Sicherheit

Feuerwehr hat Denkmalviertel in Wetter und Herdecke im Blick

Nach dem Brand in der Schwelmer Altstadt fragt die Lokalredaktion, wie gefährdet die Denkmalviertel in Wetter und Herdecke sind.

Nach dem Brand in der Schwelmer Altstadt fragt die Lokalredaktion, wie gefährdet die Denkmalviertel in Wetter und Herdecke sind.

Foto: Bernd Henkel

Wetter/Herdecke.  Besondere Einsatzpläne gibt es für einen Brand in den Denkmalvierteln von Wetter und Herdecke nicht. Die Feuerwehren sind dennoch vorbereitet.

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Zwei historische Fachwerkhäuser in der Schwelmer Altstadt wurden am Samstag ein Raub der Flammen. Begünstigt durch den starken Wind, bekämpften teilweise über 100 Feuerwehrleute das Feuer - auch um ein weiteres Übergreifen der lodernden Flammen auf benachbarte Häuser zu verhindern. In der Freiheit in Wetter und im Herdecker Bachviertel stehen ebenfalls denkmalgeschützte Fachwerkhäuser teils dicht aneinander - sind diese Viertel im Falle eines Brandes besonders gefährdet, und haben die Freiwilligen Feuerwehren der beiden Ruhrstädte gesonderte Pläne für den Notfall? Die Lokalredaktion fragte nach bei den beiden Sprechern der Feuerwehren, Patric Poblotzki (Wetter) und Christian Arndt (Herdecke).

„Es gibt keine speziellen Brandschutzpläne für die Freiheit. Der erste und wichtigste Schutz ist, dass alle Häuser mit Rauchmeldern ausgestattet sind. Was ja leider immer noch nicht der Fall ist“, erklärt Patric Poblotzki. Feuerlöscher in Privathäusern seien zwar nicht Vorschrift, aber durchaus effektiv, „wenn man das Feuer früh genug erkennt. Bei einer gewissen Größe hilft jedoch auch ein Zwölf-Kilo-Löscher nicht mehr“. Auf jeden Fall sollte ein Feuerlöscher für den Privathaushalt CE-geprüft sein und alle zwei Jahre gewartet bzw. ausgetauscht werden.

Alarm für alle drei Löschzüge

Obwohl es keine besonderen Einsatzpläne etwa für Fall eines Feuers in der historischen Freiheit gebe, würde die Feuerwehr aber von sich aus direkt Stadtalarm geben, so Poblotzki. „Normalerweise rücken bei einem gemeldeten Wohungsbrand zwei Löschzüge aus und der dritte nur auf Anforderung. Bei einem Brand in der Freiheit würden wir direkt alle drei Löschzüge dorthin ziehen. Der Grundschutz würde von anderen Feuerwehren wie Witten gesichert. Teilweise kommen die Wittener zu uns und besetzen unsere Wache. Die interkommunale Zusammenarbeit klappt da ganz gut.“

Hohes Gefahrenpotential

Als Ortsteil mit besonders hohem Gefahrenpotential eingestuft ist das Bachviertel in Herdecke mit seinen kleine Gässchen und etlichen denkmalgeschützten Gebäuden. „Es gibt keine besonderen Einsatzpläne, aber wir haben ein Gefahrenkataster für Herdecke, das im Brandschutzbedarfsplan verankert ist. Demnach ist das Gefahrenpotential in der Altstadt besonders hoch. Wenn eine Meldung von dort kommt, geben wir sofort Stadtalarm, um schnell vor Ort zu sein“, erklärt Christian Arndt, Sprecher der Herdecker Feuerwehr. Die Wehr kategorisiere zudem Brände in fünf Brandstufen: „Stufe fünf bedeutet ausgedehnter Brand oder Brand in einem denkamlgeschützten Haus. Und von der Vorgehensweise bedeutet das für uns: Zunächst einmal müssen alle Menschen raus, und danach gilt es, ein Übergreifen des Brandes auf umliegende Gebäude zu verhindern.“

Christian Arndt weiß auch, dass „solche alten Gebäude, wie sie im Bachviertel stehen, Bestandsschutz genießen. Da kann man in Sachen vorbeugendem Brandschutz nicht mehr viel machen. Teilweise wurden als Dämmung in den Wänden noch Zeitungen verarbeitet; das ist höchst brennbar. Und Gebäudeabschlusswände gab es damals auch noch nicht.“

Baurechtlich dürfe der Bestandsschutz für historische Gebäude erst gebrochen werden, wenn eine konkrete Gefahr für Personen bestehe.

Überörtliches Einsatzkonzept

Grundsätzlich erinnerte der Feuerwehrsprecher in diesem Zusammenhang ebenfalls an die Rauchmelder-Pflicht. Und er appelliert an alle Bürger: „Wenn man Brandgeruch wahrgenommen hat, soll man auf Nummer sicher gehen und uns sofort anrufen; denn wir haben ganz andere Möglichkeiten, etwa auch in den Wänden Entstehungsbrände zu entdecken.“ Im Falle eines Dachstuhlbrandes wie am Samstag in der Schwelmer Altstadt würde die Herdecker Feuerwehr sofort überörtliche Drehleitern hinzuziehen. Christian Arndt: „Es gibt ein überörtliches Einsatzkonzept für alle neun Städte des Ennepe-Ruhr-Kreises., in dem festgelegt ist, welche Städte bzw. Feuerwehren sich im Notfall im EN-Kreis unterstützen. Für Herdecke wären das Wetter und Witten und im zweiten Schritt Gevelsberg und Sprockhövel.“

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