw. 281. Im Berichtsfeld SGB II waren es somit rund 18 Prozent weniger. Konstant blieb demnach die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, nach 637 im Januar 2018 waren es ein Jahr später 632. „In Herdecke ist der Anteil an Leistungsempfängern ohnehin gering bei 2,79 Prozent, in Witten ist der Wert mit rund fünf Prozent höher“, erklärte Louis.

Insgesamt sei die Tendenz „sehr erfreulich, da viele durch verschiedene Maßnahmen wieder eine Stelle gefunden haben.“ Erfolge lassen sich auch bei den Vermittlungen feststellen. Im gesamten Jahr 2017 konnte das Jobcenter 235 Herdecker in den ersten Arbeitsmarkt integrieren, 2018 stieg der Wert um 28 Prozent auf 301 und lag damit deutlich über jenem des Kreises (3,7 %). Louis lobte in diesem Zusammenhang die Bemühungen der Integrationscoaches, wobei die generelle Entwicklung auch dazu beigetragen habe.

Vermittlung von Flüchtlingen

Seit 2015 beschäftigen sich auch hiesige Regionalstellen mit Flüchtlingen. In Herdecke lag die dazugehörige Quote von erwerbstätigen Migranten mit 24,7 Prozent erfreulich hoch (Witten 16 %). „Vor drei Jahren hätten Sie vor mir keine gute Prognose gehört, zum Beispiel wegen des Spracherwerbs und Qualifikationen“, sagte der Regionalstellenleiter nun im Sozialausschuss. Im Januar 2019 hatten 207 in Herdecke gemeldete Flüchtlinge eine Stelle, bekamen 2018 einen sozialversicherungspflichtigen Job (im Jahr zuvor waren es 19). Da sich mittlerweile viele verständigen können, drängen weitere Migranten in den Arbeitsmarkt. „Die sind oft sehr motiviert. Gleichwohl gibt es da weiterhin Sorgenkinder“, so Steffen Louis.

Er plädierte auch für ein einheitliches Anerkennungsverfahren in allen Bundesländern. Es könne nicht sein, dass zum Beispiel Ärzte in Nordrhein-Westfalen kompliziertere Standards erfüllen müssten als etwa in Niedersachsen.

Neue Programme bringen Erfolge

Grundsätzlich arbeite das hiesige Jobcenter den Angaben zufolge intensiv an neuen Programmen, um mehr Leuten neue Beschäftigungen anzubieten. „Das lief in den letzten fünf Monaten sehr erfolgreich, da konnten wir 138 Stellen besetzen. Die Kommunen und andere sitzen da schon mit im Boot, verstärkt werben wollen wir weiter bei privaten Arbeitgebern.“ Das hänge von bestimmten Branchen und dem Qualifizierungsniveau ab, erfreulich seien aber die Rückmeldungen der Betroffenen, die zum Teil auch als schwer vermittelbar gelten. „Auch die Zeitarbeit spielt für uns dabei eine große Rolle“, sagte Louis. „Die wird ja teilweise verteufelt. Aber wir sehen darin auch Chancen, denn die Übernahme-Quote ist recht hoch.“

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