Stadtplanung

Blinkende Reklame scheidet die Geister in Wetter

Leuchtreklame in der Kaiserstraße in Wetter. Nicht allen gefällt’s.

Foto: Susanne Schlenga

Leuchtreklame in der Kaiserstraße in Wetter. Nicht allen gefällt’s. Foto: Susanne Schlenga

Wetter.   Immer mehr Geschäftsleute nutzen Leuchtreklamen, um mit Blinken und Licht die Aufmerksamkeit der Kunden zu gewinnen. Verschandelt das die Stadt?

Der Text blinkt leuchtend Rot auf schwarzem Grund und verspricht beste Döner oder den Service fürs Auto. Werbung, die mit neuer Technik funktioniert und so die Aufmerksamkeit der möglichen Kunden binden soll. Werbung, die aber auch nicht jeder so akzeptieren mag. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung stand jetzt die Anfrage der Bürger für Wetter zur Diskussion, ob denn „grelle Leuchtreklamen“ zulässig seien. Vor allem an der Hagener Straße, wo es gegenüber der Einmündung Bachstraße blinkt, sehe man doch eine erhebliche Verkehrsgefährdung. In Alt-Wetter hingegen geht es der Fraktion eher um die Optik.

Angst vor zu viel Regulierung

Eine Verkehrsgefährdung sehen nach Aussage von Manfred Sell, in der Verwaltung für den Bereich Bauen und Planen zuständig, weder Straßen-NRW noch die Polizei. Und grundsätzlich seien Werbeanlagen, die kleiner als ein halber Quadratmeter seien, genehmigungsfrei. Die Verwaltung sei in der Innenstadt allerdings bereits auf Eigentümer zugegangen, um auf die Gestaltung von Werbung Einfluss zu nehmen. „Das blinkende Laufband des Burger-Ladens am Stadteingang ist nun auf ein Dauerleuchten umgestellt“, berichtet Manfred Sell von ersten Erfolgen. Die Aufstellung einer Gestaltungssatzung, die künftig Werbeanlagen einheitlicher vorschreiben würde, sei ein „opportunes Mittel“, regte der Verwaltungsmann indirekt die Politik an, sich über eine solche Beschränkung Gedanken zu machen. Allerdings: „Für Wengern und Volmarstein existieren solche Satzungen, sind aber ein wenig in Vergessenheit garten“, so Sell. „Bloß nicht alles regulieren“, wandte sich Doris Hülshoff (FDP) gleich gegen eine solche Satzung. Eine Satzung mache aber nur Sinn, wenn sie auch konsequent durchgesetzt werde.

„Wir sollten froh sein über jeden Laden, der die tote Kaiserstraße belebt.“ Zudem werde auch die Ruhrkirche mit einem roten Leuchtschild oder die Tankstelle. „Wo fängt man da an und wo hört man auf?“ Pro Gestaltungssatzung äußerte sich dagegen Peter Zinn( SPD), der Herdecke als Vorbild anführte. „Da wird sogar die Farbe der Sonnenschirme festgelegt, um ein einheitliches Bild zu schaffen.“

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