Sekundarschule

Fußball soll Integration ins Rollen bringen

Gemeinsam für Vielfalt: Lehrerin Ramona Karau (Mitte) holte Ex-Fußballprofi Jonas Ermes und sein Integrationsprojekt „In safe hands“ an die Sekundarschule. Für Hansa, Vanessa und Jan (von links) gab es nach dem Turnier Fairnesspunkte.

Foto: Elisabeth Semme

Gemeinsam für Vielfalt: Lehrerin Ramona Karau (Mitte) holte Ex-Fußballprofi Jonas Ermes und sein Integrationsprojekt „In safe hands“ an die Sekundarschule. Für Hansa, Vanessa und Jan (von links) gab es nach dem Turnier Fairnesspunkte. Foto: Elisabeth Semme

Wetter.   Ex-Fußballprofi Jonas Ermes besuchte mit seinem Projekt „In safe hands“ die Sekundarschule Wetter. Am Ende stand ein Fußballturnier.

Ohrenbetäubendes Kreischen schallt durch die Halle am See. Schülerinnen und Schüler stehen wie elektrisiert am Spielfeldrand, dann reißen sie die Arme in die Höhe. „Toooor“ jubeln einige und umarmen sich. Mit einem Fußballturnier der drei sechsten Klassen der Sekundarschule am See endete am Mittwoch das Projekt „In safe hands“, das der Ex-Fußballprofi des VfL Bochum Jonas Ermes mit seinem Verein in den fünften und sechsten Klassen durchgeführt hat.

Knapp zwei Jahre ist es her, dass der Ex-Torwart gemeinsam mit Andreas Luthe, ebenfalls langjähriger Spieler des VfL Bochum, den Verein „In safe hands“ gründete. „Der Verein versucht, Integration mit Hilfe des Fußballs zu fördern. Fußballprojekte bringen Kinder jeglicher Herkunft auf den Platz, so dass sie sich und auch andere Kulturen kennenlernen können. Und im besten Fall Integrationsprozesse eingeleitet werden können“, erklärt Jonas Ermes. Weiterer Schwerpunkt in der Vereinsarbeit sei die politische Bildung in Themenbereichen wie Migration, Integration, Vielfalt und Rassismus-Prävention. „Wir glauben, dass wir eine offene Gesellschaft schaffen müssen, damit damit Integrationsprozesse schon im Kindesalter auf fruchtbaren Boden fallen“, so der 25-Jährige Ex-Fußballer weiter.

Premiere in Wetter

Diese Ziele vor Augen, werden Jonas Ermes und seine Vereinsmitstreiter ab Herbst unter anderem drei Bochumer Schulen besuchen, um dort ihr Integrationsprojekt durchzuführen. „Hier an der Sekundarschule testen wir das Projekt sozusagen. Es ist die erste Schule, an der wir das Projekt durchführen“, so Ermes.

Der Kontakt zu dem Ex-Fußballer und seinem Verein kam über einen befreundeten Fotografen von Lehrerin Ramona Karau zustande. Ein typischer Schul-Projekttag mit „In safe hands“ beginnt stets im Klassenraum mit Workshops zu verschiedenen Themen. An der Sekundarschule beschäftigten sich die Schüler u.a. mit dem Thema „Angekommen in Deutschland“. „Wir werden von dem 20-jährigen syrischen Geflüchteten Fadi begleitet, der den Schüler seine persönliche Geschichte erzählt und ihnen erklärt, was ihm geholfen hat, sich zu integrieren“, so Jonas Ermes weiter. Auch Themen wie Fluchtursachen, Menschenrechte sowie Vielfalt gegen Rassismus stehen als Überschrift über seinen Workshops.

Ergänzt wird der theoretische Teil abschließend mit einem Fußballturnier, das Fairnessregeln in den Mittelpunkt stellt. Auf diese Weise wollen Jonas Ermes und seine Mitstreiter auch den Teamgeist innerhalb der Klassen fördern. Weiterer Höhepunkt für die Schülerinnen und Schüler, die an diesem Projekt teilnehmen können: Während der eine Jahrgang an der Schule von Jonas Ermes und Co. „trainiert“ wird, geht es für die anderen Schüler zum Stadionbesuch nach Bochum.

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