Brauchtum

Fest vom Schützenkreis Ennepe-Ruhr zum 50-jährigen Bestehen

Zahlreiche Königspaare aus den angeschlossenen Vereinen ziehen beim Jubiläumsfest des Schützenkreises in den Saal der Gaststätte „Rosine“ in Voerde ein.  Dort begrüßt der Vorsitzende der Dachorganisation der Vereine aus der heimischen Region Vertreter aus fast allen EN-Städten und viele weitere Gäste.

Zahlreiche Königspaare aus den angeschlossenen Vereinen ziehen beim Jubiläumsfest des Schützenkreises in den Saal der Gaststätte „Rosine“ in Voerde ein. Dort begrüßt der Vorsitzende der Dachorganisation der Vereine aus der heimischen Region Vertreter aus fast allen EN-Städten und viele weitere Gäste.

Foto: Hans-Jochem Schulte

Ennepe-Ruhr.   Vor 50 Jahren in Haßlinghausen gegründet, feierten nun Vereinsvertreter auch aus Wetter und Herdecke das Jubiläum vom Schützenkreis Ennepe-Ruhr.

Auf einem Obelisken der Paulskirche in Frankfurt, eine Stätte der deutschen Demokratie, steht: „Turner, Sänger und Schützen sind des Reiches Stützen.“ Friedrich-Wilhelm Thun, der Ehrenvorsitzende des Schützenkreises Ennepe-Ruhr, erinnerte in der Jubiläumsfeier anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Dachorganisation der Vereine an diese Aussage. Thun würdigte das demokratische Leben in den Schützenvereinen.

Im Saal der „Rosine“ in Ennepetal-Voerde wurde das Jubiläumsfest nach alter Schützensitte gefeiert. Königspaare, festlich gekleidet, Frauen mit Krönchen im Haar und Männer mit Königsketten und Orden versehen bevölkerten die Bühne. Hinter ihnen waren Standarten und Traditionsfahnen aufgebaut.

Der Vorsitzende des Schützenkreises, Erwin Wesner, rief dann auch froh gelaunt den Gästen und Schützendelegationen im Saal zu: „Ich sehe nur fröhliche Gesichter.“ Stunden später, als alle Reden geredet waren, ging Wesner noch einmal ans Mikrofon und sagte: „Diese Aussagen aus der Politik tun uns gut. Das ist leider nicht immer so.“

Vielfalt, Tradition, Heimatliebe

Repräsentanten der meisten Städte im EN-Kreis kamen zum Fest, an der Spitze Landrat Olaf Schade. Alle gingen auf die Vielfalt im Schützenwesen ein, würdigten das Bewahren der Tradition, die Heimatliebe und das gesellschaftliche Engagement. Enden sonst die Reden der Politiker an Ennepe und Ruhr mit einem „Glück auf“, so war beim Jubiläumsfest ein mehr oder weniger starkes „Horrido“ zu hören.

„Wir sind hier, um uns selbst zu feiern“, sagte Kreisvorsitzender Erwin Wesner in seinen offiziellen Begrüßungsworten. Dann übernahm die Politik einen Großteil des Abends. Der Landrat wünschte ein „scharfes Auge und eine sichere Hand“ und sagte: „Sie leben Gemeinschaftsgeist.“ Breckerfelds Stadtoberhaupt André Dahlhaus schilderte das Schützenleben in der alten Hansestadt und verriet: „Schützen haben bei uns einen besonderen Status.“ Ennepetals Bürgermeisterin Imke Heymann ging auch auf die sportlichen Erfolge der heimischen Schützen ein. „Tradition und Brauchtumspflege sind neben ehrenamtlichem Engagement der Kitt, der unsere Gesellschaft auch und gerade in Zeiten der Globalisierung zusammenhält!“ Es habe nichts Überholtes und Rückständiges.

Ein „Machen Sie weiter so“, rief Gevelsbergs stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Babett Bolle den Schützen zu. Karin Striepen, stellvertretende Bürgermeisterin in Herdecke, lobte das Miteinander in den Vereinen und sprach von „sozialer Integration“. Schwelms Bürgermeisterin Gabriele Grollmann: „Es ist wunderbar, dass Sie Tradition und Moderne gleichzeitig leben.“ Sie zeigte sich beeindruckt von dem festlichen Bild im Saal. Werner Sauerwein, stellvertretender Bürgermeister in Sprockhövel, ging auf den ehrenamtlichen Arbeitseinsatz der Schützen ein. Dass er gerne bei den Schützen ist, tat Wetters Bürgermeister Frank Hasenberg kund. „Die Schützenvereine in Wetter haben einen guten Ruf“, sagte er.

Hegering-Bläsercorps musiziert

80.000 Mitglieder aus 900 Vereinen vertrat der Vizepräsident des Westfälischen Schützenbundes, Arnold Kottenstedde. Er dankte Landrat und Stadtoberhäuptern für die Bekenntnisse zum Schützenwesen. „Ich bin sicher, es waren keine Sonntagsreden.“ Er riet den Schützen, Klima- und Umweltschutz im Blick zu haben. Der Vizepräsident überreichte eine Ehrengabe an den Kreisvorsitzenden Erwin Wesner. Eine solche übergab auch die Bezirksvorsitzende Susanne Zappe.

Das Bläsercorps des Hegering Ennepetal unter Leitung von Achim Vormann musizierte zwischen den Wortbeiträgen, u. a. auch eigene Kompositionen. Nach dem Gang zum Büffet wurden Lose für eine Tombola angeboten. Der Erlös geht an die DKMS, die den Blutkrebs bekämpft. Die Schützen haben eine Partnerschaft mit der Organisation.

25 Vereine dabei

Der Schützenkreis Ennepe-Ruhr wurde vor 50 Jahren in Haßlinghausen gegründet. Er löste sich damit aus dem bestehenden Schützenkreis Hagen/Ennepe-Ruhr. Grund der Aufteilung: Die Durchführung von Meisterschaften bei steigender Teilnehmerzahl aus damals 45 Vereinen wurde immer schwieriger. Aktuell besteht der Schützenkreis Ennepe-Ruhr aus 25 Vereinen mit 1831 Mitgliedern.

Auch Kinder können schon am sportlichen Schießen teilnehmen, sie schießen allerdings nicht mit Patronen, sondern ungefährlich mit dem Lichtpunktgewehr. Mit diesem Sportgerät werben auch Schützen bei Veranstaltungen für ihren Sport und somit auch für junge Mitglieder. Die Jugendleitung des Schützenkreises wies mit einem Beitrag auf der Bühne spielerisch darauf hin.

Auszeichnungen

In der Festveranstaltung in der „Rosine“ in Voerde wurde das Ehepaar Wesner mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Erwin Wesner ist seit 2011 der 1. Vorsitzende des Schützenkreises Ennepe-Ruhr, Klaudia Wesner ist die Geschäftsführerin. Erwin Wesner zählt zum Schützenverein Herzkamp, Klaudia Wesner zum Schützenverein Wengern-Oberwengern. Christine Neuburg, 1. Vorsitzende des Schützenvereins Volmarstein, und Francesco Faro, 1. Vorsitzender des Schützenvereins Wengern-Oberwengern, baten überraschend den derzeitigen Vorstand des Schützenkreises auf die Bühne und zeichneten die Frauen und Männer mit Ehrengaben aus. Neben dem Ehepaar Wesner sind es Susanne Zappe, Gerd Niggeloh, Ingrid Niggeloh (alle Wengern-Oberwengern), Beate Kollbach (Schwelm), Ralf Stoerring (KKSV Gevelsberg), Ferdinand Kammering (Volmarstein), Jacqueline Schulz, Jessica Conrad (beide Altenvoerde), Arnd Klein, Sarah Leidenfrost (beide Milspe), Monika Brink (BSF Gevelsberg) und Katja Denninghaus (BS Ennepe-Ruhr).

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben