Wirtschaft

Dörken in Herdecke hat sich gegen Corona gewappnet

Dörken hat sich frühzeitig auf den Virus eingestellt.

Dörken hat sich frühzeitig auf den Virus eingestellt.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Herdecke.  Vor Monaten schon hat Dörken einen Unternehmensstab gebildet ausschließlich für die Auswirkungen von Corona. So war der Betrieb vorbereitet.

Bei Dörken arbeiten zwei von drei Beschäftigten aus der Verwaltung im Home-Office. Und auch sonst ist Einiges unternommen worden, um den Betrieb „Corona“-fest zu machen. Konsequent sind persönliche Begegnungen eingeschränkt worden – zur Sicherheit der Mitarbeitenden und zum Erhalt der Produktion. „Wir haben das erste Quartal hervorragend hinter uns gebracht“, sagt Vorstand Thorsten Koch.

Nur beim Korrosionsschutz gibt es Kurzarbeit. Insgesamt schaut Koch gerne über den Tag hinaus: „In Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung wird uns die Krise nach vorne katapultieren.“ Er habe schon gedacht, er sei „ein altes Zirkuspferd“, sagt der Dörken-Chef über sich, aber so etwas wie die derzeitigen Verhältnisse habe er noch nicht erlebt, auch „weil jeder ganz persönlich berührt ist.“ Anders als beispielsweise nach dem 11. September.

Krisenstab frühzeitig gebildet

Vor Monaten schon hat Dörken einen Unternehmensstab gebildet ausschließlich für die Auswirkungen von Corona. Und so war in dem Betrieb vorbereitet, was jetzt innerhalb von zehn Tagen geklappt hat: 215 von 350 Verwaltungsmitarbeitern haben den Arbeitsplatz nach Hause verlegt. Vor wenigen Wochen wurden auch vorsorglich verschiedene Bereiche räumlich voneinander abgetrennt, mit eigenem Eingang und eigenen Raucherzonen. Die Übergabepunkte für Unterlagen waren genau definiert.

Das Unternehmen an der Wetterstraße wollte handlungsfähig bleiben. Dörken-Chor oder Laufgruppen von Beschäftigten mussten aussetzen. Vor zehn Tagen wurde auch die Kantine geschlossen. „Unsere persönlichen Kontakte im Unternehmen wurden weitestgehend gestoppt,“ so Koch. Das sei eine Aufgabe rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche „und kein Intervallfasten“. Erfolg verspreche nur die Konsequenz.

Die geschäftlichen Zahlen für die ersten Monate des Jahres lagen deutlich über denen des Vorjahres. Für Thorsten Koch ist das ein Zeichen, „dass die Baukonjunktur noch in Takt ist“, für die Dörken ein wichtiger Zulieferer ist. „Wir laufen auf allen Zylindern“, sagt Koch und nennt eine Ausnahme: Der Korrosionsschutz im Bereich der Automobilindustrie. Hier sieht er einen „schleichenden Übergang“: Seit anderthalb Jahre orientiere sich die Branche um in Richtung Elektromobilität, jetzt käme die Corona-Depression mit Werksschließungen in Deutschland hinzu. Hier erwartet er in den nächsten zwei drei Monaten „massive Bremsspuren“.

Schon jetzt sind sie im Unternehmen zu sehen. Für den Bereich Mikrokorrosionsschutz – und auch nur für diesen – hat Dörken Kurzarbeit beantragt. Betroffen ist mehr der Vertrieb als die Produktion. Überstundenabbau in diesem Bereich kommt als Maßnahme hinzu, Resturlaub wird genommen. Kündigungen gibt es nicht, sagt Koch auf Nachfrage.

Umsatzeinbrüche von 50 Prozent

Dörken hat auch in China Niederlassungen und „den Shut-Down dort gespürt“, so Thorsten Koch. Über einen Zeitraum von acht Wochen habe es Umsatzeinbrüche von 50 Prozent und mehr gegeben. „Aber das geht schon wieder hoch.“ Das ist nicht der einzige Grund für Optimismus beim Unternehmenschef: Er ist geradezu „beeindruckt von der Initiative der Mitarbeiter“. Weil denen das direkte Gespräch wegen Corona verwehrt ist, haben sie andere Gesprächskanäle gesucht. Über Whatsapp tauschen sie sich aus, helfen sich etwa bei der Betreuung der Kinder. „Hochsolidarisch“, sagt Koch.

Stolz ist er auch, weil die Verlegung eines Großteils der Verwaltungsarbeit ins Digitale und nach Daheim so gut geklappt hat. „Das macht uns auch nach Corona zu einem deutlich besseren Unternehmen“, zeigt sich der Vorstand überzeugt.

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