Justiz

Einspruch führt vor dem Amtsgericht Wetter nicht zum Ziel

Die Justizia muss die Entscheidung treffen.

Die Justizia muss die Entscheidung treffen.

Foto: WP

Wetter.  War es nun ein Unfall oder nicht? Der Angeklagte widerspricht den Anschuldigungen, er hätte eine Kollision verursacht und sei geflüchtet.

Eine missachtete Vorfahrt führte zu Beginn des Jahres in Wetter zu einer Kollision und mündete später in einem Streit zwischen den Beteiligten, ob es tatsächlich zum Zusammenstoß kam. Die Entscheidung musste nun das Amtsgericht treffen, da sich der Verursacher des Unfalls zunächst vom Ort des Geschehens entfernte und damit auch noch eine Unfallflucht beging.

Das Jahr begann für die beiden Männer aus Wetter denkbar schlecht. Am Abend des 2. Januar kam es zu dem Zwischenfall im Bereich der Kreuzung Kaiserstraße und Bahnhofstraße. Der spätere Geschädigte hatte Vorfahrt, die ihm der 48-jährige Wetteraner nahm. Bei der folgenden Kollision entstand ein Fremdschaden von knapp 2200 Euro. Den dafür verantwortlichen Fahrer kümmerte das offenbar wenig. Er fuhr einfach weiter.

Gütliche Einigung schlägt fehl

Der Gegner wandte sich daraufhin an die Polizei, nahm aber danach auch noch Kontakt zu dem 48-Jährigen auf, um die Sache eventuell gütlich und ohne Anzeige aus der Welt zu schaffen. Doch der besah sich das andere Auto, entschied, dass es nicht beschädigt war und stellte sich quer. Die Quittung kam kurz darauf in Form eines Strafbefehls: Darin wurde er wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu 30 Tagessätzen à 30 Euro Geldstrafe und zwei Monaten Fahrverbot verurteilt. Sein Widerstand wurde erneut geweckt.

Schaden angeblich nicht sichtbar

Er legte Einspruch ein. In der Verhandlung wurde er jetzt nicht müde, zu beteuern, dass gar nichts passiert sei: „Es gab keinen Zusammenstoß.“ Überhaupt sah er die Schuld beim Gegner. Denn der sei ja nicht losgefahren. Also habe er es getan und in dem Moment habe sich der Andere auch bewegt. Und später habe der den Schaden erstmal suchen müssen, habe rechts und links an seinem Auto geguckt. „Das kam mir so merkwürdig vor.“

Sein Zeuge, den er im Schlepptau hatte, bestätigte, dass es keine Kollision gab. Jedoch war das Erinnerungsvermögen des jungen Mannes bemerkenswert schlecht. Er konnte noch nicht einmal sagen, wo er stand, als er das Ganze beobachtete. Seine Angaben werteten Anklage und Gericht am Ende mehr oder weniger als Gefälligkeitsaussage. Vielmehr überzeugten der Geschädigte und sein Sohn im Zeugenstand. Sie berichteten nachvollziehbar und detailliert, was sich an dem Januarabend ereignete.

Zwei Monate Fahrverbot

Die Vertreterin der Anklage brachte es in ihrem Plädoyer auf den Punkt: „Da ist was passiert und das hat man auch bemerkt.“ Daraufhin wurde der Wetteraner gemäß des Strafbefehls erneut zu 900 Euro und zwei Monaten Fahrverbot verurteilt. Er kündigte umgehend Berufung an.

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