Brückenbau

Auffahrt zur A1 Richtung Bremen wird in Volmarstein gesperrt

Die A1-Auffahrt in Volmarstein Richtung Süden (A43/Düsseldorf) bleibt erhalten, in nördlicher Richtung soll die dreieinhalb Jahre gesperrt werden.

Foto: Klaus Görzel

Die A1-Auffahrt in Volmarstein Richtung Süden (A43/Düsseldorf) bleibt erhalten, in nördlicher Richtung soll die dreieinhalb Jahre gesperrt werden. Foto: Klaus Görzel

Volmarstein.   Aus Sicherheitsgründen soll ab Ende Oktober auf der A1 die Auffahrt in Richtung Bremen dreieinhalb Jahre gesperrt werden, das sorgt für Proteste.

Schon länger ist bekannt, dass auf der A1 in diesen Tagen ein Neubau der Talbrücke Volmarstein ansteht. Jetzt sorgt eine Nachricht der zuständigen Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau (Deges) für Ärger: Ab Ende Oktober soll die Autobahn-Auffahrt in Richtung Bremen an der Anschlussstelle 89 für dreieinhalb Jahre gesperrt werden.

Während davon die anderen drei A1-Zuwege in Volmarstein nicht betroffen sind, müssen vor allem Lkw-Fahrer mit nördlich gelegenem Ziel einen ca. 22 Kilometer langen Umweg einplanen: Da Straßen-NRW die benachbarte Gevelsberger Anschlussstelle 90 wegen des Brückenneubaus an der Eichholzstraße immer wieder mal voll sperren wird, führt die Umleitung über das Kreuz Wuppertal-Nord. Das sorgt schon jetzt für Proteste.

170 Schreiben verschickt

Die Stadt schickte 170 Briefe an Betriebe aus dem Umkreis der drei Gewerbegebiete Schöllinger Feld, Am Nielande und Schmandbruch, „Ich bedaure sehr, dass durch diese Brückenarbeiten große tägliche Umwege entstehen und es damit zu Belastungen im Produktionsablauf Ihrer Unternehmen kommt“, so Bürgermeister Frank Hasenberg, der frühzeitig auf die Maßnahme hinweisen will und die Kontaktaufnahme mit Lieferanten anregt.

Die Stadtverwaltung sucht aber nach Lösungen, um die Sperrung zu verhindern oder die Auswirkungen zu reduzieren. „Wir haben uns mit diversen Schreiben an die Landespolitik, die Bezirksregierung und den Bauträger gewendet“, teilt Hasenberg mit, zumal durch den Neubau der Obergrabenbrücke die Verkehrssituation in Wetter ohnehin schon angespannt sei. Das wisse auch das Verkehrsministerium. Zudem kommt Kritik aus Hagen.

Mit Nachdruck, so heißt es aus dem Rathaus, fordert die Verwaltung andere Lösungen. Dazu nimmt der Bauträger Stellung: Am Mittwoch, 6. September, gibt es ab 17 Uhr im Umwelt- und Verkehrsausschuss (Veranstaltungszentrum Sparkasse) zu Beginn der Sitzung einen Sachstandsbericht der Deges zu dem Vorhaben. Bürgermeister Hasenberg warnt im Vorfeld aber vor überzogenen Erwartungen: „Bisher sieht es danach aus, dass diese Maßnahme unabweisbar ist“, heißt es in dem Schreiben an die Firmen. Die Stadtverwaltung will nach eigenen Angaben aber zügig Informationen weiterleiten und „weiterhin alle Möglichkeiten ausschöpfen, eine positive Lösung im Sinne unserer heimischen Unternehmen zu finden.“

Die Auffahrts-Sperrung dient, so ein Deges-Sprecher auf Anfrage, der Sicherheit. „Während der Bauzeit stehen statt sechs nur vier Fahrbahnen zur Verfügung. Wenn sich dann in die verengten Spuren noch Verkehr einfädeln muss, sorgt das für ein erhöhtes Stau- und Unfallrisiko – das wollen wir vermeiden.“

Die Brücke besteht aus zwei Überbauten, den ersten Teil will die Deges ab Frühjahr 2018 abbrechen und dann die gesamte Maßnahme bis Ende 2020 fertig stellen. Der Sprecher verweist darauf, dass sich die Maßnahme gegen niemanden richtet: „Die Brücke wurde durch den Schwerlastverkehr geschädigt, der Neubau kommt dem Schwerlastverkehr zugute.“

Kritik von der SIHK

Mit „großer Verwunderung“ hat die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) die geplante Baumaßnahme an der Autobahn 1 in Volmarstein und die damit verbundene geplante Sperrung der Autobahnauffahrt Richtung Bremen zur Kenntnis genommen. „Wir sind von Unternehmern angerufen worden, die natürlich aufgrund der geplanten Sperrung der Auffahrt Volmarstein auf die A1 erbost sind“, so Jan Tornow, Verkehrsexperte der Kammer.

Die SIHK als Vertreter der Wirtschaft vor Ort sei nicht von der Deges über die geplante Sperrung der Auffahrt und die Dauer der Maßnahme von dreieinhalb Jahren informiert worden. Gerade mit Blick auf die parallele Sperrung der Brücke in Gevelsberg-Silschede für Lastkraftwagen sei es den Unternehmern kaum zuzumuten, nun auch noch die Auffahrt in Volmar­stein zu sperren.

Auswirkungen auf Stadtteile

„Es fallen so zwei direkt aufeinanderfolgende Auffahrten weg. Die Umleitungsempfehlung über das Autobahnkreuz Wuppertal-Nord ist aus unserer Sicht absolut keine Alternative. Abgesehen von dem dort dann stark erhöhten Verkehrsaufkommen reden wir von rund 40 Kilometern Umweg, die die Unternehmer in Kauf nehmen müssten“, sagt Tornow. Die SIHK befürchtet eine starke Verkehrsbelastung in den umliegenden Stadtteilen von Hagen, Wetter und Gevelsberg.

Die Kammer appelliert an die Deges und den Landesbetrieb Straßen-NRW, der zuständig für die Bauarbeiten in Gevelsberg ist, sich besser abzustimmen und gemeinsam nach einer tragbaren Lösung zu suchen. Zudem erwartet die SIHK, dass in Volmarstein eine Alternative zur Sperrung der Autobahnauffahrt gefunden wird und in Gevelsberg der normale Wirtschaftsverkehr zügig wiederhergestellt wird. Die ansässigen Unternehmer seien die Leidtragenden, für die die A1 als wichtige Hauptverkehrsader durch die geplanten und aktuellen Baumaßnahmen kaum noch zu erreichen sei.

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