Krimi-Dinner

Blutiger Mord zwischen Suppe und Vorspeise

Zum ersten Mal hat das Koffertheater zum Krimi-Dinner in den Westfälischen Hof eingeladen.

Foto: Susanne Schlenga

Zum ersten Mal hat das Koffertheater zum Krimi-Dinner in den Westfälischen Hof eingeladen. Foto: Susanne Schlenga

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wetter.  Silvester kann kommen. Auch wenn noch nicht einmal der Sommer begonnen hat, sind gut 40 Gäste des Krimi-Dinners auf das Jahresende bestens vorbereitet. Sie werden am 31. Dezember mit einem neuen Blickwinkel Miss Sophie bei ihrem „Dinner for One“ zuschauen.

„Dinner for One - Killer for Five“ hat das Koffertheater sein Stück überschrieben. Sechs Monate hat die Truppe um Kris Köhler im „Seepavillon“ des Dortmunder Westfalenparks gemordet, nun gab es im neu gestalteten Saal des „Westfälischen Hofs“ Leichen nicht nur zum Dessert. Zwischen Sektempfang und Palatschinken mit Eis zum krönenden Abschluss eines Vier-Gänge-Menüs wird es recht blutig. Zum Glück nicht auf dem Teller, da mundete den Gästen knusprig gebratenes Hähnchenbrustfilet mit Curryfruchtsauce an Butterreis. Doch hinter den Kulissen lässt Admiral von Schneider auf dem Poloplatz sein Leben. Grausam verstümmelt und anschließend auch noch vom Panzer überrollt, an Details spart Frau „Chiefinspektor“ alias Janina Weber in ihrer Analyse dieses Mordes nicht. Da schmerzte es die Krimi-Dinner-Gäste nicht, dass Sir Toby (Nils Findling, später auch als Mister Winterbottom zu sehen), den es zwischen Broccolicremesuppe und Forellenfilet vor aller Augen erwischt, die einzig sichtbare Leiche bleibt. Neben seinem Blut spritzte nur noch ein Tablett mit Bier, das einem unglücklichen Kellner ganz ohne Regieanweisung aus dem Gleichgewicht geriet.

Mr. Pommeroys (Kris Köhler) lebloser Körper findet sich am Ufer des Harkortsees und Mister Winterbottom darf zwar noch kurz als Geisterbeschwörer durch den zeitweise nur von Kerzenlicht erhellten Saal irrlichtern, um den Mörder zu suchen, kehrt aber ebenfalls nicht mehr lebend auf die Bühne zurück.

Vier Gänge, vier Leichen. Und zwischen der Suche nach dem Mörder gibt es ein bisschen eigenwillige Nachhilfe in Sachen Geschichte, ein paar schlüpfrige Hinweise auf die persönlichen Vorlieben von Miss Sophies Gästen und immer wieder die genialen Auftritte von Butler James (Niklas Peternek), der auch ohne Tigerkopf (der wird erst spät zur Strecke gebracht) gekonnt durch den Saal torkelt.

„Großartig“, so das Urteil von Detlef und Heidi Hubert, die den Abend mit Freunden genossen. „Schön, dass man so etwas in Wetter sehen kann.“ Auch die übrigen Gäste sparten nicht mit Applaus. Und freuen sich nach dem 30. von Miss Sophie (Ramona Köhler) nun auf deren 90. im Dezember.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik