Gesundheit

Für eine bessere Versorgung der Patienten in Wetter

Dr. Jörg Woeste (3. von rechts), Susanne Fischer (4. von rechts) und Dr. Stephan Schleyer (6. von rechts) vom Praxisnetz tauschen sich erstmals mit Leitern von Pflegeheimen und Pflegediensten aus.

Dr. Jörg Woeste (3. von rechts), Susanne Fischer (4. von rechts) und Dr. Stephan Schleyer (6. von rechts) vom Praxisnetz tauschen sich erstmals mit Leitern von Pflegeheimen und Pflegediensten aus.

Foto: Elisabeth Semme

Wetter/Ennepe-Ruhr.   Die Ärztliche Qualitätsgemeinschaft treibt Austausch mit relevanten Berufsgruppen voran. Erstes Treffen mit Pflegeheim- und Pflegedienstleitern.

„Wir kriegen ein Riesenproblem mit der alternden Bevölkerung, und das bewältigen wir nur, wenn wir die Prozesse abstimmen und kommunizieren“, sagt Dr. Stephan Schleyer, der gemeinsam mit Susanne Fischer und Dr. Jörg Woeste die Geschäfte bei der Ärztlichen Qualitätsgemeinschaft EN-Mitte führt. Erstmals hatte das Praxisnetz jetzt die Leiter bzw. Leiterinnen von Pflegeheimen sowie ambulanten Pflegediensten zu einem intensiven Austausch ins Bürgerhaus eingeladen.

„Uns als Qualitätsgemeinschaft geht es darum, eine gute medizinische Versorgung aufrecht zu halten und weiter zu optimieren. Um die Schnittstellenproblematik im Blick zu halten, treffen wir uns seit über eineinhalb Jahren schon mit Apothekern und Psychotherapeuten“, erklärt Susanne Fischer. Und ergänzt: „Heute funktioniert medizinische Versorgung anders als früher, als alles nur über den Arzt ablief. Heute müssen verschiedene Disziplinen miteinander kooperieren; eine Vernetzung von beiden Seiten ist wichtig. Deswegen wollen wir eventuell auch gemeinsame Projekte planen. Schnittstellen sind wichtig, damit Patienten gut versorgt werden können.“

Weil die gute medizinische Versorgung von Patienten aus Wetter und Umgebung, die stationär in Pflegeheimen untergebracht sind oder sich in der Obhut von ambulanten Pflegediensten befinden, ein besonderes Anliegen des Praxisnetzes ist, hatten die Mediziner nun eben auch Heimleiter und Pflegedienstleiter eingeladen. Dabei ging es unter anderem darum, Bedarfe zu eruieren, die Zusammenarbeit zu vertiefen und gegebenenfalls gemeinsam neue Versorgungskonzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Zur großen Bedeutung der Zusammenarbeit von Praxisnetz mit Apothekern, Heimleitern und Psychotherapeuten erklärte Dr. Jörg Woeste: „Wir haben hier in Wetter genau so viele Heimplätze wie Witten, aber nur ein Viertel der Ärzte. Das muss gut organisiert werden, damit es funktioniert. Es geht uns um die Sicherheit der Patienten; denn der Patient leidet, wenn es nicht läuft.“ Alte, bettlägerige Menschen, die womöglich noch nicht einmal mehr Angehörige haben, die sich kümmern, seien „die Ärmsten der Armen“.

Wertschätzung der Berufe

Dass die Ärzte im Praxisnetz nun auch den Austausch mit den Pflegeheimleitern bzw. Pflegedienstleitern suchten, „dass wir mit diesem Berufszweig ins Gespräch kommen wollen, hat was mit Wertschätzung der Berufe zu tun“, betonte Woeste. Bis auf die Evangelische Stiftung Volmarstein seien alle Einrichtungen vertreten, sogar aus Nachbarstädten wie Herdecke und Gevelsberg. Dem ersten Treffen mit zehn Einrichtungsleitern sollen auf jeden Fall weitere folgen.

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