Amtsgericht

Beziehungs-Aus wird für Frau aus Herdecke (39) zur Hölle

Haft für Todesdrohung und Schläge: Der Ex-Freund einer Herdeckerin musste sich vor dem Amtsgericht in Wetter verantworten.

Foto: David Ebener

Haft für Todesdrohung und Schläge: Der Ex-Freund einer Herdeckerin musste sich vor dem Amtsgericht in Wetter verantworten. Foto: David Ebener

Herdecke.  Späte Reue: Nach der Trennung hält der Ex-Freund einer 39-jährigen Herdeckerin ein Messer an den Hals und drischt mit einer Holzleiste los.

Das Ende einer langjährigen Beziehung wurde für eine Herdeckerin gewissermaßen zur Hölle. Ihr Ex-Freund misshandelte, bedrohte und beleidigte sie. Jetzt hatte das Martyrium ein Nachspiel für ihren Peiniger. Der 51-Jährige musste sich vor dem Amtsgericht Wetter verantworten. Dort zeigte er wenigstens Reue.

Ein Suchtrückfall sorgte dafür, dass das Leben mit ihrem Freund unerträglich wurde. Der Mann hatte Stimmungsschwankungen und wurde regelmäßig aggressiv. Als sie sich deshalb von ihm trennte, wollte er das nicht hinnehmen. Mitte März eskalierte die Situation. Bei einem Streit hielt er der Herdeckerin (39) ein Messer an den Hals, drohte sie zu töten, schlug und erniedrigte sie. Nur zwei Tage später kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Diesmal trat er die Frau, drosch mit einer Laminat-Leiste sowie einem Besenstiel aus Aluminium auf sie ein und überzog sie erneut mit Todesdrohungen. Von üblen Beschimpfungen ganz zu schweigen.

Wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung musste sich der umfangreich und einschlägig vorbestrafte Mann jetzt verantworten. Sein Verteidiger gab an, dass sich der 51-Jährige vorerst nicht zu den Vorwürfen äußern werde. Es werde in dem Moment noch keine Einlassung geben. Das hielt den Angeklagten jedoch nicht von einem Kommentar ab: „Es kann auch keine geben, weil ich mich nicht daran erinnern kann.“

Therapie statt Vollstreckung?

Unter den Voraussetzungen konnte das Gericht der Geschädigten die zusätzlich belastende Aussage nicht ersparen. Die 39-Jährige schilderte die Vorfälle im Detail, war dabei um Fassung bemüht und brach doch immer wieder in Tränen aus. Die Erinnerungen quälten sie sichtlich. „Er war immer aggressiv. Er hat viel geschrien, rumgeschimpft. Ich hatte Angst vor ihm. Ich wollte, dass er aus meinem Leben verschwindet und ich ihn nicht mehr sehen muss.“ Zum Thema Drogen betonte sie, dass sie ihn mehrfach darauf angesprochen, er den Rückfall jedoch bestritten habe. Bei dem zweiten Vorfall sei er dann „völlig breit“ gewesen. Diese Angabe führte letztlich dazu, dass das Gericht den rechtlichen Hinweis erteilte, dass bei diesem Punkt der Anklage auch eine Verurteilung wegen Vollrausches in Betracht komme.

Nach der Aussage seines Opfers konnte den Angeklagten nichts mehr aufhalten. Er gab zu, „jeden Tag andauernd unter Strom“ gestanden zu haben und räumte das ein, woran er sich erinnern konnte – Schläge und Drohungen. Auch gab er zu: „Sie musste viel durchmachen, und es tut mir leid.“ Und: „Hat sie nicht verdient.“ Die Geschädigte hörte das nicht mehr, da sie den Saal nach ihrer Aussage verließ.

Bei der zweiten Tat ging das Gericht tatsächlich von einem Vollrausch aus und konnte eine Schuldunfähigkeit in dem Moment nicht ausschließen. Hinzu kamen die Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung im ersten Fall. 17 zum Teil einschlägige Vorstrafen und Hafterfahrung sprachen gegen den 51-Jährigen, für ihn das Geständnis und das glaubhafte Bedauern.

Unter Einbeziehung einer älteren Strafe wurde er schließlich zu einem Jahr und neun Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Jedoch könnte die Vollstreckung zugunsten einer Therapie zurückgestellt werden.

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