Religion

Bibel-Urgeschichten sind in Grundschöttel weiter aktuell

Im evangelischen Gemeindezentrum der Christuskirche treffen sich diese Woche 55 Kinder, um gemeinsam zum Thema "Unter dem Regenbogen" zu spielen, basteln und backen. 

Im evangelischen Gemeindezentrum der Christuskirche treffen sich diese Woche 55 Kinder, um gemeinsam zum Thema "Unter dem Regenbogen" zu spielen, basteln und backen. 

Foto: Yvonne Held / WP

Grundschöttel.  Die Geschichten aus dem Alten Testament sind doch uralt. Das mag sein, aber während der Bibelwoche lernen die Kinder, dass sie aktuell sind.

Als die Tür aufgeht, kommt dem Besucher ein unwiderstehlicher Plätzchenduft entgegen, der das komplette Gemeindehaus erfüllt. Der Grund wird schnell klar. Eine kleine Gruppe Kinder steht an einem Tisch, der ausgelegt ist mit ausgestochenem Teig. Die Plätzchen werden gerade verziert, damit die nächste Ladung in den Ofen kann. Das ist keine vorgezogene Weihnachtsbäckerei, sondern ein Teil der Bibelwoche in der Christuskirche Grundschöttel der Evangelischen Kirchengemeinde Volmarsteinl.

„Plätzchen backen gehört für die meisten in die Adventszeit, aber mit den Plätzchen können die Kinder auch vorher schon ihren Freunden und Familien eine Freude machen“, erklärt Jugendreferentin Kerstin Grimm den Hintergrund der Aktion.

Auftakt mit der Schöpfungsgeschichte

Die Kinderbibelwoche steht nämlich unter dem Motto „Unter dem Regenbogen“ und hat am Morgen den Auftakt mit der Schöpfungsgeschichte gefeiert. Der Tenor: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. „Deshalb haben wir heute gefragt, was man denn besser gemeinsam machen kann und womit man anderen Menschen eine Freude machen könnte“, so Grimm weiter. Und den Kindern fiel einiges zum Thema ein. In der einen Gruppe wurden beispielsweise Freundschaftsbändchen geknüpft; draußen stand das gemeinsame Spielen im Vordergrund. Zudem wurde bereits der Abschlussgottesdienst am kommenden Sonntag um 11 Uhr vorbereitet. „Ich habe mit Kleister eine Laterne gebastelt“, berichtet Maja stolz. Wozu genau die Laternen gebraucht werden, wird noch verraten, aber so viel sei gesagt: Es werden Tiere damit dargestellt. An einem Tisch im Vorraum sind die Kinder fleißig dabei, Einladungskarten zu basteln und zu bemalen. Schließlich machen das Abschlussfest und der Gottesdienst auch viel mehr Spaß, wenn dort möglichst viele Menschen sind.

In der Kirche ist derweil die Kunstgeschichtsgruppe fleißig. Gemeinsam mit Pfarrer Thorsten Hansen sehen sie sich alte Kunstwerke an und interpretieren sie auf ihre eigene Art und Weise. So entstehen im Seitenschiff der Kirche Adam, Eva, der Apfelbaum mit der Schlange, aber auch Löwe, Tiger, Giraffen und Kühe. „Wir sind schließlich im Paradies, da reichen sich Kühe und Löwen die Hand“, meint der Pfarrer. Die Bilder, die die Kinder mit seiner Hilfe kreieren, werden im Abschlussgottesdienst noch eine zentrale Rolle spielen.

Insgesamt 15 Jugendliche betreuen die 55 Kinder im Gemeindehaus. Das ist eine sehr gute Zahl, wie auch Kerstin Grimm findet. „Ich bin begeistert, dass so viele Jugendliche bereit sind, in den Ferien zu helfen. Immerhin zählen die Vorbereitungstreffen dazu, und dann kommen wir jeden Morgen um 9 Uhr zum Frühstück hier zusammen. Wenn die Kinder dann um 14 Uhr gehen, müssen wir alle noch aufräumen“, berichtet sie vom ehrenamtlichen Engagement der 14- bis 18-Jährigen.

Weitere Themen stehen fest

Und die Helfer haben noch einiges vor sich. Heute beschäftigen sie sich beispielsweise mit den Brüdern Kain und Abel. Da stehen Gefühle, wie Neid und Eifersucht im Mittelpunkt. Morgen steht der Turmbau zu Babel als Auftaktgeschichte auf dem Plan. Muss wirklich immer alles höher, schneller und weiter sein? Am Freitag nehmen die Kinder Noah unter die Lupe. „Der Tenor soll sein, dass Gott zu seiner Schöpfung steht, auch wenn mal schwierige Zeiten anbrechen, bewahrt er die Schöpfung und achtet auf sie“, erläutert Grimm.

In der Kinderbibelwoche soll versucht werden, den Kinder zu zeigen, dass die Bibelgeschichten zwar alt, aber immer noch aktuell sind. Die Frage „Brauchen wir Gott eigentlich?“ soll beantwortet werden, aber nicht als platte Theorie, sondern mit alltäglichen Geschichten aus dem Leben, die die Kinder selbst erfahren können.

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