Europawahl

Bürger wünscht sich mehr Wahlgeheimnis in Herdecke

Ein Blick über den Schalter hinweg in die Wahlkabinen. Ein Bürger findet deren Aufstellungsort im Herdecker Bürgerbüro „unangemessen“.

Ein Blick über den Schalter hinweg in die Wahlkabinen. Ein Bürger findet deren Aufstellungsort im Herdecker Bürgerbüro „unangemessen“.

Foto: Klaus Görzel

Herdecke.  Gleich hinter den Wahlkabinen im Bürgerbüro im Herdecker Rathaus steht ein Schalter. Eigentlich sollen die Mitarbeiter ihn meiden.

Briefwahl ist immer gefragter. Und so hat ein Bürger aus Herdecke auch nicht zum ersten Mal seine Stimme schon vor dem eigentlichen Wahltag im Rathaus abgegeben. Nur kam er dieses Mal etwas irritiert nach Hause. Seine Frage: „Sollte man bei einer geheimen Wahl nicht sicher sein vor möglichen Blicken über die Schulter?“

Bedauern über Einzelfall

Im Bürgerbüro hat der Sechzigjährige sein Kreuzchen gesetzt. Hier stehen zwei Kabinen nebeneinander, jede von drei Seiten gegen Zuschauer geschützt, nach hinten aber zum Betreten offen. Und hier liegt das Problem: Im Abstand von gut einem Meter steht hinter den Kabinen ein U-förmiger Schalter mit einem Kopiergerät, und in diesem Bereich hätten sich bei seiner Stimmabgabe zwei Mitarbeiter der Verwaltung aufgehalten, berichtet der Bürger. Daher sein Unwohlsein.

Unangemessen findet er den Aufstellungsort der beiden Kabinen. Und das hat er die Stadtverwaltung auch gleich wissen lassen. Ein Kollege aus dem Wahlamt habe sich bei dem Herdecker auch bereits entschuldigt, heißt es auf Nachfrage im Rathaus. Außerdem hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Anweisung, sich nicht im Bereich des Kopierers aufzuhalten, wenn die Wahlkabinen besetzt sind. Weiter heißt bei der Stadtverwaltung: „Es tut uns leid, wenn dies in dem Einzelfall nicht eingehalten wurde und dazu geführt hat, dass sich der Wähler beobachtet gefühlt hat.“

Pressesprecher Dennis Osberg weist aber auch darauf hin, „dass die Wahlkabinen im Zuge der Briefwahl einen zusätzlichen Service darstellen, der nicht verpflichtend ist.“

Warum keine Pappwand?

Diesen Service will der Beschwerdeführer gar nicht missen. Damit ihn beim Wählen nicht das Gefühl beschleicht, sein Wahlgeheimnis sei in Gefahr, hat er einen anderen Vorschlag: „Eine Pappwand“, sagt er, „würde schon reichen.“

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