Bildung

Beim Ausprobieren Technik-Talente entdecken

Bei der Vertragsunterzeichnung dabei waren (von links) Susanne Binder (Förderverein), Matthias Wittler, Tharsika Sivalingam (Zdi), Annette Tilsner, Kerstin Thiel (Zdi), Thorsten Holzhäuser (Verein Technikförderung) sowie die Lehrer Nadja Zerlin und Sebastian Kirch (beide für den MINT-Bereich zuständig)..

Bei der Vertragsunterzeichnung dabei waren (von links) Susanne Binder (Förderverein), Matthias Wittler, Tharsika Sivalingam (Zdi), Annette Tilsner, Kerstin Thiel (Zdi), Thorsten Holzhäuser (Verein Technikförderung) sowie die Lehrer Nadja Zerlin und Sebastian Kirch (beide für den MINT-Bereich zuständig)..

Foto: Elisabeth Semme

Herdecke.   Werner-Richard-Grundschule Herdecke und Verein Technikförderung Südwestfalen: Vertrag für eine frühe Förderung.

Konzentriert zieht Amalia die winzige Mutter mit dem Schraubenschlüssel fest. Gar nicht so einfach; denn die Schraube flutscht schnell wieder aus der Plastikschiene heraus. Auch ihre Schulkameraden sind mit Eifer bei der Sache, sägen, fräsen oder bohren an vielen Einzelteilen, aus denen am Ende ein Strandbuggy entstehen soll. „Rennbahn frei für die flotten Flitzer!“ lautet das Motto, mit dem sich die Werner-Richard-Grundschule an den Talenttagen Ruhr beteiligt, eine Bildungsinitiative der (Talent)Metropole.Ruhr.

Wertvolle Vernetzung

Technik- und Talentförderung wird an der Grundschule groß geschrieben. Deswegen bauen an diesem Vormittag nicht nur die Schüler vier Stunden lang einen Buggy, sondern auch Schulleiter Matthias Wittler weiter an der wertvollen Vernetzung seiner Schule: Er und Thorsten Holzhäuser vom Verein Technikförderung Südwestfalen schließen einen Kooperationsvertrag über eine Bildungspartnerschaft. Mit dabei auch Annette Tilsner vom Märkischen Arbeitgeberverband, Tharsika Sivalingam vom Zdi-Netzwerke Mark und und Kerstin Thiel vom Zdi-Netzwerk Ennepe-Ruhr mit Sitz bei Bleistahl in Wengern. „Über Bildungspartnerschaften fördern wir den MINT-Nachwuchs und sind deshalb froh, dass sich die Werner-Richard-Schule beteiligt. Und in Zukunft können wir solche Veranstaltungen wie heute und auch tiefergehende gemeinsam anbieten“, so Thorsten Holzhäuser zu der nun besiegelten Zusammenarbeit. MINT bezeichnet Unterrichts- und Studienfächern bzw. Berufe aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Außerschulische Partner

„Uns ist wichtig, dass so etwas nachhaltig ist. MINT-Förderung benötigt einen frühen Ansatz, damit Kinder in den weiterführenden Schulen schon die entsprechenden Fächer wählen können“, betont Annette Tilsner. Die Bedeutung der Nachhaltigkeit hebt auch Schulleiter Matthias Wittler hervor: „Die Kinder müssen sich ausprobieren können. Aber zur Potenzialausbildung reicht eine einzige Veranstaltung nicht; denn die verläuft im Sand. Wir brauchen dafür ein breitgefächertes Bildungsangebot und außerschulische Partner.“ Schule allein könne das nicht stemmen. Die Verzahnung von Wirtschaft und Schule sei hier von großer Bedeutung: „Ein Netzwerk bedeutet Kennenlernen, Austausch, Kontakt“, so Wittler weiter. Was Annette Tilsner nur unterstreichen kann: „Das macht die Wege im Vergleich zu früher kürzer. Da gab es dicke Türen zwischen Schule und Wirtschaft.“

Im Verein Technikförderung Südwestfalen haben sich Kammern, Wirtschaftsförderungen und Arbeitgeberverbände gebündelt, um Schulen entsprechende Angebote zu geben. Das Technikzentrum Südwestfalen (Phänomenta) in Lüdenscheid, ein Verleihsystem mit aktuellen Angeboten (u.a. ein 3-D-Drucker, Roboter zum Programmieren) sowie intensive Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen seien die drei Standbeine des Vereins, so Tilsner.

Früh Interesse wecken

„Das Ziel ist ganz klar. Wir wollen Nachwuchs für unsere Unternehmen bekommen. Wir wollen schon früh Interesse wecken für klassische Berufe“, so Thorsten Holzhäuser. Diesen Ansatz begrüßt auch Lehrer Stefan Kirch. Er weiß: „Kinder können schon früh, auch schon als Erstklässler, mit technischen Geräten umgehen. Aus dem Machen entstehen Talente und Motivation.“

Würden Talente entdeckt, sei das Netzwerken auch in höheren Klassen wiederum wichtig, damit die Potenziale von der Schule an Unternehmen weitergereicht werden könnten, fährt Schulleiter Matthias Wittler fort. Er ist überzeugt: „40 Prozent Abbrecher in Ausbildung oder Studium – das muss nicht sein.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben