Politik

Ein Kompromiss für die Alte Schule ist in Sicht

Zwei volle Etagen, zwei mögliche Nutzungen? Die Künsterin Sofia Kouldakidou kämpft dafür, in der Alten Schule am Oberen Ahlenbergweg bleiben zu dürfen.

Zwei volle Etagen, zwei mögliche Nutzungen? Die Künsterin Sofia Kouldakidou kämpft dafür, in der Alten Schule am Oberen Ahlenbergweg bleiben zu dürfen.

Foto: Klaus Görzel

Herdecke.   Die Bürgermeisterin soll den Vorschlag verfolgen, die Alte Schule nur teilweise mit Flüchtlingen zu belegen. Dann könnten die Mieter bleiben.

Und wieder hat sich der Rat in nichtöffentlicher Sitzung mit der Nutzung der Alten Schule am Ahlenberg beschäftigt. Weiter geht es um die Frage, ob der Rat mit darüber bestimmen kann, ob die Alte Schule ein Ort der Kunst (und der Künstlerin Sofia Kouldakidou) ist oder zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut wird. Allerdings zog die Mehrheit diesmal in eine andere Richtung – und es gibt eine „Bitte“ an die Bürgermeisterin, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Zunächst einmal kassierte der Rat zwei eigene Mehrheitsbeschlüsse. Im März und Juli hatte er mit knappem Vorsprung beschlossen, auf eine Unterbringung von Flüchtlingen in der „Alten Schule“ zu verzichten. Aus Sicht der Stadt wäre das aber nötig, um ausreichend Platz für Flüchtlinge zu haben, wenn andere Quartiere wie absehbar nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Nutzung des eigenen städtischen Gebäudes sei auch aus finanzieller Sicht zwingend, so die Stadt. Die Bürgermeisterin hat die Beschlüsse beanstandet – und diesmal eine Mehrheit gefunden, die ihre Bedenken teilt.

Einladung soll schnell rausgehen

Unmittelbar vor der Sitzung des Rates im März hatte es ein Gespräch im Rathaus gegeben, an dem außer den Fraktionsvertretern Jan Schaberick (SPD) und Peter Gerigk (Grüne) auch Landrat Olaf Schade teilgenommen hat. Bei diesem Gespräch ist auch die Rede davon gewesen, von einem Entweder-Oder zu einem Nebeneinander der beiden Nutzungen zu kommen. Auf diesen Kompromissvorschlag hat sich jetzt der Ehemann der Künstlerin berufen und das gegenüber der Bürgermeisterin auch schriftlich getan. „Wir sind an einer kurzfristigen Lösung der uns seit Ende 2015 sehr belastenden Situation interessiert“, heißt es wörtlich. „Wir wollen endlich Frieden“, hat er dem grünen Ratsherrn Peter Gerigk gegenüber geäußert. Er ist auch Mitglied des Kunstvereins, der sich am Ahlenberg gegründet hat. Der Verein wäre zumindest in einer Hinsicht Leidtragender des Kompromisses: Die bisherigen Ausstellungsräume liegen auf der Ebene, die künftig den Flüchtlingen vorbehalten wäre. Sofia Kouldakidou könnte allerdings Wohnung und Atelier am Oberen Ahlenbergweg behalten. Baulich ließe sich das wohl ohne größeren Aufwand umsetzen. Die Alte Schule hat einen Hintereingang, von dem aus es leicht ins Obergeschoss geht.

Die Bitte an die Bürgermeisterin, auf Basis des Kompromissvorschlages Verhandlungen mit dem Mieterehepaar aufzunehmen, war ebenfalls eine Mehrheitsentscheidung. „Schnellstmöglich“ solle das geschehen, so der Beschluss. Nächste Woche soll die Einladung rausgehen, hat sie auf Nachfrage der Redaktion erklärt.

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