Gericht

Ex-Freundin aus Herdecke bewusstlos gewürgt

Der Prozess wird bereits am Dienstag fortgesetzt.

Der Prozess wird bereits am Dienstag fortgesetzt.

Foto: Michael Kleinrensing

Herdecke.   Aggressiv, brutal, jährzornig: Der Strafprozess gegen den ehemaligen Lebensgefährten des Opfers wird bereits am Dienstag fortgesetzt.

Sie erhoffte sich die große Liebe – doch sie erhielt das große Leid: Bis zur Bewusstlosigkeit soll eine junge Frau aus Herdecke (34) von ihrem ehemaligen Lebensgefährten (34) gewürgt worden sein. Der ist seit gestern wegen gefährlicher Körperverletzung am Landgericht Hagen angeklagt.

Aggressiv, brutal und jähzornig. So wird Mohamed P., der sich ohne festen Wohnsitz gern bei Frauen in ganz NRW (unter anderem in Münster und Dortmund) aufhält, beschrieben. In zwei bekannt gewordenen Beziehungen kam es zu gewalttätigen Übergriffen, einmal erschien die Polizei zu einer sogenannten „Gefährderansprache“.

Im Internet kennengelernt

Den orientalisch aussehenden Mann mit deutscher Staatsbürgerschaft, dunklem Vollbart, auffälligen Tätowierungen an Hals und Händen sowie funkelnden Ringen in beiden Ohrläppchen, hatte die Herdeckerin über ein Dating-Portal im Internet kennengelernt. Die zierliche Frau wurde relativ schnell schwanger. Der Angeklagte bestreitet vehement, der Vater zu sein, bezeichnete den heute sechs Monate alten Sohn als „Bastard“ und wollte von ihr nichts mehr wissen.

Beleidigt und bedroht

Doch dann, Anfang November, zwei Monate nach Geburt des Kindes, stand der Angeklagte plötzlich wieder auf der Matte. „Er verlangte auf einmal, das Baby zu sehen, es sei sein Wunschkind“, schilderte die Mutter vor Gericht die damals für sie erfreuliche Wandlung des Mannes: „Er hat dem Baby die Pampers gewechselt und es gefüttert. Das hätte ich nie gedacht.“

Doch dann, am 11. November, einem Sonntag, kam es in der Wohnung im Weg zum Poethen gegen 18 Uhr zu einem Streit um ihr Handy, das sie ausgeschaltet hatte. Der rasend eifersüchtige Angeklagte vermutete einen anderen Mann dahinter, bezeichnete sie als „Schlampe“ und „Hure“ und schlug ihr mehrfach, mindestens dreimal, mit der flachen Hand ins Gesicht. Als sie anfing zu weinen, hätte er sie angeschrien, sie solle leise sein – sonst steche er ihr ein Messer in den Bauch.

Im Laufe des selben Abends kam es zu einer weiteren Auseinandersetzung: Er boxte ihr mehrfach seine Faust ins Gesicht, drückte dann mit beiden Händen ihren Hals fest zu, würgte sie drei Minuten lang, bis sie ihr Bewusstsein verlor.

Schädel-Hirn-Trauma

Starke Einblutungen in beiden Augen, Prellungen am Kiefer- und Jochbein. ausgeprägte Würgemale am Hals, Schwellungen im Nacken sowie ein Schädel-Hirn-Trauma zweiten Grades waren die Folgen.

Rechtsmedizinerin Dr. Katharina Jellinghaus: „Durch das Würgen war die Blutzufuhr zum Gehirn relevant unterbrochen: Das war akut lebensgefährlich.“

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