Umwelt

Das ist was für die Tonne – aber für welche denn genau?

Die Raupen des Buchsbaumzünslers fressen Blätter und Triebe ab.

Die Raupen des Buchsbaumzünslers fressen Blätter und Triebe ab.

Foto: Andreas Vietmeier

Herdecke/Wetter.   Vor dem Winter wird der Garten aufgeräumt, nachdem der Buchsbaumzünsler gewütet hat, müssen die Reste beseitigt werden. Doch, wohin damit?

Tote Hecken, kahl gefressene Sträucher – die Buchsbaumzünsler haben ihre Spur der Verwüstung in den Gärten auch in Wetter und Herdecke hinterlassen. Wohin aber mit dem Strauchwerk, in dem der Feind, der Zünsler, ja immer noch sitzt?

Heinz Rohleder nutzte die jüngste Sitzung des Hauptausschusses quasi in eigener Sache: Er selbst sei „Leid geplagt“, ließ der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Her­decker Rat wissen, und hatte für die Vertreter der Technischen Betriebe auf den Verwaltungsbänken eine Frage parat: „Wohin mit dem Zeug?“ Die Antwort kam prompt – und war für einige, die Bescheid zu wissen glaubten, doch ziemlich überraschend.

Restmüll ungeeignet

Der Restmüll jedenfalls, wie es ein Banknachbar von Rohleder vermutete, ist nicht der richtige Ort für die kahl gefressenen Zweige und Stämme, an denen der Übeltäter immer noch sitzt. Über den Biomüll seien die Buchsbaumreste zu entsorgen, kam als klare Ansage von Volker Kioschis von den Technischen Betrieben. Über die „Grüne Tonne“ gehe das, aber auch über die Anlieferstelle für Gartenabfälle bei AHE an der Nierfeldstraße. Hier ist seit Anfang des Monats der zentrale Sammelpunkt für Wertstoffe und Biomüll in Herdecke. Von da gelange der Grünschnitt in die Biogas-Anlage, die ebenfalls AHE in Witten betreibt. Und, so Kioschis: „Die Temperaturen dort sind so hoch. Sie zerstören den Zünsler“.

Elisabeth Henne von der Abfallentsorgung des Kreises bestätigt diese Aussage und fügt erklärend hinzu: „Dort findet ein anaerober Prozess unter Ausschluss von Sauerstoff statt. Das überlebt die Raupe nicht.“ Die Expertin begründet auch, warum die Sträucher nicht in die Restmülltonne sollen. „Natürlich könnten sie auch dort hinein, aber sie gehören da nicht hin. Die Entsorgung von Restmüll kostet doppelt so viel wie der Biomüll.“ An einem Ort haben tote Hecken mit Zünslerbefall aber gar nichts zu suchen, und das ist auf dem Kompost. „Dort kann sich der Buchsbaumzünsler weiter vermehren“, erläutert Henne.

Frost erledigt den Rest

Bei der Stadt Wetter wird das Problem ebenso angegangen wie in Herdecke. „Der Stadtbetrieb nimmt den Müll normal wie Grünschnitt entgegen“, erläutert Stadtsprecher Jens Holsteg auf Nachfrage. Da der Biomüll bekanntlich nur alle zwei Wochen abgeholt wird, konnten einige Menschen bereits beobachten, dass sich die Raupen noch entwickeln und davon fliegen. „Darum muss sich aber niemand Sorgen machen. Die paar Tiere wird der nahende Herbst mit dem Frost erledigen“, sagt Henne. Wer doch noch ein paar der Tiere entdeckt, muss nicht besorgt sein. „Es werden ein paar Exemplare überleben, aber das ist nicht so schlimm“, prophezeit die Abfallexpertin.

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