Ausstellung

Der Traum von Sankt Petersburg wird für Kunstakademie wahr

Die Leiterin der Kunstakademie Wetter, Olga Vinnitskaya, belegte mit ihrem Aquarell „Traum von Sankt Petersburg“ bei der diesjährigen Biennale den zweiten Platz im historischen Genre.

Foto: privat

Die Leiterin der Kunstakademie Wetter, Olga Vinnitskaya, belegte mit ihrem Aquarell „Traum von Sankt Petersburg“ bei der diesjährigen Biennale den zweiten Platz im historischen Genre. Foto: privat

Wetter.   Nachwirkungen eines Ausflugs der Kunstakademie Wetter nach Russland: Ein Aquarell von Olga Vinnitskaya wird bei der Biennale ausgezeichnet.

Der „Traum von Sankt Petersburg“ sollte für Olga Vinnitskaya, Leiterin der Kunstakademie Wetter, einen doppelten Anlass zur Freude darstellen, denn ihr Bild mit diesem Titel belegte den zweiten Platz im historischen Genre beim vierten internationalen Wettbewerb „Kunst-Most-Aquarell“ und wurde auf der Biennale in Sankt Petersburg ausgestellt.

Fünf Dozenten für 100 Schüler

Die gebürtige Russin ist seit fast 25 Jahren in Deutschland; seit fast 15 Jahren ist ihr Name eng mit der Kunstakademie Wetter verbunden. Inzwischen sind dort am Haus Hove 9 fünf Dozenten für etwa 100 Kunstschüler aktiv. Zu den Lehrenden gehören auch Wladimir Kalistratow und Alexander Wöhler, die Olga Vinnitskaya zur neunten Biennale unter dem Titel „Art – Bridge – Aquarell 2017“ nach Sankt Petersburg begleiteten.

Zumal die Kunsteinrichtung in Wetter es überhaupt erst ermöglichte, dass der Traum wahr wurde: 30 Leute von der Akademie brachen im Sommer zu einer einwöchigen Studienreise nach Sankt Petersburg auf. Dort trafen sie auf den Künstler Yuri Shevchek, der der Leiterin vorschlug, sich mit einigen Werken für die Biennale zu bewerben. Fotos der Reise wurden dazu als Inspiration genutzt; die Werke von Olga Vinnitskaya sowie Wladimir Kalistratow wurden angenommen und ausgestellt. Dann dachten sie sich, „wenn wir schon ausstellen dürfen, dann fliegen wir da auch hin“, sagt Vinnitskaya lachend. Alexander Wöhler, mit 18 Jahren der jüngste Dozent in Wetter, begleitete seine Kollegen als Gast und konnte einige Eindrücke von der „anderen Welt“, nämlich der der Kunst, gewinnen.

Vom 18. November bis zum 18. Dezember lief die Ausstellung im Jussupow-Palast. „Sankt Petersburg ist eine ganz besondere Stadt; das Ambiente hätte für so eine Veranstaltung nicht besser sein können“, so Olga Vinnitskaya. Eine Woche lang blieb die Wetteraner Delegation in der russischen Hafenstadt. In dieser Zeit besichtigten sie unter anderem einige Museen und die Sommerresidenz von Katharina II.; insgesamt „war immer irgendein Programm, abends haben wir oft eine Vernissage oder eine andere kulturelle Veranstaltung besucht“, erzählt die gebürtige Russin. Außerdem lernten sie bekannte Künstler wie Rein Mäger aus Estland und Nikolai Blokhin kennen. Blokhin „hat uns in sein Atelier eingeladen, wo er uns empfangen hat wie alte Freunde“, erzählt Olga Vinnitskaya. Dort hat sich der Künstler auch die Mappe von Alexander Wöhler angeschaut und war begeistert.

Anschließend führte Nikolai Blokhin, den Olga Vinnitskaya als „Ausnahmekünstler“ beschreibt, die Gäste sogar durch die sonst nicht öffentlich zugänglichen Räume der Petersburger Kunstakademie. Diese wurde vor 300 Jahren gegründet und beeindruckte besonders den jungen Künstler Wöhler.

Zweiter bei 400 Teilnehmern

Als sie alle schon wieder zuhause waren, erfuhr die Leiterin der Kunstakademie am 11. Dezember, dass ihr Werk den zweiten Platz im historischen Genre belegt hat. „Und das von 400 ausgestellten Werken – eine große Ehre! Als ich das erfahren habe, dachte ich, das gibt es nicht, die haben sich geirrt“, freut sie sich. Ihr Aquarell trägt den Titel „Traum von Sankt Petersburg“, da sie die verschiedenen Komponenten der Atlanten, der Festung für Zarenbegräbnisse und den Fluss Newa zusammengefügt hat, es sich also um eine Darstellung handelt, die es so nicht direkt gibt.

Das von einer „mit hochkarätigen Fachleuten besetzten Jury“ ausgezeichnete Bild ist aktuell noch in Russland, dort wird es vermutlich auch noch bis 2018 bleiben. Im nächsten Jahr plant die russische Regierung nämlich die Eröffnung eines eigenen Aquarellmuseums, dort sollen auch die Werke der Biennale ausgestellt werden.

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