Katastrophenschutz

Flutbox bietet „Erste Hilfe“ bei Hochwasser

Die Freiwillige Feuerwehr (Ralf Tonetti) und Stadtbetrieb Wetter (Markus Zollinger) informieren über die Flutbox.

Foto: Klaus Görzel

Die Freiwillige Feuerwehr (Ralf Tonetti) und Stadtbetrieb Wetter (Markus Zollinger) informieren über die Flutbox. Foto: Klaus Görzel

Wetter.   Feuerwehr und Stadtbetrieb in Wetter präsentieren beim Umwelttag am Samstag eine tolle Kiste. Sie hilft nicht in allen, aber in vielen Fällen.

Auf den ersten Blick sieht die Kiste aus wie eine dieser kleinen, einklappbaren Einkaufskisten. Und tatsächlich kann sie Einkäufe retten, zumindest, wenn diese in einem Keller lagern, der voll zu laufen droht. Dann schlägt die Stunde der Flutbox. Was in ihr steckt, wollen Feuerwehr und Stadtbetrieb beim Umwelttag am Samstag zeigen.

Mehr Vorsorge nötig

Zunächst einmal gibt es Vorschusslorbeeren. Sie gelten dem Preis, aber auch der Handhabbarkeit. 225 € plus Mehrwertsteuer müssen für die graue Kiste auf den Tisch gelegt werden. Und dann kann es eigentlich schon losgehen: Schlauch nach draußen rollen zum Ablaufen, die Kiste mit der Pumpe drinnen ins Wasser stellen, Personenschutzschalter als Zwischenstecker in die Dose. „Mehr machen wir eigentlich auch nicht“, sagt Wetters Feuerwehrchef Ralf Tonetti, Nur dass im Fall eines Hochwassers oder bei einem Starkregen die Feuerwehr nicht an allen Orten gleichzeitig sein kann.

Sollte also Jedermann die tolle Kiste jetzt im Keller zu den Vorräten stellen? Tonetti verneint.

„Aber jeder, der weiß, dass er schon mal Probleme mit Wasser hatte, sollte sich so ein Ding anschaffen.“ Dann sei die Flutbox eine „erste Hilfe“, bevor die Feuerwehr mit ihren Pumpen eingreifen kann. Die Tauchpumpe kann bis zu 50 Badewannenfüllungen pro Stunde aus dem Keller drücken, eine ganze Menge also.

Und doch setzt Markus Zollinger vom Stadtbetrieb eigentlich auf eine andere Lösung. Sie lautet wir beim Zähneputzen: Prophylaxe. „Die Flutbox ist eine Lösung für Extremfälle. Aber eigentlich wäre es besser, wenn die Leute über den Verlauf und den Zustand ihrer Grundleitungen besser Bescheid wüssten.“ Und sie sollten wissen, dass man sich auch durch die Rückschlagklappe in der Hausleitung vor ungebetenen Wassermassen schützen kann. „Wartung einmal im Jahr ist wichtig“, sagt Markus Zollinger und bietet Bürgern Hilfe an, die nicht so genau wissen, wo zu ihrem Haus welche Leitungen laufen.

„Für den kleinen Fall machen die Flutboxen Sinn“, findet auch Markus Zollinger, als Überbrückung bis zum Eintreffen der Wehr oder wenn das Wasser im Keller nicht höher als 50 oder 60 Zentimeter klettern will. Ralf Tonetti kennt einen anderen Verwendungszweck: „Die Flutbox ist gut für Häuser, in denen ohnehin gepumpt wird. Als preiswerte Reservepumpe.

„Die Regenereignisse nehmen zu“, ist Ralf Tonetti auch für die Zukunft überzeugt. Natürlich werden sie nicht alle so heftig ausfallen wie der Niederschlag vor vier Jahren in Wengern. „100 Liter fielen da in der halben Stunde pro Quadratmeter“, erinnert sich Markus Zollinger. Eine Flutbox hätte da auch nichts mehr gebracht, ist er überzeugt. Im Zentrum der Wassermassen nicht, glaubt auch Ralf Tonetti, „an den Rändern aber vielleicht schon.“

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