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Der Experte rät: Das gilt es beim E-Bike-Kauf zu beachten

Frank Herber hat keine Probleme mit dem E-Bike einkaufen zu fahren. Sein Cargo weckt dabei regelmäßig großes Interesse. 

Frank Herber hat keine Probleme mit dem E-Bike einkaufen zu fahren. Sein Cargo weckt dabei regelmäßig großes Interesse. 

Foto: Yvonne Held

Herdecke.   Das E-Bike ist momentan im Trend. Immer mehr Elektro-Fahrräder kommen auf dem Markt. Da fällt die Entscheidung nicht so leicht.

Der Sommer steht vor der Tür, da werden gerne die Fahrräder aus dem Keller geholt. Doch in unserer Region ist das Fahren nicht immer ganz mühelos. Insbesondere ältere Menschen haben ihre Probleme, wenn sie Steigungen nehmen müssen. Doch auch immer mehr jüngere Menschen scheuen die Anstiege und fahren lieber mit dem Auto. E-Bikes sind auch bezogen auf den Umweltgedanken beliebte Alternativen.

Worauf beim E-Bike-Kauf geachtet werden muss, weiß Frank Herber sehr genau. Vielen ist Herber eher bekannt als Vorstandsmitglied der DLRG Herdecke, für die er Badleiter am Schraberg ist. Doch wenn er in Herdecke unterwegs ist, fällt er meist durch sein Gefährt auf: Ein E-Cargo. Das kommt nicht von ungefähr, denn Herber ist Gebietsleiter NRW von NHF Nicolai. Die Firma baute bereits die E-Bikes der ersten Stunde. „Wir haben 2002 unser erstes E-Bike „Grace“ gebaut. Das hatte damals schon den Akku im Rahmen. In Hannover auf der Messe galt das als innovatives Zukunftsmodell“, erinnert er sich.

Qualitäts- und Preisunterschiede

Seitdem hat sich das E-Bike immer weiter entwickelt. Die unterschiedlichsten Hersteller und Händler bieten die Gefährte an. Die Preisunterschiede geben schon einen kleinen Einblick, dass die Qualität auch der unterschiedlich sein kann. Woran erkenne ich denn dann ein gutes E-Bike? „Ich muss mich auf dem Rad wohlfühlen“, sagt Herber. Das sei das wichtigste Kriterium überhaupt. Dafür bedarf es einer Testfahrt und zwar möglichst auf realistischen Strecken. „Es bringt mir wenig, wenn ich in speziell dafür gebauten Testhallen mit dem E-Bike fahre. Dann weiß ich ja trotzdem noch nicht, wie es sich auf meinem täglichen Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen anfühlt. Beispielsweise hier in Herdecke die Berliner Straße hoch, sollte man als Anwohner mal getestet haben“, so Herber. Viele Neu-E-Biker können das Fahrgefühl noch nicht richtig einschätzen. „Wenn ich vorher mit 8 bis 16 km/h unterwegs war, kann ich dann mit 20 bis 24 km/h rechnen. Am Berg falle ich nicht zurück, sondern kriege einen Schub, aber ohne Anstrengung.“

Ein weiteres Kriterium sind die Bremsen beim E-Bike. „Es sollten keine Felgenbremsen sein, da der Abrieb bei einem E-Bike einfach zu groß ist“, erläutert der Experte. Scheibenbremsen seien ideal, auch in Bezug auf die Geschwindigkeiten, die so ein E-Bike fahren kann. Die Geschwindigkeit hängt wiederum vom Motor ab.

Wer sich ein neues E-Bike zulegt, sollte auch darauf achten, dass nicht mehrere Motoren in den Rahmen eingebaut werden können. Darunter würde die Qualität leiden, meint Herber. „Ich kaufe mir ja auch keinen Mercedes, um einen Polomotor einzubauen“, erläutert er. Das letzte Kriterium ist die richtige Beleuchtung, um selbst gut zu sehen und gesehen zu werden.

Wer das beherzigt, der dürfte Gefallen am E-Bike finden, davon ist Herber überzeugt. Generell meint er, dass in Zukunft jeder ein E-Bike besitzen wird, auch wenn es bis dahin noch ein langer Weg sein wird. „Man ist gerade auch im Alter einfach beweglicher. Zukünftig werden die Motoren auch noch leichter werden, dann muss nur noch die Infrastruktur stimmen. Es müsste vielmehr Ladestationen für Fahrräder geben. Für Autos gibt es ja schon einige. Die müssen ja auch nicht kostenlos sein, sondern könnten per Münzeinwurf funktionieren“, wünscht sich Herber.

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