Schallwände

Deutsche Bahn will bis 2021 Lärmschutz in Wetter verbessern

Mit Schallschutzwänden (hier der Bau in Herne) will die Deutsche Bahn an vier Standorten südlich der Ruhr in Wetter den Lärm eindämmen.

Foto: Svenja Hanusch

Mit Schallschutzwänden (hier der Bau in Herne) will die Deutsche Bahn an vier Standorten südlich der Ruhr in Wetter den Lärm eindämmen.

Wetter.   An der Güterzugstrecke in Wetter südlich der Ruhr will die Deutsche Bahn bis 2021 vier Lärmschutzwände bauen. Für Häuser steht Fördergeld bereit.

Zunächst ein Witz. Zwei unterhalten sich an einer Zugstrecke. „Ganz schön laut hier“, sagt der Eine. Darauf der Andere: „Ich kann dich nicht verstehen, ist zu laut hier!“ Ob die Deutsche Bahn darüber lachen kann, spielt hier keine Rolle. Zumal die zuständige DB Netz AG das Thema Immission seit 1999 verstärkt im Blick hat. Im Zuge des freiwilligen Lärmsanierungsprogramms (kein Rechtsanspruch) ist das Unternehmen nun in Wetter angekommen. Mit der Botschaft, dass zwischen Wengern und Volmarstein vier Schallschutzwände vorgesehen sind.

Projektleiter Andreas Tecklenburg erhielt kürzlich im Fachausschuss ausnahmslos Zustimmung für die Pläne, einerseits an hiesigen Streckenabschnitten tätig zu werden und andererseits betroffenen Bürgern Fördergeld für Verbesserungen an Wohnhäusern in Aussicht zu stellen, sofern diese vor 1974 errichtet wurden. Bei neuen Schallschutzwänden sei wichtig, dass der Nutzen in einem vorgegebenen Verhältnis zu den Kosten stehe, so Tecklenburg. Wenn die Bahn effektiv Krach von den Schienen eindämmen kann und auch die Zahl der Vorrichtungen an den Gleisen im Rahmen bleibt, stehen jährlich bis zu 150 Millionen Euro des Bundes bereit.

Sollte 2019 die Genehmigung nach entsprechenden Förderrichtlinien erfolgen, will die DB Netz als Bauherr in den Jahren 2020 und 2021 Schallschutzwände in Wengern (Amselweg, Höhe Nordstraße/Station Wengern Ost), Oberwengern (Höhe Haus Hove/Kita Villa Kunterbunt bis Abzweig Grundschötteler Straße) und unterhalb der Volmarsteiner Bachstraße hochziehen. Diese Vorrichtungen stehen dann rund drei Meter über der Schienenoberkante neben den Gleisen und eignen sich als so genannter aktiver Schutz oft an Güterverkehrsstrecken.

Die DB Netz habe in Wetter auch die Personenstrecke auf der anderen Ruhrseite untersuchen lassen. „Wegen der Topographie mit der recht tiefen Lage sowie der Platzierung der Gebäude kommen hier aber nur passive Maßnahmen infrage, eine Lärmschutzwand wäre nicht effektiv“, so Tecklenburg. Damit meint er beispielsweise Verbesserungen an Häusern bezüglich Fenster, schallgedämmte Wandlüfter, Überarbeitungen an Rollläden, Wänden und Dächern.

Schallwert an Gebäuden ermittelt

Grundlage dafür seien Berechnungen eines beauftragten Ingenieurbüros und der Immissionsgrenzwert an Außenfassaden: Wenn dieser über 57 Dezibel liegt, können Anwohner mit Fördergeld rechnen. Hauseigentümer übernehmen dann zum Schutz der Innenräume nur 25 Prozent der Kosten, der Außenbereich bleibt dabei gewissermaßen außen vor. Weitere Auskünfte will die Bahn Bürgern bei einer Informationsveranstaltung voraussichtlich im ersten Quartal 2019 geben.

Heimische Politiker regten den Bau weiterer Lärmschutzwälle an, etwa unterhalb der Oberwengener Straße im Bereich Voßhöfen (Axel Peitz von der SPD: „Das schallt da den Berg hoch“). Dagegen spreche laut Tecklenburg, dass dort nach entsprechenden Untersuchungen der Kosten-Nutzen-Faktor nicht stimme. „Generell gilt: Wir können mit Blick auf kilometerlangen Schienen keine Strecken umbauen und nur am Rand tätig werden, vor allem an Brücken als Lärmbrennpunkt ist es oft schwierig.“

Aluminium und Anti-Graffiti-Schicht

Die Lärmschutzwände neben den Gleisen in Wengern (dort sehen Fachleute einen Schwerpunkt) sollen unterhalb des Amselwegs 365 und an der Nordstraße 121 Meter lang sein. Vor der alten Ruhbrücke soll an der Oberwengerner Straße ein 351 Meter langer Wall entstehen, in Volmarstein beim Übergang des Ruhrwegs sind es 236 Meter. „In Volmarstein wird es nicht perfekt, aber die Verbesserung mit drei oder gar zehn Dezibel weniger Lärm wird deutlich wahrnehmbar sein“, so Andreas Tecklenburg.

„Andernorts sind Maßnahmen in Wetter nicht förderfähig“, so der Projektleiter. Die neuen Wände neben Stahlpfosten bestehen aus Aluminium-Elementen und einer Anti-Graffiti-Beschichtung. Die Höhe sei mit drei Metern „ein guter Kompromiss“ mit Blick auf den effektiven Schutz und dem verträglichen Eingriff in die Landschaft bezüglich der Optik (Verschattung). Höher dürfe die DB Netz laut Bundesamt auch nicht bauen

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