Handel

Fotos zeigen den Wandel im Handel in Herdecke

Ob farbig oder schwarz-weiß: Die Aufnahmen von Geschäften in Herdecke nehmen die Betrachter mit auf eine Zeitreise. Wo haben sie früher gekauft? Wer hat sie bedient? Was ist aus den Läden geworden?

Ob farbig oder schwarz-weiß: Die Aufnahmen von Geschäften in Herdecke nehmen die Betrachter mit auf eine Zeitreise. Wo haben sie früher gekauft? Wer hat sie bedient? Was ist aus den Läden geworden?

Foto: Klaus Görzel

Herdecke.   Heimatverein erinnert in der Sparkasse an längst vergessene Geschäfte. Besucher können sich erinnern – oder helfen, Wissenslücken zu schließen.

Der Handel im Wandel beschäftigt den Herdecker Heimat- und Verkehrsverein eigentlich schon seit der Gründung 1984. Gute Geschäfte ziehen Gäste aus den Nachbarstädten an. Ein lebendiger Einzelhandel stärkt aber auch das soziale Gefüge, ließ Heimatvereinsvorsitzender Christian Münch die Besucher der Fotoausstellung über den „Handel im Wandel“ wissen. In der Sparkasse an der Stiftsstraße ist sie bis 24. November während der Öffnungszeiten zu sehen.

„Fiege Schuhe“ steht über den Schaufenstern auf einer alten Schwarz-Weiß-Aufnahme. „Heute ist da ,Die zwei Blumen’“ drin“, weiß eine Ausstellungsbesucherin und hat auch für den verkohlten Dachstuhl im Haus dahinter eine Erklärung: eine Gasexplosion habe es damals gegeben, erinnert sie sich. Auch das Gebäude nebenan sagt ihr noch etwas. „Drogerie Kosmetik“ bietet da die Leuchtreklame von Fichtel an. Mittlerweile ist der stattdessen entstandene Neubau am Stelenbrunnen längst schon nicht mehr neu.

Selten wird der Wandel so deutlich wie bei dem Haus oberhalb vom Viehmarktbrunnen. Ein Foto zeigt das Gebäude mit dem Schriftzug von „Schlecker“, beim nächsten steht „Gassmann“ über dem Eingang. Aktuell müsste die Reklame „Tedi“ heißen.

Kindheitsträume bei Gottschalk

Viel hat sich verändert,, „aber ich glaube, man kann in Herdecke wieder mehr kaufen“, sagt Christian Münch und denkt dabei vor allem an die Nahversorgung. Nicht auf die Breite des Angebots, sondern auf die Höhe des Umsatzes zielt Sparkassenvorstand Frank Mohrherr. Er weiß: „In Herdecke ist in den letzten Jahren deutlich mehr Geld ausgegeben worden von Herdeckern, aber auch von Kunden von außerhalb.“

Das persönliche Lieblingsgeschäft von Christian Münch war M42, bekennt er vor den Besuchern der Ausstellungseröffnung. Diese Nummer ist „Spielwaren Gottschalk“ bei der systematischen Erfassung der Geschäftswelt in Herdecke zugeteilt worden. Brunhilde Conjaerts, Mitgründerin und langjährige Vorsitzende des Heimatvereins, wusste dagegen Textilhaus Denecke zu schätzen. Läden, die es längst nicht mehr gibt. Im Gegensatz zur Sparkasse. Eines der Fotos vielleicht aus den siebziger Jahren zeigt den Altbau und einen gläsernen Anbau. So haben auch die Gastgeber ihr Haus noch nie gesehen – und sind schnell vor die Tür gegangen, um das Bild von damals in das heutige Stadtbild richtig einzuordnen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben