Herdecke. Bürgermeisterin und Rat würdigen Jochen Plaßmann für seine zahlreichen Verdienste als Vorstand der Dörken-Stiftung und FDP-Fraktionsvorsitzender.

Ehrungen von Einzelpersonen gehören zu den hervorstechenden Ereignissen in Herdecke. Daher sprach Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster auch von einem besonderen Moment, als sie nun in der Ratssitzung Dr. Jochen Plaßmann den Ehrenring der Stadt überreichte. Die zehnte Auszeichnung dieser Art sorgte - wie zuvor auch schon beim Heimatpreis für Willi Creutzenberg - für eine Menge Gratulanten. Für die zahlreichen Geschenke (meist in flüssiger Form) von den Fraktionen benötigte das Duo Tragehilfen.

Zum Wohl der Stadt Herdecke

Plaßmann erhielt eine neue und eigens angepasste Version des Ehrenrings, laut Urkunden-Text gehe es um überragende Verdienste zum Wohle Herdeckes. Sein „großartiges Engagement und sein langjähriges ehrenamtliches Wirken im heimischen Raum“ führten demnach zu dieser verdienten Auszeichnung, zumal er sich dabei „in einem besonderen Maße“ für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger eingesetzt habe, so die Bürgermeisterin.

36 Jahre an der Spitze der Dörken-Stiftung

Seit der Gründung der hiesigen Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung 1987 war Dr. Plaßmann deren ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender. Bis zu seinem Rückzug im Mai 2023 entwickelte sich diese Einrichtung zu einem der bedeutendsten Förderer von Kunst und Kultur im heimischen Raum. Von 1999 bis 2015 gehörte er als FDP-Fraktionsvorsitzender dem Herdecker Rat an. „Von der Politik wurden Ihre Persönlichkeit und Ihr Sachverstand während dieser Zeit stets geschätzt“, so Strauss-Köster.

Lob für Creutzenberg

In seiner Dankesrede lobte der Geehrte zunächst Willi Creutzenberg (der wiederum in seinem Beitrag neben kritischen Bemerkungen um Unterstützung sowie neue Mitstreiter im Heimat- und Verkehrsverein warb), ehe Plaßmann dann seine Auszeichnung relativierte. „Ich freue mich über die Ehrung. Bei dieser dürfte aber eher die Funktion als die Person von Bedeutung sein.“ Sein Ehrenamt und Engagement habe sich „im Rahmen des Normalen“ bewegt, daher nehme er den Ring im Namen der Stiftung und deren Gründer Werner Richard an.

Viele profitieren von Zuwendungen

Die Dörken-Stiftung wollte stets agieren und nicht reagieren, so der Geehrte. Plaßmann listete dann auf, dass viele Herdecker Vereine oder Gruppen viel Geld und Unterstützung von dieser Einrichtung erhalten haben. Sportklubs, Kirchengemeinden, sozial Engagierte oder auch städtische Einrichtungen wie die Musikschule oder die Flüchtlingshilfe bekamen Zuwendungen. „Die Mittel wollten wir möglichst immer hier und im näheren Umfeld zur Verfügung stellen“, so Plaßmann, der in dieser Hinsicht den Arbeitsaufwand betonte. Mit Blick auf das überreichte Schmuckkästchen sagte er: „Ich werde den Ring stets in Ehren halten, nach meinem Tod geht er an die Stiftung.“

Rückblick

Mit dem Ehrenring der Stadt Herdecke wurden, so heißt es aus der Pressestelle, bislang neun Personen ausgezeichnet. Zuletzt erhielt Carl-August Thomashoff diesen am 12. Oktober 2017 für seine überragenden Verdienste um die Stadt und ihre Bürgerschaft. Er setze sich in besonderem Maße für das Wohl der Stadt ein und wendete viel Zeit, Kraft und Energie auf, um der Ratstätigkeit verantwortungsvoll nachzugehen.

Auch Uli Schmidt und Hugo Knauer ausgezeichnet

Ulrich Schmidt aus Wetter wurde am 17. August 2006 aufgrund seiner politischen Gestaltungskraft und seiner Verdienste für die Stadt Herdecke mit dem Ehrenring ausgezeichnet. Am 11. Dezember 2003 wurde Hugo Knauer als ehemaliger Bürgermeister diese besondere Ehre zuteil. 33 Jahre lang bekleidete er das Amt des Bürgermeisters und setzte sich für drei Stützpfeiler der Eigenständigkeit Herdeckes ein: ein Krankenhaus, ein Gymnasium und ein Kaufhaus. Zudem lag ihm die Entwicklung von Gewerbegebieten, die Bebauung des Nackens und Westende sowie der Bau der Umgehungsstraße sehr am Herzen.

Ehrung für Feuerwehr-Chef und Gastronom

Stadtbrandmeister Albert Jungheim (lange Zeit auch Wirt im Haus Pfingsten) wurde am 22. Februar 1986 mit dem Ehrenring aufgrund von überragenden Verdiensten um die Stadt und ihre Bürgerschaft ausgezeichnet. Am 16. März 1976 erhielt Werner Kluge die Auszeichnung. Er kam als Vertriebener nach Herdecke und war seit seiner Ankunft politisch aktiv, saß Jahre später auch im Rat der Stadt Herdecke. Werner Kluge gründete u.a. die Herdecker Ortsgruppe des „Bundes der Vertriebenen“.

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1973 erhielt der ehemalige Stadtdirektor Walter Schwier den Ehrenring für seine Verdienste für die Stadt Herdecke. Schwier war u.a. Wegbereiter für das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke und vertrat von 1966 bis 1975 den Wahlkreis Ennepe-Ruhr-Kreis II im Landtag von Nordrhein-Westfalen. 1970 erhielten gleich drei Personen der Ehrenring, die sich ebenfalls stark gemacht haben für Herdecke: der ehemalige Bürgermeister Otto Hellmuth (zugleich Ratsmitglied), Feuerwehrhauptmann Karl Pötter sowie Johannes Ruße, Finanzbeamter, Ratsmitglied und Mitbegründer der CDU. Ruße wurde zudem 1967 das Bundesverdienstkreuz verliehen.