Herdecke.

Bojarra hat Auftritt als Stiftsdame in Herdecke Spaß gemacht

Fassanstich bei der Maiwoche: Acht Jahre lang ist Elke Bojarra als Herdecker Stiftsdame aufgetreten und hat als Symbolfigur sowohl die Stadt als auch das frühere Stift repräsentiert. Einmal noch, Ende Juni in Blankenburg, schlüpft die 63-Jährige in das schwarze Kleid.

Fassanstich bei der Maiwoche: Acht Jahre lang ist Elke Bojarra als Herdecker Stiftsdame aufgetreten und hat als Symbolfigur sowohl die Stadt als auch das frühere Stift repräsentiert. Einmal noch, Ende Juni in Blankenburg, schlüpft die 63-Jährige in das schwarze Kleid.

Foto: Steffen Gerber

Herdecke.  Bewerbungen willkommen: Die Stadt Herdecke sucht eine neue Stiftsdame, da Elke Bojarra in den Ruhestand geht. Sackträger „Jupp“ macht weiter.

Der Sackträger Josef „Jupp“ Urbatzka macht entgegen voriger Ankündigungen nun doch weiter. „Mir geht es gesundheitlich gut, die Aufgabe macht mir Spaß“, sagt der Ruheständler. Für die zweite Herdecker Symbolfigur sucht die Stadt aber ab sofort eine Nachfolgerin: Elke Bojarra (geb. Röcker) fährt als Stiftsdame noch Ende Juni wie gewohnt zum Altstadtfest der Herdecker Partnerstadt Blankenburg, dort endet dann ihre Tätigkeit als Repräsentantin. Ein Rück- und Ausblick.

Frau Bojarra, Sie haben 2011 die Aufgaben von Vera Schildheuer übernommen, die zuvor 30 Jahre lang als Herdecker Stiftsdame auftrat. Wieso ist für Sie nun Schluss?

Elke Bojarra: Ich gehe im November in den Ruhestand, dann will ich einen Schnitt machen und auch andere Aufgaben beenden. Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Und die Maiwoche zuletzt war wieder einmal richtig klasse. Die Auftritte als Stiftsdame habe ich mit Herzblut wahrgenommen. Bald soll aber mehr Zeit für die Familie bleiben, besonders für meine drei Enkeltöchter. Zudem will ich noch viel reisen und Freunde besuchen oder hier empfangen.

Viele kennen Sie als freundliche Empfangsdame im Rathaus. Seit wann arbeiten Sie eigentlich für die Stadt Herdecke?

Seit Januar 1985, damals noch als Aushilfe, im September darauf als Festangestellte. Ich bin ein „Ender Mädchen“ vom Poethen und gelernte Friseurin, ausgebildet hat mich Gerhard Helmenstein. Nach der Geburt meiner Söhne habe ich dann als Reinigungskraft bei der Stadt angefangen, nach zwölfeinhalb Jahren ging es dann in die Zentrale. In der Stadtverwaltung habe ich mich immer wohlgefühlt. Und meine kommunikativen Fähigkeiten kann ich sowohl in der Zentrale wie auch als Stiftsdame einbringen.

Was verbinden Sie mit Ihrer Anfangszeit als Stiftsdame? Damals trugen Sie noch ein rotes Kleid...

Man hat mich Anfang Juni 2011 einfach gefragt, ob ich nicht die Nachfolgerin von Vera Schildheuer werden will. Mein erster Auftritt war beim Altstadtfest Blankenburg im Juni vor acht Jahren. Getragen habe ich besagtes Kleid, das ich aus dem Schrank nahm und nach der Vorlage von Rosi Reiß umnähen ließ. Sie hat auch in Absprache mit mir die Zeichnungen für das schwarze Kleid angefertigt, das ich danach immer als Stiftsdame getragen habe. Das fertigte Beate Hibst bei einem Nähkurs im Gemeindehaus in Kirchende an. Es sollte schlicht und gut aussehen, zugleich etwas hervorstechen. Zu dem Kleid mit dem weißen Kragen und den weißen Kellerfalten habe ich viele positive Rückmeldungen über all die Jahre erhalten, ich fühle mich darin sehr wohl. Für kalte Tage gibt es auch noch einen Umhang. Und ich wollte von Beginn an keine Haube auf dem Kopf haben, sondern einen Stirnreifen. Das rote Kleid war die Ausweichvariante.

Ihr erster Maiwochen-Auftritt erfolgte 2012. Wie stressig ist Herdeckes Stadtfest für die Stiftsdame?

Es ist anstrengend, aber nicht stressig, auch wenn man den ganzen Tag auf den Beinen ist und die warmen Temperaturen einem schon mal zu schaffen machen. Nach dem Fassanstich und der Begrüßung am Mittwoch ist der Donnerstag frei, nach dem Sackträgerlauf am Freitag folgt dann tags darauf der Frühschoppen und abschließend sonntags das Bürgerschießen am Rehberg, auch wenn ich selbst schlecht ziele. Generell will ich die Stadt immer gut repräsentieren, meine Aufgaben als Stiftsdame habe ich ernst genommen, weil mir Herdecke so wichtig ist. Es hat stets Spaß gemacht.

Und die Beziehungen nach Blankenburg?

Beim Altstadtfest war ich seit 2011 jedes Jahr, da werden wir immer herzlich empfangen. Dort kann ich über Herdecke berichten oder unseren Sackträger-Schnaps verteilen. Auch bei der Maiwoche sagt man mir übrigens nach, dass ich gut und reichlich einschenke. Nebenbei bemerkt: Ich werde auch 2020 privat unsere Partnerstadt besuchen.

Welche Tipps können Sie Ihrer Nachfolgerin als Stiftsdame geben?

Sie sollte nett, freundlich sowie kommunikativ sein und einiges über Herdecke wissen, denn dazu kommen schon mal Fragen. Das Alter ist egal. Ich habe mich zudem immer gut mit unserem Sackträger Jupp verstanden.

Steckbrief und Bewerbungen per Mail

Elke Bojarra ist 63 Jahre alt, hat zwei Söhne sowie drei Enkel und geht nach 45 Beitragsjahren bald vorzeitig in den Ruhestand. Das schwarze Stiftsdamen-Kleid gibt sie für ihre Nachfolgerin ab.

Einmal war sie als Stiftsdame zudem auf dem Engelmarkt aktiv, auch nach Anfragen oder beim 275-jährigen Stadtjubiläum trat sie in der entsprechenden Kleidung in Erscheinung.

Die Stadt sucht nun eine Nachfolgerin. Im Ehrenamt Stiftsdame entstehen keine Kosten, auch nicht bei der dreitägigen Fahrt stets am letzten Juni-Wochenende nach Blankenburg (Unterkunft wird bezahlt). Gesetzt sind Auftritte dort beim Altstadtfest und natürlich bei der heimischen Maiwoche. Sonstige Anfragen werden individuell behandelt. Kandidatinnen sollen einen Herdecke-Bezug haben, in ihrer Bewerbung kurz ihre Motivation erläutern und das Schreiben bis 31. Juli als E-Mail abschicken an stiftsdame@herdecke.destiftsdame@herdecke.de

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