Kultur

Gedanken übers Leben und den Tod

Texte über das Leben und den Tod wurden in der Lichtburg vorgetragen. Der Erlös der Lesung war fürs Mobile Hospiz bestimmt.

Foto: Manuela Pavlovskis

Texte über das Leben und den Tod wurden in der Lichtburg vorgetragen. Der Erlös der Lesung war fürs Mobile Hospiz bestimmt. Foto: Manuela Pavlovskis

Wetter. „  Eine anrührende Autorenlesung und eine Ausstellung von gepackten Koffern für die „letzte Reise“ fanden jetzt in der Lichtburg statt.

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Wenn die Gedanken auf Reise gehen . . .“ So lautete jetzt der Titel einer Lesung in der Lichtburg. In Form von Kurzgeschichten, Gedichten und Prosatexen teilten zehn Autorinnen und ein Autor mit den Zuhörern persönliche Erlebnisse und Sichtweisen auf das Leben mit. Evelin Stüwe, Mitglied des Vereins „das mobile Hospiz“ Wetter, hatte mit Autorenkollegen schon einmal eine solche Lesung veranstaltet, die auf sehr viel positive Resonanz gestoßen war. Was lag da näher, als eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Verein.

Stille in der Lichtburg, auf der Bühne elf dunkel gekleidete Personen, keine Regung, kein Lächeln, nur Schweigen. Der Gong einer tiefen Klangschale durchbricht die Stille, die ersten Lesungen erfüllen unverstärkt den Saal. Regina Kemp liest ihren „Brief an Theo“, ihren kürzlich geboren Enkel, dem sie schon jetzt zur Erinnerung schreibt. Warmherzige, liebevolle Worte, aber schwere Kost, die anrührt und ein wenig traurig stimmt. Stille.

Ute Hagedorn (Klangschalen) und Siegfried Gras (Klavier) sorgen für weitere Hörerlebnisse. Zwischen einzelnen Beiträgen spielt Siegfried Gras am Klavier kurze, meist klassische Stücke, die sich harmonisch mit dem Gesagten verbinden. Gongschläge setzen Akzente und ermahnen zur Aufmerksamkeit. Ruhig und nachdenklich vorgetragen werden die einzelnen Gedanken ans Alter, wie auch Erinnerungen an die Tage der Jugend. Gedanken, mit denen die Vortragenden nicht alleine sind. Aber nicht viele besitzen den Mut, sie auszusprechen. Wenn eine Erzählung mit den Worten „Ich verlasse Wolfgang“ beginnt, ahnt der Zuhörer wohl, was kommen mag. Zu erahnen ist aber nicht die schonungslose Selbstreflexion, mit der die Darbietende erzählt, dass sie „noch einmal etwas erleben möchte“. Präzise wird formuliert, was man sich wünscht, aber auch Zweifel an der Umsetzung und Reaktionen des Umfeldes werden nicht verschwiegen.

„Wir hatten zu diesem Abend die Idee, Koffer für die letzte große Reise zu packen und sie auszustellen“, erklärte abschließend Ursula Reschke, Geschäftsführerin des Hospizvereins. „Die Kofferausstellung wird noch ein paar Tage hier in der Lichtburg stehen bleiben.“ Sehr gefreut hat sich der Verein über ein Geschenk eines Hattinger Sozialkaufhauses: Eine Mitarbeiterin organisierte mehrere alte Koffer für das Projekt.

Sehr persönliche Einblicke zeigten die ausgestellten gepackten Koffer für die letzte Reise. Auch Ursula Reschke und Barbara Tasli, Vorstand des Vereins, hatten ihren Koffer gepackt. . .

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