Lichtburg-Jubiläum

Der Schwung der Anfangsjahre ist noch längst nicht dahin

Zum 25. Geburtstag der Lichtburg ging es zurück zu den Wurzeln mit "Once Upon a Timewarp".

Foto: Manuela Pavlovskis

Zum 25. Geburtstag der Lichtburg ging es zurück zu den Wurzeln mit "Once Upon a Timewarp". Foto: Manuela Pavlovskis

Wetter.   Die Lichtburg in Wetter feiert ihren 25. Geburtstag mit einer Neuauflage von „Rocky Horror“ und übertrifft dabei sich selbst.

„Once upon a time“ sagen die Engländer und meinen: „Es war einmal“. Im Stadtsaal bedeutete dies allerdings nicht, dass sich Vergangenes nicht wiederholen kann. Denn es wiederholte sich, und zwar mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen: Zum 25. Jubiläum des Kulturzentrums Lichtburg präsentierten Koffertheater und Lichtburg im voll besetzten Stadtsaal erneut die Songs der Rocky Horror Show. Die Rezeptur: Man nehme etwas Burlesque und Travestie, eine coole Bühnenkulisse, hervorragende Darsteller und Musiker, beziehe die Zuschauer in die Szenerie mit ein – und der Erfolg ist garantiert.

„Once upon a Timewarp“, die „Wetteraner Fortsetzung“ der Rocky Horror Show, präsentiert noch einmal die bekannten Songs, allerdings in einer neuen Handlung. Im Jahr 1994 einer der größten Erfolge der Lichtburg fanden die Aufführungen ihr Ende, als Richard O’Brien weitere Vorstellungen wegen fehlender Aufführungsrechte untersagte.

Mitmachtüte sorgt für Stimmung

Das Thema ließ den Akteuren von Lichtburg und Koffertheater jedoch in den ganzen Jahren keine Ruhe. Die Handlungen für das neue Skript lieferte der Koffertheater-Autor Klaus Mitschke dann so gelungen, dass die entsprechenden Genehmigungen für Once upon a Timewarp erteilt wurden.Rund 25 Jahre später stehen erfreulicherweise wieder einige Akteure der Besetzung von 1994 auf der Bühne. So auch Tina Pirschel als Janet. „In den alten Kostümen wollten wir auftreten, da musste aber erst einmal Hand angelegt werden“, erzählte sie auf der Bühne. „Und das nicht zum enger machen, leider.“ Allerdings offensichtlich ein allgemeines Problemchen: Der Aufruf im Vorfeld der Aufführungen, die Zuschauer mögen doch auch einfach in den Klamotten von damals erscheinen, verlor sich – warum wohl? – im Nichts.

In den vor Ort erhältlichen „Mitmachtüten“ fanden die Zuschauer alle Utensilien, um in gewohnter Rocky-Horror-Manier Wasserpistolen einzusetzen, Toilettenpapier, Konfetti, Toastbrot und Spielkarten zu werfen. Schnell entstand eine ausgelassene Stimmung im Saal, die sich im Laufe der gut zweieinhalbstündigen Aufführung immer weiter steigerte. Die Aufforderung von Frank’n’Furter, hervorragend besetzt mit Lucas Brendle in schwarzer Lackkorsage, Strapsen und Highheels – „Don’t dream it, be it!“ war ansteckend. Kurzweilig, fetzig, frivol und rockig begeisterte das Ensemble die Zuschauer aller Altersklassen. Sechs Monate geprobt und gefeilt, das Ergebnis einer ausgereiften Choreographie, exzellenter Stimmen, perfekter Kostüme und einer präsenten, aber nicht dominanten Band – das alles erntete verdientes Lob des Publikums

Wie, so schnell vergehen fast drei Stunden? Und auch nach Danksagungen und Zugaben wollten die Zuschauer noch kein Ende finden. Die Darsteller aber schon. Mit Lucas Brendles Worten „Können wir jetzt endlich feiern?!“ wurde das noch immer stehend applaudierende Publikum endgültig, aber freudestrahlend, verabschiedet.

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