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Erste Ideen für Schulerweiterung in Herdecke

Die Mensa im Schulzentrum an der Hengsteyseestraße in Herdecke könnte aufgestockt und nach beiden Seiten hin erweitert werden, um für Realschule und Gymnasium mehr Räume zu schaffen.

Die Mensa im Schulzentrum an der Hengsteyseestraße in Herdecke könnte aufgestockt und nach beiden Seiten hin erweitert werden, um für Realschule und Gymnasium mehr Räume zu schaffen.

Foto: Klaus Görzel

Herdecke.   Zwischen Gymnasium und Realschule in Herdecke steht die Mensa. Sie könnte aufgestockt und verlängert werden, um die Raumnot zu lindern.

Nicht neben dem Gymnasium zum Ruhrufer hin, nicht vor der Realschule im großzügigen Zugangsbereich – nachdem klar war, wo überall ein Schulerweiterungsbau nicht möglich ist, hatte Claudia Schulte vom Gebäudemanagement der Stadt dann doch einen Vorschlag: Die Mensa an der Hengsteyseestraße wird aufgestockt und an beiden Seiten verlängert. Eine „erste Ideenskizze“ sei das, wollte Claudia Schulte ihren Vorschlag nicht zu hoch hängen, „das ist alles noch nicht ausgereift“, schob sie nach. Den Politikern im Schulausschuss gefiel aber durchaus, was sie sich so überlegt hatte.

Realschule und Gymnasium platzen aus allen Nähten. Ein Erweiterungsbau soll Abhilfe schaffen, nutzbar für Schüler beider Schulen. Mal würden Fenster zugebaut, wenn die vorhandenen Schulgebäude verlängert würden, oder es liegen Kanäle im Erdreich, über denen kein Gebäude errichtet werden darf. Nicht so bei der Mensa. Sie ist zwar erst ein paar Jahre alt und hat auch noch ein Pultdach. Aber das ließe sich abtragen. Und schon könnte nach oben und zu den Seiten hin dazu gebaut werden. Klassenräume und Differenzierungsräume sollen hier entstehen, keine naturwissenschaftlichen Fachräume. Aber die beiden Pavillons auf dem Schulhof des Gymnasiums sollen sie ersetzen. Und, großer Vorteil: Während der Bauzeit kann der Unterricht auch in den Pavillons weitergehen. Erst danach kommt das Abrisskommando. Auch die Feuerwehrzufahrt, jetzt zwischen Mensa und zweistöckigem Pavillon, ließe sich leicht verlegen.

Ein Gebäude von 60 Metern Länge an der Hengsteyseestraße könnte entstehen, drei Geschosse hoch und damit durchaus dem Friedrich-Harkort-Gymnasium gut angepasst, das ebenfalls bis zu drei Geschosse hat. Die Realschüler müssten über die Straße herüber kommen, auf einem Weg, der vielleicht noch so auszuzeichnen wäre, dass keine Gefahr für die Kinder beim Überqueren besteht.

Klare Kante zur Straße hin

Claudia Schulte sieht weitere Pluspunkte für eine nach oben und zur Seite umfasste Mensa: Das künftige Gebäudeensemble würde nicht zergliedert wirken, gerade zur Hengsteyseestraße hin gibt es eine klare Kante. Aber auf die Planer warten noch eine Reihe von Aufgaben: Das künftige Gebäude muss den neuen Standards entsprechen und barrierefrei werden, beim Heizen sollten erneuerbare Energien mit zum Einsatz kommen, und auch hier gibt es ein paar Leitungen im Boden, die möglicherweise umzulegen sind.

Der Raumbedarf beider Schulen ist gewachsen, ohne dass dafür auch die Zahl der Schüler im gleichen Maße gewachsen wäre. Ein Auftrag an die Planer: Schon jetzt im Auge behalten, dass auch im erweiterten Schulzentrum irgendwann einmal die Räume wieder zu knapp werden könnten.

>>>Frühere Vinkenbergschule scheidet zur Entlastung aus

Würde die Einrichtung von sechs Klassenräumen in der ehemaligen Vinkenberg-Grundschule dem Gymnasium oder der Realschule Entlastung bringen? Die Verwaltung hatte bei den beiden Schulen gefragt und danach von diesem vermeintlichen Ausweg abgeraten. Nun bestätigten die Politiker im Schulausschuss diesen Kurs.

Malte Dürr (SPD) zollte „Respekt vor den sehr, sehr guten Argumenten“ der Schulen gegen diesen Teilumzug. Patrick Wicker (CDU) sah ebenfalls „keinen Bedarf mehr für eine weitere Prüfung“, Iris Stalzer von der UWG sprach von „eindeutigen und nachvollziehbaren“ Überlegungen der Schulen, Andreas Disselnkötter (Grüne) hatte sogar „einen einzigen Aufschrei des Widerstandes“ vernommen. Wilhelm Huck (FDP) fragte zumindest bei den Kosten noch mal nach. Auch hier gebe es keine echten Vorzüge gegenüber einer Anbau-Finanzierung, sechs Räume reichten bei weitem nicht aus, organisatorisch (Aufsicht, Fußwege) gebe es auch Probleme, so die Stadt.

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