Bauen

Bagger macht Platz für Kirche

Die Ruhrkirche will auf dem Gelände von ehemals Opel Specht ein neues Gotteshaus errichten.

Die Ruhrkirche will auf dem Gelände von ehemals Opel Specht ein neues Gotteshaus errichten.

Foto: Klaus Görzel / WP

Wetter.  Früheres Autohaus im Schöntal verschwindet. Bis zu 400 Besucher finden in neuem Gebäude Platz. Gemeinde gibt dafür den Standort Kaiserstraße auf.

Lange wurde geplant und mit spitzem Bleistift gerechnet. Jetzt kommt der Bagger zum Einsatz und schafft auf dem Gelände des früheren Opel-Autohauses Specht im Schöntal Platz für den Bau einer neuen Kirche. Die bisherige Ruhrkirche an der Kaiserstraße ist zu klein geworden. Aktuell weicht die Gemeinde für ihre Gottesdienste in die Sekundarschule am See aus. Im Frühjahr 2021 soll das Provisorium ein Ende haben. Dann wird die etwa einjährige Bauzeit zu Ende sein.

„Schade, dass von der Werkstatt-Atmosphäre nichts bleibt“, sagt Pastor Timo der Buhr und schaut in eine große, leer geräumt Halle. Auch sie wird von dem gelben Bagger platt gemacht werden, der gerade nebenan die ehemalige Lackiererei anknabbert. Die Gemeinde hat überprüft, ob sie von dem Bestand etwas übernehmen kann. „Nicht sinnvoll“, so lautete das Ergebnis. Warum? Schallschutz, Energieverordnung und Brandschutz machen ein Zurückgreifen auf vorhandene Gebäude „zu teuer“, sagt Martin Sinn. Er ist Projektleiter der Gemeinde für den Neubau im Schöntal.

Vielfältig nutzbar

Ein paar Metall-Schreibtische stehen noch herum, Stromkabel hängen von der Decke bis zum Boden durch. Unter Spannung stehen die Leitungen nicht mehr. Bevor die Abbruchfirma gekommen ist, war großer Kehraus. Seitdem sind die letzten Ersatzteile und Altölbehälter verschwunden. Die Zeit des Autohauses mit der gelben Banderole an den Hallendächern und dem Blitz als Markenzeichen sind vorbei.

Insgesamt drei Millionen Euro will die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in ihr neues Gotteshaus investieren. Von den herkömmlichen Vorstellungen einer Kirche wird es weit entfernt sein. Die Ruhrkirche baut ein Multi-Funktionsgebäude, dessen Foyer auch als Café nutzbar sein soll. 300 Plätze gibt es regulär für die Gottesdienstbesucher, weitere 100 Plätze können bei Bedarf geschaffen werden.

Mehr als 120 Besucher konnte die Ruhrkirche an der Kaiserstraße nicht aufnehmen. Im Schnitt sind es 180 Gäste, die zu den Gottesdiensten in der Sekundarschule kommen. Am Heiligen Abend können es aber auch leicht doppelt so viele sein. „Wir sind auf Zuwachs ausgerichtet“, erklärt Timo de Buhr die Dimension der künftigen Kirche. Die Gemeinde erlebe einen stetig wachsenden Zulauf. „Wir reagieren auf diese Entwicklung“, so de Buhr.

Finanzierung durch Spenden

Erworben hat die Gemeinde auch den zum Autohaus gehörenden Altbau direkt an der Heinrich-Kamp-Straße. Büro und Besprechungsräume sollen im Erdgeschoss Platz finden, im ersten Obergeschoss Gruppenräume für die Jugendarbeit ­„Heartbeat“ eingerichtet werden. Die jetzige Ruhrkirche an der Kaiserstraße wird verkauft werden. Alt und neu nebeneinander können wir uns nicht leisten, sagt Martin Sinn. Die Kosten für Erwerb, Abriss, Neubau und Einrichtung bestreitet die Gemeinde aus Spenden. Timo de Buhr, Martin Sinn und Michael Kubiak, die den Neubau gemeinsam steuern, lassen noch einmal einen Blick über die Hallen schweifen. „Im Frühjahr gibt es wieder was zu gucken“, freut sich Timo de Buhr schon auf den Spatenstich.

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