Vandalismus

Ende: Unbekannte besprühen Sparkassen-Filiale mit Graffiti

Eine Mitarbeiterin der Gebäudereinigung Häckel aus Hagen entfernt die Schmierereien an der Außenfassade der Sparkasse HagenHerdecke in Ende.

Eine Mitarbeiterin der Gebäudereinigung Häckel aus Hagen entfernt die Schmierereien an der Außenfassade der Sparkasse HagenHerdecke in Ende.

Foto: Ramona Richter

Herdecke.  Graffiti und kaputte Leuchten: Erneut ist der Platz rund um die Sparkassen-Filiale in Ende Schauplatz von Vandalismus.

Hellblaue Graffiti leuchten an der Außenfassade der Sparkasse HagenHerdecke in Ende. Kreise, Herzchen und Buchstaben stehen dort ohne weiteren Zusammenhang geschrieben. Eine komplette Seite der Filiale ist betroffen. Mittendrin steht in schwarzen Buchstaben ein antisemitischer Spruch. „So etwas habe ich hier bei uns noch nie erlebt“, sagt Klaus-Dieter Gördes, kaufmännischer Geschäftsführer der Herdecker Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (HGWG).

Er schüttelt den Kopf. Dann zeigt er auf die Graffitis, die zwei Mitarbeiter der Hagener Gebäudereinigung Häckel gerade entfernen. „Einfach unfassbar. Wir haben nun Anzeige gegen Unbekannt erstattet.“ Viel Hoffnung, dass sie die Täter finden, habe er aber nicht. Und wann genau sie die Graffiti an die Wand sprühten, wisse er auch nicht. „Entweder in der Nacht zu Samstag oder aber zu Sonntag.“ Auch das große, leuchtende Sparkassenzeichen haben die Unbekannten mutwillig zerstört.

Zerstörte Bänke und Lampen

Es ist nicht das erste Mal, dass Unbekannte auf dem Platz rund um die Sparkasse randalieren. „Erst im Sommer hatten sie einige Lampen beschädigt. Der Schaden beläuft sich bestimmt auf mehrere tausend Euro“, so Gördes. Dann zeigt er auf eine der vielen braunen Holzbänke. Neben einigen Schmierereien auf dem Metallgestell sind unter anderem auch Einkerbungen im Holz zu sehen. Angefangen habe das alles im Frühjahr/Sommer. „Wenn das Geschäft unten schließt, ist es eine sehr ruhige Ecke“, sagt Gördes. Er ist empört darüber, dass Menschen den Platz immer wieder mutwillig zerstören. „Es ist einfach schade. Die Menschen denken gar nicht darüber nach, was es kostet, das alles wiederherzustellen oder zu reinigen.“

Gebäudereiniger Benjamin Häckel kennt das Problem. Gemeinsam mit seiner Kollegin bestreicht er die betroffenen Stellen zunächst mit einer Tinktur, damit die Farbe sich besser löst. „Das kann bis zu drei Stunden dauern, bis wir hier fertig sind“, sagt er und setzt erneut seine Sicherheitsbrille auf. Dann greift er zu einem schwarzen Schlauch. „Sobald sich die Farbe löst, können wir sie mit dem Heißwasser abspritzen. Die Matten auf dem Boden fangen die Farbpartikel auf und können am Ende gesondert entfernt werden“, sagt er weiter.

Mülleimer in Brand gesetzt

Bis zu 500 Euro kostet die Entfernung der Schmierereien an der Sparkassen-Wand. Geld, das anders eingesetzt werden könnte – das weiß auch Thomas Ressel, Prokurist bei der HGWG. „In diesem Jahr ist es wirklich schlimm. Immer wieder finden wir Alkohol dort oben auf dem Platz. Zudem sind beide Mülleimer kaputt und mehrere Lampen. Aber wir haben uns dazu entschlossen, erst einmal nichts zu erneuern“, sagt er, „aus Angst, Unbekannte könnten in wenigen Tagen alles erneut zerstören.“ Es sei noch nicht allzulange her, dass Unbekannte einen Müllbehälter in Brand gesetzt hätten.

Zudem wurden Steine auf den Rewe-Parkplatz geworfen. „Dort an der Lampe sieht man noch einen Stein“, sagt Klaus-Dieter Gördes und zeigt auf die hohe Mastleuchte, deren Glas zersprungen ist. „Wir haben uns überlegt, in Zukunft solche Mastleuchten auch hier oben auf dem Platz aufzustellen. Die können dann nicht so einfach zerstört werden“, sagt er.

Mit Graffiti jedoch habe man in Ende bislang wenig Probleme gehabt. „Zumindest in den vergangenen Jahren kam es kaum vor“, sagt Ressel. „Wir glauben auch, dass es sich weniger um die typischen Graffiti-Sprayer handelt, die hier am Werk waren, sondern Jugendliche, die ihren Frust an der Wand auslassen wollten. Es ist ein ruhiger Platz, wo man gut sitzen und trinken kann. Irgendwann ist dann die Hemmschwelle überschritten.“ Damit dies die Ausnahme bleibt, appelliert Gördes an die Mitmenschen. „Wenn jemand etwas Auffälliges sieht, sofort Bescheid geben.“

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